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Neu im BHP Verlag: Zulassen und Widerstehen. Heilpädagogisch Handeln durch Dialog – Bindung – Beziehung

Die Fachpublikation zur 52. Bundesfachtagung des BHP vereint vielfältige Beiträge aus der Lehre und Praxis der Heilpädagogik und beleuchtet die Themen Bindung und Beziehung aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven.

Titelcover des BHP Tagungsberichtes. Broschüre zum Themen Heilpädagogik und Beziehung
BHP Verlag: Titelbild des BHP Tagungsberichtes

Aus dem Inhalt:

Sybilla Breitenstein: Die dialogische Haltung – Kunst der Begegnung und der Zusammenarbeit

Prof. Dr. Simone Danz: Anerkennung von Abhängigkeit, Unvollständigkeit und Hilfebedürftigkeit – (Heil-)Pädagogisches Handeln als Menschenrechtsbildung

Prof. Dr. Éva Hédervári-Heller: Bindungsentwicklung von der frühen Kindheit bis in das Erwachsenenalter

Stephanie Jofer-Ernstberger: Halt geben ab der ersten Minute. Der Einsatz von haltgebenden und beziehungsorientierten Interventionen in der Heilpädagogischen Spieltherapie.

Florian Nüßlein: Zur Sensibilisierung und zum Umgang mit Schmerzen bei Menschen mit Komplexer Behinderung

Prof. Dr. Mone Welsche: Beziehung gestalten in und durch Bewegung mit dem Konzept der Beziehungsorientierten Bewegungspädagogik

u. v. m.!

ISBN:978-3-942484-36-7 | 156 Seiten | Preis: 15,00 €

Jetzt bestellen im BHP Verlag.


Internationaler Tag der Heilpädagogik: Im Gespräch mit Sandra Roth

Jedes Jahr am 13. April wird der Internationale Tag der Heilpädagogikbegangen. Ziel des Aktionstages ist es, die Profession zu stärken und die Heilpädagogik in der breiten Öffentlichkeit darzustellen. Zu diesem Anlass sprachen wir mit Sandra Roth über inklusiven Schulunterricht, die Heilpädagogik und die Rahmenbedingungen für eine inklusive Gesellschaft.

Frau Roth, Sie haben über das Leben mit Ihrer Tochter zwei Bücher geschrieben. Im zweiten Buch „Lotta Schultüte: Mit dem Rollstuhl ins Klassenzimmer“ beschreiben Sie die schwierige Suche nach einer Schule, die ein inklusives Lernen für Lotta ermöglicht. Was waren die größten Schwierigkeiten?

Eine Schule zu finden, die Lotta will – und die sie auch fördern kann. In NRW hat man einen Rechtsanspruch auf einen Platz an einer inklusiven Schule, Lotta hat eine Fachkraft als Schulbegleiterin, wir hätten nicht gedacht, dass es so schwer werden würde. Ein Rektor einer inklusiven Grundschule hat uns gesagt: „Gewickelt wird hier nicht“, das sei die Grenze der Inklusion. Dabei hatte diese Schule bereits einen Aufzug und Sonderpädagogen und Ergotherapeuten im Team. „Nicht, dass Sie denken, ich will nicht – ich kann nur nicht“, hat er dann nachgeschoben. In einigen Schulen, die wir gesehen haben, hatten die Lehrkräfte offensichtlich Angst, dass wir unser Kind dort anmelden – warum? Was brauchen Lehrer, damit sie so erfolgreich inklusiv arbeiten können wie etwa die Erzieher in Lottas Kita? Denn natürlich möchte ich auch als Mutter keine Schule, die meine Tochter zwar aufnimmt, sie aber nicht bestmöglich fördert. Lotta ist kein Einzelfall, in vielen Schulen mangelt es an den Rahmenbedingungen. Es bräuchte insgesamt kleinere Klassen, größere und barrierefreie Klassenräume, verpflichtende Weiterbildungen für die Lehrenden, Doppelbesetzung. Die Lehrer können die schulische Inklusion nicht allein stemmen, sonst werden sie weiterhin Angst vor Kindern wie meiner Tochter haben. Gleichzeitig reichen Rahmenbedingungen alleine auch nicht, es braucht auch die Haltung, um sie mit Leben zu füllen. Ich wünsche mir Lehrer, die Lottas Neugier sehen, ihren Ehrgeiz und ihren Humor – und deren Blick nicht direkt am Rollstuhl abprallt.

Teilhabe und Inklusion sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben und es braucht eine breite Akzeptanz, um sie umzusetzen. Wie kann man aus Ihrer Sicht eine solche Akzeptanz für inklusive Gesellschaftsstrukturen erreichen beziehungsweise steigern?

So lange jeder in seiner Nische lebt, wird es schwer mit der inklusiven Gesellschaft. Wir müssen uns begegnen können und uns kennenlernen. Sei es vermittelt über Bücher oder Artikel oder noch besser im richtigen Leben. Ich nehme meine Tochter überall mit hin, ins Konzert, auf die Skipiste, aufs Trampolin. Manchmal ist das kompliziert, weil etwa die Versicherungsrichtlinien keine Rollstühle vorsehen, aber es lohnt sich immer zu kämpfen. Beim nächsten Mal ist es dann schon etwas leichter und vielleicht plant der Veranstalter irgendwann sogar eine Rampe von vornherein mit ein. Wer einmal einen Rollstuhl die Treppe mit hochgetragen hat, der hat dann auch Verständnis dafür, dass eine Rampe nötig ist. Natürlich helfen dabei auch ausreichende finanzielle Mittel und zwar für alle. So lange Kinder in der Schule etwa nicht auf Toilette gehen, weil die zu eklig ist, so lange erscheint ein Umbau mit einem Aufzug als Luxus.

Am 13. April findet zum dritten Mal der Internationale Tag der Heilpädagogik statt. Was verbinden Sie mit dem Begriff Heilpädagogik?

Die Leiterin von Lottas Kita ist Heilpädagogin – bis heute prägt sie mein Bild von dieser Fachrichtung. Als wir Lotta anmelden wollten, hat sie sofort zugesagt, anders als alle anderen Kita-Leitungen, die nur die Probleme sahen. „Beim Regenbogen frage ich auch nicht, ob gelb unbedingt sein muss“, hat sie gesagt, „gelb gehört eben dazu.“ In der Kita wurde Lotta wunderbar gefördert, das hat mir gezeigt, wie gut Inklusion funktionieren kann. Alle Kinder wurden dort in ihrer Selbstständigkeit und Selbstbestimmung geachtet, auch Lotta, die aufgrund ihrer schweren Mehrfachbehinderung zum Beispiel nicht sprechen kann, blind ist und körperlich sehr stark eingeschränkt. Wir haben noch in der Kita mit Unterstützter Kommunikation angefangen und Lotta war überall dabei. So konnte sie beispielsweise wie die anderen Kindergartenkinder bei der Feuerwehr die Stange runterrutschen, nur eben auf dem Arm eines Feuerwehrmanns.

Die Heilpädagogik ist überall dort gefragt, wo Menschen jedes Alters aufgrund von sozialem Ausschluss, Beeinträchtigung oder (drohender) Behinderung vor Entwicklungs- und Teilhabebarrieren stehen. Welche Rolle nehmen soziale Berufe wie die Heilpädagogik in Ihrer Wahrnehmung bei dem Abbau gesellschaftlicher Barrieren ein? Glauben Sie, dass wir zukünftig mehr Fachkräfte brauchen oder vielleicht mehr ehrenamtliche Helfer, um inklusive Gesellschaftsstrukturen zu erreichen?

Menschen, die beruflich mit Kindern wie meiner Tochter zu tun haben, ob nun ehrenamtlich oder als Fachkraft, können zu so einem Scharnier zwischen den Welten werden, ähnlich wie ich und viele Eltern von Kindern mit Behinderung. Selbstverständlichkeit vorleben, Fragen beantworten, Barrieren sichtbar machen und beseitigen – je mehr Menschen das tun, desto besser, seien sie nun selber von Behinderung betroffen oder nicht. In dieser Rolle arbeiten wir natürlich daran, sie unnötig zu machen. Je enger die Welten zusammenrücken, desto weniger werden Vermittler gebraucht. Mein Ziel ist, dass meine Tochter ein selbstbestimmtes Leben führen kann – ohne mich als Dolmetscher.

Wagen wir einen Blick zwanzig Jahre in die Zukunft: Wie kann ein inklusives gesellschaftliches Zusammenleben einer heterogenen Bevölkerung zwischen Menschen mit unterschiedlichsten sozialen, kulturellen oder auch körperlichen Voraussetzungen gelingen?

Schauen wir nach Italien oder in die USA, wo die Inklusion schon seit den 70er-Jahren gesetzlich verankert ist, anders als bei uns. Allein eine konsequente gesetzlich vorgeschriebene Barrierefreiheit, wie beispielsweise in den USA, verändert eine Gesellschaft merklich. Wenn ich ganz selbstverständlich überall mit meiner Tochter hinein- und hinaufkomme, dann ist sie dort keine Ausnahme, sondern sehr viel öfter ein gewohnter Anblick. Dann reden Menschen mit ihr und nicht wie hier in Deutschland fast nur mit mir, die ich den Rollstuhl schiebe. Wirkliche Barrierefreiheit wäre aber nur ein kleiner Baustein, den wir hierzulande benötigen, um weiter auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft zu kommen. Andere Bausteine wären eine erfolgreiche Inklusion in der Schule wie im Arbeitsleben, bei Wahlen, beim Wohnen, bei der Freizeitgestaltung. Wenn wir uns begegnen, sei es im Museum, im Büro oder im Klassenzimmer, dann wächst mit jeder Begegnung und jeder Unterhaltung die Gesellschaft ein kleines Stück weiter zusammen. Allerdings sehen wir am Beispiel anderer Länder auch, wie weit der Weg noch ist und wie schnell es auch wieder rückwärts gehen kann, weg von der Inklusion hin zur Abschottung und Spaltung einer Gesellschaft. Ich fürchte leider, zwanzig Jahre werden nicht reichen, es wird auch keine Ziellinie geben, die wir überschreiten und für immer und ewig „inklusiv“ sind. Die Rahmenbedingungen für eine gelingende inklusive Gesellschaft zu schaffen, ist eine politische Aufgabe, sie mit Leben zu füllen, unser aller und das jeden Tag neu.

Frau Roth, vielen Dank für dieses Interview!

Foto: © Anké Hunscha www.photographie-hunscha.de
Buchtitel Sandra Roth "Lotta Schultüte"im KiWi-Verlag

Sandra Roth, geboren 1977, studierte Politikwissenschaften und Medienberatung in Bonn, Berlin und den USA. Nach ihrem Diplom absolvierte sie die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg und arbeitet seitdem als freie Autorin, u. a. für Die Zeit, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Brigitte. 2013 erschien ihr erstes Buch »Lotta Wundertüte« bei Kiepenheuer & Witsch. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Köln.


Die Abbildung zeigt das Treffen der BHP Fachgruppenarbeit

Auftaktveranstaltung der BHP Fachgruppen in Berlin

Am 30. März fand in den Räumen des BHP in der Berliner Bundesgeschäftsstelle die Auftaktveranstaltung der BHP Fachgruppenarbeit statt. Sechzehn neu berufene LandesgruppensprecherInnen trafen sich mit Vertreterinnen des BHP Vorstandes sowie der Geschäftsführung des BHP, um den offiziellen Beginn der Arbeit der Landesfachgruppen einzuläuten. Mit der neuen Fachgruppenarbeit hat der BHP seine bislang bestehenden regionalen Strukturen reformiert und ist seit Beginn 2019 handlungsfeldbezogen in regionalen Landesfachgruppen organisiert.

Dagmar Gumbert, Vorsitzende des BHP, begrüßte die Teilnehmenden und erläuterte die Zielsetzungen des Reformvorhabens aus der Sicht des Vorstandes. Unterstützt wurde sie dabei von Kai-Raphael Timpe, BHP Geschäftsführer, der die Sicht der hauptamtlichen Mitarbeitenden des BHP verdeutlichte, die die Planungen und Projekte des Vorstandes operativ umsetzen. Als Moderatorin führte die stellvertretende Vorsitzende des BHP, Vera Knüppel, durch das straffe Informations- und Arbeitsprogramm.

Darunter fielen u. a. die folgenden Themen:

  • Ein kurzer Aufriss des Reformprozesses
  • Ein Überblick über die LandesfachgruppensprecherInnen, ihre Aktivitäten in den Ländern und zukünftige Planungen
  • Ausführungen zur Rolle aller Beteiligten in den unterschiedlichen Gremien
  • Unterstützungsangebote für die aktiven Ehrenamtlichen

Im Anschluss arbeiteten die KollegInnen der einzelnen Landesfachgruppen zu gemeinsamen Arbeitsschwerpunkten der Handlungsfelder, die danach im Plenum zusammengetragen wurden und erste Agendapunkte in der zukünftigen Arbeit der Landes- und Bundesfachgruppen darstellen. Die Landesfachgruppen können so an grundlegenden Positionierungen der Verbandsarbeit mitarbeiten und ihre Kompetenzen für die fachliche Arbeit des Verbandes auf regionaler wie auch auf Bundesebene einbringen.

Informationen zu den Veranstaltungen der Landesfachgruppen erhalten Sie auf unserer Website: hier finden Sie Ihre AnsprechpartnerInnen, Termine sowie aktuelle Ergebnisse der Landesfachgruppenarbeit.

Ihre Anregungen und Fragen beantwortet gerne Doris Albert, stellvertretende Geschäftsführerin des BHP: doris.albert@bhponline.de


Personengruppe: BHP und akmas - Treffen zur Eingruppierung von HeilpädagogInnen

BHP führt erstes Fachgespräch mit der ak.mas

V. l. n. r.: Doris Albert, Rolf Cleophans, Kai-R. Timpe, Dr. Evelyn Schmidtke, Vera Knüppel und Carsten Offers.

Am 28. März 2019 führten die stellvertretende Vorsitzende des BHP Vera Knüppel, Geschäftsführer Kai-Raphael Timpe und die stellvertretende Geschäftsführerin Doris Albert ein Fachgespräch mit Rolf Cleophas und Carsten Offers aus dem Leitungsausschuss der Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas (ak.mas) sowie mit Dr. Evelyn Schmidtke, der Geschäftsführerin der ak.mas.

Im Mittelpunkt des Gespräches stand das Ansinnen des BHP, die tarifpolitische Situation von HeilpädagogInnen in Deutschland zu verbessern. Insbesondere die Eingruppierung in die Entgeltgruppe S 9 im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes/Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD/SuE) stellt für den BHP eine zu geringe Vergütungsgrundlage für HeilpädagogInnen dar. Der BHP erläuterte die mit dieser Eingruppierung verbundenen Herausforderungen für die Berufsgruppe der HeilpädagogInnen und warb für eine Aufwertung im TVöD/SuE.

Von Seiten der ak.mas wurde das Ansinnen des BHP verstanden. Es wurde vereinbart, dass der BHP die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes bittet, sich mit der Eingruppierung von HeilpädagogInnen mit dem Ziel einer Aufwertung der Vergütung zu befassen.

Insbesondere vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Ausdifferenzierung sozialer Berufe sowie der hohen Nachfrage nach HeilpädagogInnen ist eine adäquate tarifliche Eingruppierung eine wesentliche Voraussetzung für die Attraktivität des Berufes. Der BHP wird zeitnah weitere Gespräche mit Gewerkschaften und weiteren Mitarbeiter-vertretungen führen, um die für eine tarifpolitische Aufwertung von HeilpädagogInnen zu werben.

Weitere Informationen zur tariflichen Eingruppierung von HeilpädagogInnen finden Sie hier.


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Positionspapier und Arbeitshilfe zum Bundesteilhabegesetz veröffentlicht

Der BHP hat in Zusammenarbeit mit der Ständigen Konferenz von Ausbildungsstätten für Heilpädagogik (StK) und dem Fachbereichstag Heilpädagogik (FBT-HP) ein Positionspapier zum Bundesteilhabegesetz (BTHG) veröffentlicht. Die 36-seitige Broschüre gibt eine Einschätzung der Verbände zum BTHG und dient zugleich als Information und Arbeitshilfe für HeilpädagogInnen und pädagogische Fachkräfte.

Abbildung Positionpapier und Arbeitshilfe zum Bundesteilhabegesetz

Im Positionspapier nehmen die Verbände eine gemeinsame Einschätzung der durch das Bundesteilhabegesetz induzierten Veränderungen vor – mit Blick auf die Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen einerseits und mit Blick auf die Heilpädagogik als Profession andererseits. Zudem dient die Broschüre auch der Informationen von HeilpädagogInnen und gibt wichtige Hinweise für die Praxis. So ist es auch Ziel des Papiers, den Beitrag der Profession in der Umsetzung der Grundgedanken und der konkreten Umsetzungsvorgaben des Bundesteilhabegesetzes zu verdeutlichen und darzulegen, wie diese wirksam teilhabeförderlich ausgestaltet werden sollten.

Das Papier richtet sich an alle AkteurInnen, die an der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes beteiligt sind und ist als Broschüre in der BHP Geschäftsstelle für einen Unkostenbeitrag von 1,00 EUR für Mitglieder bzw. 2,00 EUR für Nichtmitglieder zzgl. Versandkosten erhältlich. Bitte senden Sie Ihre Bestellung an Sabine.Schmidt@bhponline.de.

Außerdem steht das Positionspapier als kostenloser Download im PDF-Fomat zur Verfügung:

 

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Positionspapier und Arbeitshilfe zum Bundesteilhabegesetz


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Einigung in der Tarifauseinandersetzung zwischen den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und den Arbeitgebern

Die Gewerkschaft ver.di, der Deutsche Beamtenbund und die Vertreter der Länder haben am Abend des 02. März 2019 in den Tarifverhandlungen folgende Einigung getroffen:

Die Tarifrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder bringt im Ergebnis eine stufenweise Anhebung der Gehälter um mindestens 240 € bei einer Laufzeit von 33 Monaten. Im Detail wurde verhandelt, dass rückwirkend zum 01. Januar 2019 3,2 % mehr Lohn, mindestens aber 100 € gezahlt werden, ab dem 01. Januar 2020 dann 3,2 %, mindestens aber 90 € und zum 01. Januar 2021 nach noch einmal 1,4 %, mindestens aber 50,00 €.

Für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder bedeutet das, dass die bessere Entgelttabelle der Kommunen übernommen wird und den Arbeitnehmenden nun, vergleichbar dem Abschluss der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeber (VKA), auch 30 Tage Urlaub zustehen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

ver.di: www.wir-sind-es-wert.verdi.de

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW):www.gew.de/aktuelles

Ergänzend:
www.t-online.de/finanzen/jobs/loehne-gehaelter


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VIFF und BHP: Gemeinsames Fachpapier zur Frühförderung

Der BHP hat in enger Zusammenarbeit mit der Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung – Bundesvereinigung e. V. (VIFF) ein Fachpapier zur (interdisziplinären) Frühförderung erstellt. Im Fachpapier erarbeiten die Verbände gemeinsame Definitionen und erläutern die wesentlichen Strukturen und Begriffe der Frühförderung. Die Broschüre dient als Informationsmedium für Leistungserbringer, Leistungsträger, Familien und politische Akteure wie Verbände und Parteien.

Das Fachpapier können Sie als Broschüre in der BHP Geschäftsstelle für einen Unkostenbeitrag von 1,- EUR für Mitglieder bzw. 2,- EUR für Nichtmitglieder zzgl. Versandkosten anfordern. Bitte senden Sie Ihre Bestellung an Sabine.Schmidt@bhponline.de.

Außderm steht das Fachpapier als kostenloser Download im PDF-Format zur Verfügung [wpfilebase tag=file id=1181 tpl=download-button /]

Weitere Stellungnahmen des BHP finden Sie hier.


BHP Vorstand in Berlin: Erste konstituierende Sitzung

Der Vorstand des BHP (v.l.n.r.) : Vera Knüppel, Dagmar Gumbert, Sandra Kapinsky, Simone Danz, Heidi Fischer und Cornelia Künzel

Seit November 2018 ist der neu gewählte Vorstand des BHP unter dem Vorsitz von Dagmar Gumbert im Amt. Auf der ersten gemeinsamen Sitzung des Vorstandes mit der Geschäftsführung in Berlin standen die Arbeitsschwerpunkte für die Vorstandsperiode bis 2022 im Fokus. Dabei konnten gemeinsame Arbeitsschwerpunkte definiert und Strategien zur Umsetzung entwickelt werden.

Vom 25. bis 26. Januar dieses Jahres trafen sich die sechs Vorstandsmitglieder in der Geschäftsstelle in Berlin zu einer ersten konstituierenden Sitzung. In Gesprächen mit Kai-R. Timpe (BHP Geschäftsführer) und Doris Albert (stv. Geschäftsführung) wurden die wesentlichen Aufgaben der Verbandsarbeit für die vierjährige Vorstandsperiode diskutiert. Dabei wurde als eine der wichtigen Aufgaben der kommenden Vorstandsarbeit die inhaltliche Begleitung der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes definiert. Zudem steht eine Überarbeitung des BHP Berufsbildes Heilpädagogin/Heilpädagoge unter Einbezug der Landesfachgruppen auf der Agenda des neuen Vorstandes.

Zu den vielfältigen Arbeitsschwerpunkten, die sich der Vorstand für seine Amtszeit gesetzt hat, zählen auch die verstärkte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Heilpädagogik und eine Weiterentwicklung der bestehenden Fort- und Weiterbildungsangeboten der Europäischen Akademie für Heilpädagogik im BHP. In den fünfmal jährlich stattfindenden Vorstandssitzungen werden diese und weitere Schwerpunkte im Fokus stehen

Der Vorstand des BHP wird alle vier Jahre durch die Mitglieder des BHP gewählt und führt sein Amt ehrenamtlich aus. Der amtierende Vorstand wird bis zum November 2022 die Geschicke der Verbandsarbeit leiten. Für Fragen und Anregungen zur Vorstandsarbeit wenden Sie sich gern an den Vorstand des BHP. Kontaktdaten zu den Mitgliedern des Vorstandes finden Sie auf der BHP Website auf bhponline.de/der-vorstand


Junge in der Schule schaut in die Kamera, vor sich bunte Stifte

Bundeskabinett beschließt Entwurf für Starke-Familien-Gesetz

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil stellten am gestrigen Mittwoch gemeinsam das Reformvorhaben zum Starke-Familien-Gesetz vor. Der Gesetzesentwurf sieht einen höheren Kinderzuschlag für Familien mit kleinem Einkommen und Alleinerziehende vor. Zudem sollen verbesserte Leistungen für Bildung und Teilhabe Kindern die Chancen auf eine gute Entwicklung sichern.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass zum 1. Juli 2019 der Kinderzuschlag von 170 Euro auf 185 Euro pro Kind und Monat erhöht wird. Außerdem verspricht die Neuregelung, dass ein Einkommen des Kindes – wie zum Beispiel Unterhaltsbezüge – den Kinderzuschlag nicht mehr so stark wie bisher mindert, so dass auch Alleinerziehende davon profitieren könnten.
Auch Familien, die keine ergänzenden SGB II-Leistungen beziehen, sollen künftig den Kinderzuschlag sowie Wohngeld erhalten, wenn sie – bis zu 100 Euro – unter dem SGB-II-Anspruch liegen. Ob eine Familie den Kinderzuschlag erhält, ist vom Einzelfall abhängig. Entscheidend sind die Anzahl der Kinder, deren Alter und die Wohnkosten.

Mit dem Starke-Familien-Gesetz sollen auch die Leistungen für Bildung und Teilhabe verbessert und vereinfacht werden: Für anspruchsberechtigte Kinder wird das Schulstarterpaket von 100 auf 150 Euro im Jahr erhöht und es entfallen die Eigenanteile der Eltern für das warme Mittagessen in Kita und Schule sowie für die Schülerbeförderung. Zudem soll die Lernförderung zukünftig auch für Schülerinnen und Schüler zugänglich sein, die nicht unmittelbar versetzungsgefährdet sind.

Etwa 4,4 Millionen Kinder in Deutschland sind nach Schätzungen des Deutschen Kinderschutzbundes von Armut betroffen. Dessen Verbandspräsident Heinz Hilgers, wie auch andere Verbände, kritisierten den Gesetzesentwurf.

Die Verbesserungen beim Kinderzuschlag sollen in zwei Schritten zum 1. Juli 2019 und 1. Januar 2020 in Kraft treten, die Neuerungen beim Bildungs- und Teilhabepaket zum 1. August 2019.

Hier wird das Gesetz in Kurzform erklärt: Das Starke-Familien-Gesetz für starke Familien und gegen Kinderarmut


Fachtagung des BHP

Zulassen und Widerstehen - 52. Bundesfachtagung in Berlin

Am vergangenen Wochenende fand in Berlin die 52. Bundesfachtagung des BHP statt. Auch in diesem Jahr war die dreitägige Jahrestagung, die vom 23. bis 25. November in der Berliner Urania veranstaltet wurde, ein bunter Treffpunkt für Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, Studierende und Interessierte, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren.

Mit dem diesjährigen Tagungsthema „Zulassen und Widerstehen. Heilpädagogisch Handeln durch Dialog – Bindung – Beziehung“ stieß der BHP auf eine besonders positive Resonanz. Bereits im September war die Tagung, deren maximale Teilnehmerzahl auf 840 Besucher beschränkt ist, ausgebucht. Entsprechend lebhaft war der fachliche und berufspolitische Austausch vor Ort, was sich in zahlreichen Redebeiträgen der Besucher während der Vorträge und DenkRäume, aber auch im regen Treiben an den vielen Informationsständen im Foyer des Tagungsortes widerspiegelte.

Eingeleitet wurde die 52. Bundesfachtagung mit einem Statement von Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, der vor einem voll belegten Saal die Bedeutung der Arbeit von Heilpädagoginnen und Heilpädagogen für eine inklusive Gesellschaft hervorhob. Im Anschluss eröffnete Prof. D. Frank Nullmeier die Tagung mit seinem Vortrag zum Thema „Neue Wege in der Sozialpolitik? Entwicklungslinien des deutschen Wohlfahrtsstaates“. Die folgende Podiumsdiskussion stimmte die Besucher auf die vielfältige Auseinandersetzung mit dem Tagungsthema ein.

In den darauffolgenden zwei Tagen erwarteten das Publikum insgesamt rund zweiundzwanzig Veranstaltungen. Die Besucher der Tagung konnten sich auch in diesem Jahr über einen vielfältigen Mix verschiedener Formate freuen – Filme, Vorträge, Diskussionen und zahlreiche DenkRäume diskutierten das Tagungsthema aus verschiedenen Perspektiven. Mit der Wahl des neuen Vorstandes des BHP und der Verleihung des Förderpreises des Internationalen Archivs für Heilpädagogik standen in diesem Jahr zwei besondere Veranstaltungspunkte auf dem Programm.

Auch das Rahmenprogramm der diesjährigen Bundesfachtagung konnte das Publikum überzeugen. Das Trio „muzet Royal“ stimmte die Besucher am Freitagmittag auf die Tagung ein, während der inklusive Chor „Nogat-Singers“ die Zuschauer am Samstagabend begeisterte. Zum Abschluss der Tagung rappte „Graf Fidi“ und unterhielt den Saal nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit seinen Antworten im folgenden Interview.

Weitere Informationen zu vergangenen und zukünftigen Bundesfachtagungen des BHP finden Sie auf www.heilpaedagogikwirkt.de

Ab März 2019 erhalten Sie die Tagungsdokumentation als Publikation im BHP Verlag. Vorbestellungen sind ab sofort per E-Mail möglich an: info@bhpverlag.de