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57. Bundesfachtagung 2026

Sehen. Wahrnehmen. Verständigen. Heilpädagogische Diagnostik als Quelle zum Handeln

27. – 29. November 2026 in Stuttgart

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Veranstaltungen


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Referent:innen

Bas, Bärbel BMAS_Foto: Steffen Kugler

Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales

Foto: Steffen Kugler

Grußwort Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Sehen, Wahrnehmen, Verständigen ─ Heilpädagogische Diagnostik als Quelle zum Handeln“ ─ das ist der Titel Ihrer diesjährigen Tagung.

Damit greifen Sie einen ganz zentralen Aspekt Ihrer Arbeit auf: Genau hinsehen, fachlich einordnen und gemeinsam verstehen. Denn nur so kann Unterstützung und Förderung wirklich einen Unterschied machen.

Ihr Wirkungsfeld ist breit und vielfältig. Es reicht von der Frühförderung über solitäre Leistungen für Kinder und Jugendliche und weiteren Angeboten der Eingliederungshilfe ─ etwa Assistenzleistungen in und außerhalb besonderer Wohnformen ─ bis zu Werkstätten für behinderte Menschen oder Tagesförderstätten. Hinzu kommen Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, in Schulen und vielen weiteren Bereichen.

Sie sind gefragt, wenn es darum geht, Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen zu erkennen. Sie helfen mit, jede individuelle Situation richtig einzuordnen, damit die Unterstützung bestmöglich geplant und umgesetzt werden kann.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Begleitung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen. Sie unterstützen sie auf ihrem Weg zu mehr Selbständigkeit und echter Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

All das erfordert viel: Ein hohes Maß an Empathie, ein genaues Verständnis für ganz unterschiedliche Lebenslagen und einen professionellen Blick für konkrete Unterstützungsmöglichkeiten. Dazu arbeiten Sie eng mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen und schaffen dadurch ein starkes Netzwerk der Unterstützung.

In den vergangenen Jahren wurde die Eingliederungshilfe nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch Teil 2 zu einem modernen Teilhaberecht weiterentwickelt. Auch für die Frühförderung hat das Bundesteilhabegesetz neue Perspektiven eröffnet. Das war ein wichtiger Schritt.

Gleichzeitig müssen wir noch mehr dafür tun, Teilhabe und Selbstbestimmung im Alltag zu ermöglichen. Dazu gehört vor allem, Barrieren abzubauen ─ am Bahnhof, an der Supermarktkasse oder im digitalen Raum. Mit der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes schaffen wir hier handfeste Verbesserungen, unter anderem mit einem individuell einklagbaren Anspruch gegen Unternehmen auf Zugang zu Gütern und Dienstleistungen.

Aber klar ist auch: Ein Gesetz allein reicht nicht. Es braucht Veränderungen auf vielen Ebenen. Und es braucht Menschen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, Barrierefreiheit und Teilhabe für alle zu verbessern.

Die heilpädagogische Diagnostik bewegt sich an den Schnittstellen unterschiedlicher wissenschaftlicher und fachlicher Perspektiven. Genau darin liegt ihre Stärke. Sie schafft Orientierung und ermöglicht das richtige Handeln.

Deshalb sind Formate des Austauschs wie Ihre Fachtagung so wichtig: Hier kommen Forschung, Praxis und verschiedene Fachdisziplinen miteinander ins Gespräch und neue Ideen und Impulse entstehen. Ich wünsche Ihnen einen spannenden Austausch, viele neue Perspektiven ─ und vor allem Rückenwind für Ihre wichtige Arbeit!

Bärbel Bas, MdB.

Anmeldung

Erleben Sie wegweisende Impulse und praxisorientierte Workshops auf der 57. Bundesfachtagung des Berufs- und Fachverbands Heilpädagogik e. V.

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Erhalten Sie Impressionen der Bundesfachtagung in diesem Video.

Prof. Dr. Heinrich Greving | Vorstandsvorsitzender BHP e.V.

Grußwort des Vorstandsvorsitzenden BHP. e.V. Prof. Dr. Heinrich Greving

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

„Sehen. Wahrnehmen. Verständigen. – Heilpädagogische Diagnostik als Quelle zum Handeln“ – bereits der Titel unserer 57. Bundesfachtagung entfaltet ein Spannungsfeld, das in besonderer Weise den Kern heilpädagogischer Professionalität berührt.

Denn heilpädagogische Diagnostik meint weit mehr als das Erfassen, Einordnen oder Kategorisieren von Personen. Sie ist ein verstehender, dialogischer und zugleich gesellschaftlich verantwortlicher Prozess. Sie fragt nicht allein, was ein Mensch kann oder nicht kann, sondern vor allem, wie Menschen leben und wahrgenommen werden, welche Möglichkeiten ihnen eröffnet oder verschlossen werden und welche Bedingungen Teilhabe ermöglichen oder verhindern.

Sehen – das bedeutet zunächst, Menschen in ihrer Einzigartigkeit sichtbar werden zu lassen.

Heilpädagogisches Sehen widersetzt sich einem reduzierenden Blick auf Diagnosen oder Defizite. Es ist ein aufmerksames, sensibles und zugleich kritisches Sehen. Ein Sehen, das hinter das Offensichtliche blickt und gesellschaftlich konstruierte Barrieren erkennt: Ausschlüsse, Vorurteile, institutionelle Begrenzungen oder fehlende Zugänge zu Bildung, Kultur und sozialer Teilhabe. Heilpädagogisches Sehen ist deshalb ein politisches und gesellschaftskritisches Sehen.

Wahrnehmen geht darüber hinaus: Wahrnehmung bedeutet Beziehung. Sie verlangt Offenheit für subjektive Wirklichkeiten, für unterschiedliche Ausdrucksformen, Lebensentwürfe und Erfahrungsräume, für Berührung und Irritation. Wahrnehmen umfasst daher, Ambivalenzen auszuhalten, Unsicherheiten anzunehmen und die Perspektive des Gegenübers konsequent ernst zu nehmen.

Verständigen schließlich verweist auf den dialogischen Charakter heilpädagogischer Professionalität als ein gemeinsames Ringen um Sinn, Teilhabe und Orientierung. Eine heilpädagogische Diagnostik geschieht in Beteiligung, Kooperation und Verständigungsprozessen – zwischen Professionen, Organisationen, Familien und vor allem den Menschen selbst. Verständigung eröffnet Räume für Anerkennung, Partizipation und gemeinsames Handeln.

Diagnostik ist in der Heilpädagogik kein Selbstzweck. Sie gewinnt ihre Legitimation dort, wo aus Erkenntnis verantwortliches Handeln erwächst, das Menschen in ihrer Würde, Geschichte und Möglichkeiten wahrnimmt. Eine so verstandene Diagnostik dient der Fundierung professioneller Entscheidungen sowie der kritischen Analyse gesellschaftlicher Bedingungen und Machtverhältnisse. Sie fragt nach individuellen Unterstützungsbedarfen ebenso wie nach den strukturellen Voraussetzungen, unter denen Exklusion entsteht und fortgeschrieben wird.

So wünsche ich uns allen drei inspirierende Tage des Sehens, Wahrnehmens und Verständigens – in der Auseinandersetzung mit einer Heilpädagogik, die Menschen nicht auf Zuschreibungen reduziert, sondern sie in ihrer Würde, Vielfalt und gesellschaftlichen Eingebundenheit ernst nimmt. Ich freue mich sehr auf die Begegnungen und den gemeinsamen Austausch mit Ihnen.

Prof. Dr. Heinrich Greving

Hier können Sie in Kürze den Programmflyer ansehen und herunterladen.

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