Menu

Alle Beiträge in aktuell

3. BHP Unternehmer*innentag Heilpädagogik: Chancen erkennen – Zukunft gestalten!

Vom 04. – 05. Mai fand im Matthias-Ehrenfried-Haus in Würzburg der 3. BHP Unternehmer*innentag Heilpädagogik statt. Über vierzig selbstständig tätige Heilpädagoginnen und Heilpädagogen mit eigener Praxis oder Einrichtung waren aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, um an der Fachtagung teilzunehmen.

In diesem Jahr wurden unter dem Titel „Chancen erkennen – Zukunft gestalten“ aktuelle Herausforderungen und Potentiale eines zukunftsfähigen heilpädagogischen Anbieters am Markt der sozialen Dienstleister diskutiert. Dabei standen besonders die für heilpädagogische Leistungserbringer relevanten sozialpolitischen Entwicklungen der vergangenen Monate im Vordergrund. Aber auch aktuelle rechtliche Belange, wie beispielsweise die europäische Datenschutz-Grundverordnung wurden thematisiert.

Chancen erkennen – Zukunft gestalten: Heilpädagogische Unternehmen im Kontext des Leistungserbringungsrechts

Den Eröffnungsvortrag der diesjährigen Fachtagung hielt Herr Prof. Dr. Manfred Gerspach, der in seinem Vortrag die Perspektiven einer psychoanalytisch orientierten Heilpädagogik und die Chancen eines analytisch orientierten heilpädagogischen Handelns darlegte. Nach diesem fachlichen Impuls für das praktische heilpädagogische Handeln und die Arbeit mit den Klienten erläuterte BHP Geschäftsführer Kai-Raphael Timpe die für Heilpädagoginnen und Heilpädagogen aktuell relevanten sozialpolitischen und rechtlichen Entwicklungen.

Einen thematischen Schwerpunkt des diesjährigen BHP Unternehmer*innentages stellten dabei das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und die damit verbundenen strukturellen und leistungsrechtlichen Neuerungen dar. Frau Christiane Hasenberg, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Sozialrecht, legte die bereits bestehenden und noch eintretenden Veränderungen insbesondere für das Leistungserbringungsrecht im BTHG dar und beantwortete ausführlich die individuellen Fragen der Teilnehmenden zum neuen Vertragsrecht. Ebenfalls im Zeichen des BTHG stand der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Armin Sohns, der die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Klientel, des fachlichen Auftrages und der gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Frühförderung als eines der zentralen Handlungsfelder heilpädagogischer Praxen und Einrichtungen vorstellte.

Kreativer Abschluss einer gelungenen Fachtagung

Zum Abschluss des diesjährigen 3. Unternehmer*innentages Heilpädagogik konnten die Teilnehmenden noch einen kreativen Ausflug in die Praktik des Handschriftlichen Visualisierens wagen. Frau Christine Müller-Naevecke, Diplompädagogin und freiberufliche Trainerin, veranschaulichte diese Form der grafischen Darstellung, bei der gedankliche Zusammenhänge optisch veranschaulicht werden, um Verstehensleistungen zu unterstützen. Zwischen den Vorträgen war es besonders der rege kollegiale Austausch, der die Veranstaltung abrundete und bei einem gemeinsamen Abendessen vertieft wurde.

Der BHP Unternehmer*innentag Heilpädagogik wird seit 2016 einmal im Jahr von der BHP Agentur und der Europäischen Akademie für Heilpädagogik (EAH) im BHP veranstaltet. Die zweitägige Fachtagung ist ein Angebot für heilpädagogische Unternehmerinnen und Unternehmer, sich mit aktuellen Belangen des Unternehmertums auseinanderzusetzen und miteinander in den fachlichen und berufspolitischen Austausch zu gehen. Der 4. BHP Unternehmer*innentag Heilpädagogik wird im kommenden Jahr vom 3. – 4. Mai in Hannover stattfinden.

Informationen zum Programm vergangener und zukünftiger Tagungen finden Sie auf www.bhpagentur.de/bhp-unternehmertage/

Datenschutz-Grundverordnung tritt in Kraft

Am 25. Mai 2018 tritt in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) der EU in Kraft. Das neue EU-Recht löst bisherige nationale Datenschutzgesetze ab. Besonders freiberufliche Heilpädagoginnen und Heilpädagogen mit eigener Praxis oder Einrichtung sollten sich daher mit der DS-GVO auseinandersetzen.

Die DS-GVO gilt für Unternehmen, also natürliche und juristische Personen, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben und damit auch für selbständige Heilpädagogen, die personenbezogene Daten verarbeiten. In der heilpädagogischen Praxis oder Einrichtungen gehören hierzu unter anderem die Klienten- beziehungsweise Fallakten, Förderpläne und Berichte aber auch Arbeitsverträge und Personalakten. Auch bei kleinen Praxen, die nur aus einer Person bestehen, hat diese als Verantwortliche die neuen Datenschutz-Vorschriften umzusetzen.

Was ist speziell neu im Datenschutzrecht?

  • Es gelten neue und umfangreichere Transparenz- und Informationspflichten der datenverarbeitenden Einrichtungen, die die Rechte der Betroffenen beziehungsweise Klienten stärken.Betroffene/Klienten erhalten leichter Zugang zu ihren Daten sowie Information über deren Nutzung.
  • Entsprechend dem bekannten Schlagwort vom „Recht auf Vergessenwerden“, wird der Anspruch auf Löschung personenbezogener Daten manifestiert.
  • Neue Pflichten für Einrichtungen sind: elektronische Geräte und Anwendungen datenschutzfreundlich voreinzustellen und bei besonderen Risiken für die erhobenen Daten eine Datenschutz-Folgenabschätzung vorzunehmen.
  • Der Bußgeldrahmen erhöht sich bei Datenschutzverstößen auf bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes einer Einrichtung.

Zur Information seiner Mitglieder hat der BHP einen Datenschutz-Experten beauftragt, die wesentlichen Zusammenhänge und Grundlagen der DS-GVO für Heilpädagoginnen und Heilpädagogen zusammenzufassen. Die Zusammenfassung „Blick ins neue Datenschutzrecht“ ist allen im BHP als selbstständig gemeldeten Mitgliedern bereits zugegangen und wird zudem in der Ausgabe 3/2018 der BHP Fachzeitschrift heilpaedagogik.de veröffentlicht. Darüber hinaus wird es auf der diesjährigen 52. BHP Bundesfachtagung des BHP einen vertiefenden Vortrag zum DS-GVO geben, auf welchem sich die Teilnehmenden umfassend informieren können.

Die Artikel der Datenschutz-Grundverordnung können Sie unter anderem hier einsehen: https://dsgvo-gesetz.de/

BHP Mitglieder erhalten die Zusammenfassung „Blick ins neue Datenschutzrecht“ auf Anfrage per E-Mail an info@bhpagentur.de.

Behindertenbeauftragter der Bundesregierung: Jürgen Dusel löst Verena Bentele ab

Heute wird Jürgen Dusel als neuer Behindertenbeauftragter der Bundesregierung ins Amt eingeführt. Er folgt damit auf Verena Bentele, die das Amt seit 2014 bekleidete. Der 53-jährige Jurist, der von Geburt an sehbehindert ist, war zuvor seit Mai 2010 der Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen des Landes Brandenburg.

In einem Interview mit dem SWR kündigte Dusel an, sich besonders für das Thema Wohnen einsetzen zu wollen. Sozialer Wohnungsbau sollte grundsätzlich barrierefrei sein, fordert Dusel und kritisiert besonders das Fehlen von barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum in Städten wie auf dem Land.

Der Behindertenbeauftragte wird vom Bundeskabinett jeweils für die Dauer einer Legislaturperiode bestellt. Aufgabe des Amtes ist, darauf hinzuwirken, dass die Verantwortung des Bundes, für gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderungen zu sorgen, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens erfüllt wird.

Lesen Sie hier ein Interview mit dem neuen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen: https://www.swr.de/Behindertenbeauftragter

Aktionstag 5. Mai 2018: Inklusion von Anfang an

Am 5. Mai 2018, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, laden Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe bundesweit zu zahlreichen Aktionen ein. Unter dem Motto „Inklusion von Anfang an“ liegt der Fokus in diesem Jahr insbesondere auf Kindern und Jugendlichen. Ziel der Aktionen rund um den Protesttag ist deshalb, Kinder und Jugendliche, ihre Eltern und Menschen, die in Schulen oder in der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten, stärker für Inklusion zu sensibilisieren und zu gewinnen.

Vom 29. April bis 14. Mai können Menschen in ganz Deutschland an Aktionen zum Protesttag teilnehmen. Wo und wann Angebote und Veranstaltungen in der jeweiligen Stadt stattfinden, erfahren Interessierte unter www.aktion-mensch.de/5mai

Richtigstellung

In der Ausgabe 2/2018 der heilpaedagogik.de ist auf Seite 37 ein Fehler aufgetreten.

Unter der Artikelüberschrift: Gerichtsentscheidung: Ambulante Frühförderleistung für Kinder, die Integrationsleistungen in Kindertagesstätten erhalten, wurde irrtümlich das Aktenzeichen falsch abgedruckt.

Das richtige Aktenzeichen des Sozialgerichtes Nürnberg lautet: S 20 SO 18/14.

Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen!

Diakonie Bayern: Vergütung steigt um 2,6 Prozent

Das Gehalt der Beschäftigten der Diakonie in Bayern steigt ab dem 01. April um 2,6 % — das haben Dienstgeber und Dienstnehmer der Arbeitsrechtlichen Kommission verhandelt.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf folgenden Websiten:

www.ark-bayern.de/Beschluesse
www.ark-bayern.de/Beschlusstext

Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst

Der Tarifabschluss, den Bund, Kommunen sowie die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und der Beamtenbund dbb am gestrigen Mittwoch in Potsdam erzielten, sieht drei Tarifanhebungen während einer Laufzeit von 30 Monaten vor: Rückwirkend zum 01. März 2018 soll es im Schnitt 3,19 % mehr Entgelt geben, ab dem 01. April 2019 noch einmal 3,09 % und zum 01. März 2020 weitere 1,06 %.

Beschäftigte bis zur Entgeltgruppe 6 sollen eine Einmalzahlung von 250 € erhalten. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 30 Monate betragen.

Ver.di Bundesvorsitzender Frank Bsirske spricht vom besten Tarifergebnis seit vielen Jahren. Die Warnstreiks von 220.000 Beschäftigten in den letzten Tagen hätten dazu beigetragen, dass jetzt ein Durchbruch erzielt werden konnte, betonte der ver.di-Vorsitzende.

Niederschrift über die Tarifverhandlungen bei der Tarifrunde 2018 für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen

Im folgenden Dokument können Sie die Ergebnisse der Tarifverhandlungen, inklusive aller Entgelttabellen bis 2020 nachlesen. Bitte beachten Sie, dass die Regelungen bis zum 15. Juni 2018 unter Erklärungsfrist stehen.

180418-tvoed-einigungspapier-gesamtfassung
180418-tvoed-einigungspapier-gesamtfassung
180418-tvoed-einigungspapier-gesamtfassung.pdf
162.6 KiB
66 Downloads
Details

Weitere Informationen finden Sie u. a. hier:

www.wir-sind-es-wert.verdi.de/
www.verdi.de/verditv
www.zeit.de/wirtschaft/2018-04/oeffentlicher-dienst-tarifverhandlungen-einigung-potsdam

 

BHP unterstützt Stellungnahme des VDS zur Kleinen Anfrage der AFD

In einer aktuellen Pressemitteilung verurteilt der Verband Sonderpädagogik e. V. Inhalt und Tenor der kleinen Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion (BT-Drs. 19/1444) wegen der darin geäußerten nicht hinnehmbaren Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen. Der BHP schließt sich der Stellungnahme des VDS vollumfänglich an.

In einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung wollte die AfD Ende März wissen, wie sich die Zahl der Schwerbehinderten seit 2012 entwickelt habe, „insbesondere die durch Heirat innerhalb der Familie entstandenen“ und wie viele davon einen Migrationshintergrund hätten. In ihrer Kleinen Anfrage stellt die AFD somit Behinderung nicht nur als vermeidbare gesellschaftliche Belastung dar, sondern suggeriert Zusammenhänge zwischen kultureller Herkunft, Familienehe und Behinderung.

Der VDS weist in seiner Stellungnahme diese „Verquickung auf das Schärfste zurück“ und fordert mit Verweis auf die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen alle demokratischen Kräfte auf, sich solchen behindertenfeindlichen Tendenzen entschieden entgegenzustellen. Der BHP schließt sich der Stellungnahme des VDS an und unterstützt seine Forderungen in vollem Umfang.

Hier können Sie die Stellungnahme des VDS einsehen.

Internationaler Tag der Heilpädagogik 2018: Interview mit Claudia Kleinert

Interviewfragen an Claudia Kleinert anlässlich des Internationalen Tages der Heilpädagogik am 13. April 2018

Frau Kleinert, seit Anfang 2008 engagieren Sie sich als Botschafterin der Lebenshilfe NRW. In diesem Amt treten Sie für die Belange von Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung ein und haben dafür auch bereits den Medienpreis der Bundesvereinigung Lebenshilfe, den Bobby, verliehen bekommen. Wie sind Sie zu diesem ehrenamtlichen Engagement mit einem Fokus auf die Rechte und Belange von Menschen mit Behinderungen gekommen?

Der damalige Geschäftsführer der Lebenshilfe, Hans Jürgen Wagner, sprach mich auf einer Veranstaltung an, ob ich mir eine Rolle als Botschafterin vorstellen könne. Da ich damals schon für die Rechte von Menschen mit Behinderungen eintrat, habe ich spontan „Ja“ gesagt. Zumal Hans Jürgen Wagner extrem mitreißend für die Lebenshilfe sprach und mich schnell überzeugte, als Botschafterin etwas bewirken zu können.

Welche Aufgaben übernehmen Sie als Botschafterin der Lebenshilfe konkret? Was ist Ihre Kernbotschaft?

Es gibt keine konkreten Aufgaben. Ich versuche, so oft es geht, auf die Belange, Wünsche und Bedürfnisse  von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen. Darauf hinzuweisen, wie wichtig Inklusion und das „sich miteinander  beschäftigen und auseinander zu setzen“ ist. In meinen Augen gibt es Behinderung vor allem dadurch, dass Menschen mit unterschiedlichen Herausforderungen durch Regeln, Gesetze, Vorurteile und auf Grund von Unwissenheit oder Angst im Umgang miteinander behindert werden. So versuche ich als Botschafterin auf Veranstaltungen, in der Presse, in Interviews oder in Gesprächen auf  Missstände oder Missverständnisse aufmerksam zu machen.

Die aktuelle politische Debatte über die Belange von Menschen mit Behinderungen ist stark geprägt durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG). Wie schätzen Sie die wesentlichen Neuerungen des Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen ein?

Dazu könnte ich jetzt wahrscheinlich 3 Seiten füllen. Es ist schon einiges erreicht aber es ist meiner Meinung nach noch ein weiter Weg bis wir bei einer wirklichen Teilhabe, bei Inklusion in allen Belangen und den dazu rechtlichen Grundlagen angekommen sind. Allein zum Thema Mindestlohn oder das Inklusion nichts mit „Gleich machen“ oder „alle einfach gleich behandeln“ zu tun hat sondern weit darüber hinausgeht könnte ich Seiten füllen.

Als Botschafterin der Lebenshilfe engagieren Sie sich für die Teilhabe von Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung und ihrer Familien in unserer Gesellschaft. Erwerbstätigkeit, Teilhabe, Mobilität und Wohnen sind ebenso entscheidende Faktoren auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft wie die gesellschaftliche Einstellung und Bereitschaft dazu. Wie können gesellschaftliche Haltungen zur Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen wirksam verändert werden?

Indem man sich mit Herausforderungen und Problemen, die sich Menschen mit Behinderungen tagtäglich ausgesetzt sehen, auseinander setzt. Wer über solche Faktoren entscheidet, muss meiner Meinung nach mit besonders herausgeforderten Menschen sprechen, ihren Alltag begleiten, sie fragen, wo es hakt und was sie sich wünschen. Nur wenn man Alltag mit begleitet kann man Probleme und alltägliche Behinderungen dieser Menschen wirklich beurteilen. Gesellschaftliche Haltung kann sich nur ändern wenn wir uns miteinander beschäftigen, einander zuhören und miteinander leben.

Anlass dieses Interviews ist der Internationale Tag der Heilpädagogik, der am 13. April dieses Jahres zum zweiten Mal begangen wird. Ist Ihnen die Profession bekannt und was verbinden Sie mit dem Begriff Heilpädagogik?

Bisher habe ich über diesen Begriff, den ich natürlich kenne noch nie wirklich nachgedacht. Das war bisher für mich verbunden mit der Erziehung und Förderung von Kindern, die auf irgendeine Weise besonders herausgefordert sind. Was nicht unbedingt mit Menschen mit Behinderung zu tun haben muss.

Die Heilpädagogik ist überall dort gefragt, wo Menschen jedes Alters aufgrund von sozialem Ausschluss, Beeinträchtigung oder (drohender) Behinderung vor Entwicklungs- und Teilhabebarrieren stehen. Welche Rolle nehmen soziale Berufe wie die Heilpädagogik in Ihrer Wahrnehmung bei dem Abbau gesellschaftlicher Barrieren ein? Was müsste sich aus Ihrer Sicht in den sozialen Berufen gegebenenfalls ändern, um den Abbau von sozialen oder gesellschaftlichen Barrieren zu beschleunigen?

Ich bin der Meinung, dass diesen Berufen eine ganz wichtige Aufgabe zukommt wenn es um den Abbau von gesellschaftlichen Barrieren geht. Denn Barrieren entstehen und halten sich vor allem im Kopf und basieren ganz oft auf Unwissenheit. Aufmerksam machen auf Probleme, auf Barrieren, auf Vorurteile oder vorschnelle Urteile ohne zu wissen, worum es eigentlich genau geht fördert und ermöglicht Ungerechtigkeit. Und Unverständnis. Oder sogar Angst vor dem Umgang miteinander. Die meisten Menschen wissen gar nicht mehr, was Empathie heißt. Um mich in Jemanden hinein versetzen zu können, muss ich aber doch erst einmal wissen, mit welchen Schwierigkeiten oder Herausforderungen mein Gegenüber tagtäglich konfrontiert ist. Das Verständnis für Menschen mit Handicap kann also vor allem durch Menschen mit Erfahrungen geweckt werden. Und das können vor allem diejenigen weitertragen, die sich in sozialen Berufen mit diesen Herausforderungen auseinander setzen.

Wagen wir einen Blick zwanzig Jahre in die Zukunft: Wie kann ein inklusives gesellschaftliches Zusammenleben einer heterogenen Bevölkerung zwischen Menschen mit unterschiedlichsten sozialen oder auch körperlichen Voraussetzungen gelingen?

Durch Interesse füreinander und Verständnis. Durch das Wissen, wie man miteinander am besten umgeht, nämlich mit Respekt und Rücksicht und wie einfach es eigentlich ist, miteinander zu leben. Wenn man sich offen und neugierig auf das Verbindende und Trennende oder auf das Gemeinsame und Unterschiedliche einlässt und sich damit auseinander setzt.

 

 

 

13. April: Internationaler Tag der Heilpädagogik

Bereits zum zweiten Mal begehen die Mitgliedsverbände der Internationalen Gesellschaft heilpädagogischer Berufs- und Fachverbände (IGhB) den Internationalen Tag der Heilpädagogik und bringen damit ihr gemeinsames Anliegen zum Ausdruck, die Bekanntheit und Akzeptanz der Heilpädagogik als Disziplin und Profession zu stärken!

Weiterlesen