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Internationaler Tag der Heilpädagogik: Interview mit Rainer Schmidt

Jedes Jahr am 13. April wird der Internationale Tag der Heilpädagogik begangen. Ziel des Aktionstages ist es, die Profession zu stärken und die Heilpädagogik in der breiten Öffentlichkeit darzustellen. Zu diesem Anlass sprachen wir mit Rainer Schmidt. Der Kabarettist, Vorstand und Pfarrer begegnet den Merkwürdigkeiten seines Lebens mit Humor und lässt andere bei seinen Auftritten daran teilhaben.
Sechs Fragen an Rainer Schmidt, Kabarettist, Pfarrer und Theologischer Vorstand eines diakonischen Sozialunternehmens.

Lieber Herr Schmidt, Ihr Kabarett-Programm „Däumchen drehen“, mit dem Sie schon seit 2014 auftreten, ist stark autobiografisch. Sie beschreiben das Programm als „eine Reise durch die Höhen und Tiefen eines Lebens mit Hindernissen.“ Haben Sie schon immer humorvoll auf Ihre Grenzen geblickt?

Ich hatte tatsächlich das Glück, in einer mit Humor gesegneten Familie aufzuwachsen. Aber selbstverständlich gibt es Phasen im Leben eines heranwachsenden jungen Mannes, während der er seine Hände schmerzlich vermisst. Ich hatte da aber immer Menschen um mich herum, die mich so gemocht haben, wie ich bin. Meine Behinderung wurde also nie dramatisiert und hat auch nicht zum Abbruch von Freundschaften geführt. Das befreit ungemein.

Die Heilpädagogik ist überall dort gefragt, wo Menschen jedes Alters aufgrund von sozialem Ausschluss, Beeinträchtigung oder (drohender) Behinderung vor Entwicklungs- und Teilhabebarrieren stehen. Wie kann der Humor helfen, diese Barrieren abzubauen? Und hilft das auch bei Menschen, bei denen Humor nicht zur Kernkompetenz gehört?

Ich erinnere mich an einen Auftritt in Stuttgart. In der ersten Reihe saß eine Dame, erkennbar blind. Sie hat bei meinem Auftritt schallend gelacht und bitterlich geweint. Nachher kam sie zu mir und sagte: „Es hat mir sehr gutgetan, zu hören, dass ich nicht allein mit meinen Erfahrungen bin.“ Einen humorvollen Umgang mit Behinderung kann man nicht verordnen, aber lachen hilft, nicht Opfer einer Situation zu werden.

Sie waren im vergangenen Jahr auf der BHP-Bundesfachtagung und haben dort viele Heilpädagog:innen kennengelernt. Waren Sie zuvor bereits mit dem Beruf in Berührung gekommen? Und haben Sie seitdem vielleicht sogar einen „heilpädagogischen“ Witz im Programm?

Immer wieder bin ich Heilpädagog:innen begegnet. Ist ja auch ein sehr interessanter Zwitterberuf. Als Pädagog:innen „heilen“ zu können, Respekt. 😊 Das wünsche ich mir ja auch als Pfarrer. Einmal einen Gelähmten heilen können und das natürlich öffentlich während eines Gottesdienstes – und nächste Woche wär die Hütte rappelvoll!

Man liest immer öfter, Inklusion sei inzwischen nichts weiter als ein Modewort. Was bedeutet Inklusion für Sie?

Inklusion ist ganz banal die Kunst des gleichberechtigten Zusammenlebens von sehr verschiedenen Menschen. Es passiert immer wieder und sehr oft in unserer Gesellschaft. Aber leider gibt es hartnäckige Strukturen, die Menschen unnötigerweise voneinander trennen. Es gibt zum Beispiel wunderbare Schulen, wo Hoch- und Tiefbegabte, Jungen und Mädchen, einsprachig und mehrsprachig aufwachsende Kinder wie selbstverständlich zusammen lernen. Dummerweise sind wenige davon in Deutschland. Selbstverständlich gibt es berechtigte Ausschlüsse. Ein Spastiker als Herzchirurg, da würde ich ungerne auf dem OP-Tisch liegen.

Was denken Sie, muss sich in unserer Gesellschaft verändern, um die Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern?

Zentral wichtig sind die Strukturen wie mein Schulbeispiel zeigt. Ein Zweites will ich benennen, worüber kaum jemand spricht und was ich durchaus selbstkritisch meine. Wir müssen aufhören, moralisch zu argumentieren und stattdessen ehrlich sein. Ich kenne viele hauptamtliche Menschen, die für und mit behinderten Menschen arbeiten. Bei einer Veranstaltung habe ich mal gefragt, wer denn privat mit einem geistig behinderten Menschen befreundet sei? Und da sah ich in betrübte Gesichter. Wir haben uns längst
noch nicht daran gewöhnt, dass überall sehr unterschiedliche Menschen auftauchen. Im öffentlichen Raum nicht und im privaten auch nicht. Bei Familienfesten sind die Menschen mit Behinderungen dabei, weil sie schlicht zur Familie gehören. Bei anderen privaten Partys leider oft nicht.

Was möchten Sie Heilpädagog:innen und anderen Fachkräften in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen mit auf den Weg geben?

Ach, ich habe so oft von der Kanzel gepredigt. Längst habe ich mir abgewöhnt, Menschen irgendetwas mit auf den Weg zu geben. Denn ich bin davon überzeugt, dass sich Menschen bei Begegnungen das herauspicken, was für sie wertvoll ist. Es könnte also hier ein kleiner Raum sein für Bemerkungen, die sich der beziehungsweise die Lesende nach diesem Interview notiert. Ich wäre überaus froh, wenn ich einen Gedanken geäußert hätte, der für Heilpädagog:innen nicht völlig selbstverständlich ist.

Weitere Informationen zu Rainer Schmidt: www.schmidt-rainer.com

Neu im BHP-Verlag: Die 360-Grad-Diagnostik in der Heilpädagogik

Diese Neuerscheinung aus dem BHP-Verlag bietet Arbeitsmaterialien für alle, die Teilhabepotenziale im System entdecken und aktivieren wollen. Statt den Blick auf das Individuum zu richten, richtet das menschenrechtliche Verständnis von Behinderung den Fokus auf die äußeren und gesellschaftlichen Bedingungen, die für die Diskriminierung und Aussonderung von Menschen mit Behinderungen verantwortlich sind. Behinderung wird nicht (mehr) als hauptsächlich individuelle Eigenschaft von Menschen gesehen, sondern als Be-hinderung der gesellschaftlichen Teilhabe. Behinderung kann mit diesem Blick aber auch umfassender gedacht werden und Exklusionsrisiken ganz unterschiedlicher Art ebenfalls umfassen, wie beispielsweise Armut, Alter, Geschlecht oder Migrationserfahrungen.

Mit der 360-Grad-Diagnostik von Simone Danz (Professorin für Bildung und soziale Inklusion an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden) und Irmgard Seidel (staatlich anerkannte Heilpädagogin (B.A.)) wird herausgearbeitet, was konkret die Be-hinderung verursacht und wie stattdessen Ent-hinderung erreicht werden kann. Die Publikation enthält Informations- und Arbeitsunterlagen, konkrete Hilfsmittel und Verfahren für die Gestaltung und Reflexion diagnostischer Settings. Ziel ist es, die Sozialraum- und Teilhabeorientierung konkret in heilpädagogische diagnostische Prozesse einzubringen und neben den Entwicklungschancen Betroffener auch die Entwicklungsbedarfe des umgebenden sozialen Systems zu erkennen.

Jetzt erhältlich im BHP-Verlag: Buch im Verlag ansehen.

Neue Folge: Heilpädagogik-Podcast zum Thema Jugendhilfe

Was brauchen Familien, die einen Stolperstein auf ihrem Weg liegen haben? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Gast der heutigen Folge, Thorsten Janssen. Der Diplom-Heilpädagoge, Supervisor und Systemische Berater blickt aus unterschiedlichen Perspektiven auf die ambulante Jugendhilfe: aus der Perspektive eines Heilpädagogen, der seit 15 Jahren in der Jugendhilfe tätig ist, als Unternehmer mit eigener Heilpädagogischen Praxis und nicht zuletzt als Mitglied des Vorstandes des BHP. Seine Ideen und Sichtweisen zum Arbeitsfeld teilt er mit Rihab Chaabane und Philipp Bryant, die viele Fragen zu den zentralen Kompetenzen von Heilpädagog:innen in der Jugendhilfe mitbringen. Ein Gespräch über den Wesenskern der heutigen Jugendhilfe aus der Sicht der Heilpädagogik.

Die Folge „Thorsten Janssen, was bietet die ambulante Jugendhilfe als Arbeitsfeld für Heilpädagog:innen?“ gibt es jetzt auf www.bhponline.de/podcast oder auf den gängigen Podcastplattformen, wie z. B. Spotify.

Wir freuen uns über euer Feedback an podcast@bhponline.de.

Noch mehr zur Arbeit von Heilpädagog:innen gibt es auf unserer Instagram-Seite: www.instagram.com/bhponline.de

Schon angemeldet? Online-Fachtag Inklusives SGB VIII – Beiträge der Heilpädagogik

Der Online-Fachtag am Freitag, den 12.04.2024, informiert zur aktuellen Entwicklung auf dem Weg hin zu einem inklusiven SGB VIII mit besonderem Fokus auf die Bedeutung der Heilpädagogik für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Auf zwei einführende Vorträge folgen vier Denkräume zum Thema, für die sich die Teilnehmenden individuell anmelden können.

Programmablauf

09.30 Uhr Begrüßung und Einführung

09.45 Uhr Kinder- und Jugendhilfe inklusiv gedacht! Reformbedarfe des SGB VIII aus Sicht der Heilpädagogik | Prof.in Dr.in Heidrun Kiessl

11.15 Uhr Inklusive Jugendhilfe – nicht ohne die Heilpädagogik! | Sandra Leginović

12.15 Uhr Pause

13.00 Uhr DenkRäume

  • Setting gestalten – Didaktik variieren – Bildung ermöglichen: Inklusion in der Schule
  • Kinderschutz inklusiv
  • Fokus Jugendamt – Qualifikationsbedarfe für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe
  • Verfahrenslots:innen – Aufgaben, Erfahrungen, Ausblicke

14.30 Uhr Zusammenführung der Ergebnisse

15.00 Uhr Ende

Inhalt der Vorträge

Kinder- und Jugendhilfe inklusiv gedacht! Reformbedarfe des SGB VIII aus Sicht der Heilpädagogik | Prof.in Dr.in Heidrun Kiessl

Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) von 2021 war der Kick-Off für ein verändertes SGB VIII mit einer Weichenstellung hin zu einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Der Prozess dieser Neujustierung (Stand April 2024) ist noch nicht abgeschlossen bringt jedoch Veränderungen mit sich, die in ihrer Relevanz für die Heilpädagogik ausgelotet werden. Mit der Perspektive der Heilpädagogik lassen sich weitere Reformbedarfe des SGB VIII aufzeigen, die für die Implementation einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe essentiell sein können.

Inklusive Jugendhilfe – Nicht ohne die Heilpädagogik! | Sandra Leginović

In diesem Vortrag wird exemplarisch die Heilpädagogische Familienhilfe als Modell in ihrer
Bedeutsamkeit für eine inklusive Jugendhilfe vorgestellt. Wer ist eigentlich die Zielgruppe, was können Inhalte und Angebote sein und wie werden Aufträge umgesetzt? Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Sozialpädagogischen Familienhilfe werden erläutert und der Frage nachgegangen, ob ausschließlich aufsuchende (ambulante) Hilfen zu nachhaltigen Veränderungen in Familiensystemen im Stande sind.

Inhalt der Denkräume

DenkRaum 1: Setting gestalten – Didaktik variieren – Bildung ermöglichen: Inklusion in der Schule

Die Reform des SGB VIII strebt die Zusammenführung der Hilfen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigungen in einem Sozialgesetzbuch an. Der kind- und jugendtypische Bildungsort Schule soll allen Kindern gemeinsame Lernräume ermöglichen. Dieses Ziel erfordert bestimmte Strukturen und Kompetenzen. Der DenkRaum beginnt mit zwei Impulsbeiträgen. Daran schließen Diskussion und Reflexion allgemeiner Chancen und Herausforderungen eines inklusiven Schulsystems an sowie des Gewinns heilpädagogischer Fachkräfte in diesem Feld.

Moderation: Jennie Cremer | Landesfachgruppensprecherin Schule Nordrhein-Westfalen
Impuls 1: Prof. Dr. Reinhard Markowetz | Ludwig-Maximilian-Universität München
Impuls 2: Andrea Gier-Dufern | Fachverband Schulbegleitung

DenkRaum 2: Kinderschutz inklusiv

Die geplante Zusammenführung der Leistungen für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen in einem Sozialgesetzbuch weist auf die Notwendigkeit hin, Fragen des Kinderschutzes und der Kindeswohlgefährdung endlich für Kinder mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen mitzudenken sowie Maßnahmen und Handlungskonzepte zu entwickeln.
Zu Beginn des DenkRaumes werden zuerst die strukturellen Aspekte dargelegt, die im Kontext von Kinderschutz für Kinder mit Beeinträchtigungen von Bedeutung sind. Dieser wird ergänzt durch einen Input, der die heilpädagogisch-fachlichen Fragen erörtert. Im Anschluss sind Zeit und Raum für Fragen und Diskussion vorgesehen.

Moderation: Bianca Zerreis | Bundesfachgruppensprecherin Kinder- und Jugendhilfe
Impuls 1: Reinhold Gravelmann | AFET Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.
Impuls 2: Jessika Kühn-Velten | Kinderschutz-Praxis

DenkRaum 3: Fokus Jugendamt – Qualifikationsbedarfe für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe

Aus einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe ergeben sich verschiedene Qualifikationsbedarfe und im Anschluss daran vielfältige Fragestellungen:
• Wie ist das Jugendamt auf eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe vorbereitet?
• Welche Weiterbildungsbedarfe bei Mitarbeitenden im Allgemeinen Sozialdienst und in Erziehungsberatungsstellen bestehen aus Ihrer Sicht?
• Ist auch eine organisatorische Weiterentwicklung des Jugendamtes notwendig, um den Anforderungen einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe gerecht zu werden?
• Welche Kooperationspartner sind für das Jugendamt von hervorgehobener Bedeutung, wenn es darum geht, inklusive Strukturen in der Kinder- und Jugendhilfe zu erreichen?
• Welchen Beitrag können Heilpädagog:innen/Sonderpädagog:innen leisten, um das Jugendamt auf eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe vorzubereiten?
Im Anschluss an zwei Impulsvorträge findet eine gemeinsame Diskussion statt.
Moderation: Kai-Raphael Timpe | Geschäftsführer BHP e.V.
Impuls 1: Sabine Selzmann | Leiterin Kreisjugendamt Rosenheim
Impuls 2: Jennifer Ludwigs | Jugendamt Groß-Gerau

DenkRaum 4: Verfahrenslots:innen – Aufgaben, Erfahrungen, Ausblicke

Der Reformprozess des SGB VIII intendiert die Zusammenführung der Leistungen für Kinder mit und ohne Behinderungen. Mindestens in den Übergangsphasen erfordert dies von allen Beteiligten (Leistungsberechtigte, Leistungsträger, Leistungserbringer) umfassende Kenntnisse der Leistungsansprüche und entsprechenden Gesetzesbücher, um die notwendigen Leistungen zu beantragen, zu bewilligen und umsetzen zu können. Als Unterstützung insbesondere der Leistungsberechtigten wurde das Amt der:des Verfahrenslots:in geschaffen, die:der Rechtsansprüche identifizieren, bei deren Inanspruchnahme beraten, begleiten und unterstützen sowie das Jugendamt für den Weg einer inklusiven Organisation begleiten sollen.
Im DenkRaum wird die Genese der:des Verfahrenslots:in dargestellt und im Anschluss die Erfahrungen im Kontext eines Modellprojektes berichtet.

Moderation: Dr. Michaela Menth | stellv. Geschäftsführerin BHP e.V.
Impuls 1: Dr. Michaela Menth | stellv. Geschäftsführerin BHP e.V.
Impuls 2: Jana Miller | Verfahrenslotsin Kreisjugendamt Rosenheim

Organisatorisches und Anmeldung

Veranstalter
Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP) e.V.
Herzbergstr. 84
10365 Berlin
T: 030 / 40605060
www.bhponline.de

Termin: Freitag, 12. April 2024, 09.30-15.00 Uhr
Format: Online via Zoom

Tagungsgebühr:
BHP-Mitglieder 75,00 €
Nichtmitglieder 100,00 €

Anmeldung
Für Ihre Anmeldung senden Sie bitte eine E-Mail an info@bhponline.de mit der Angabe Ihres Namens, Ihres Geburtsdatums sowie der Nummer des gewünschten DenkRaumes. Sie erhalten per Mail eine Bestätigung Ihrer Anmeldung sowie eine Rechnung.

Organisatorische Bedingungen
Für Ihre Anmeldung senden Sie bitte eine E-Mail an info@bhponline.de mit der Angabe Ihres Namens, Ihres Geburtsdatums, den Rechnungsempfänger (wenn von Ihnen abweichend) sowie der Nummer des gewünschten DenkRaumes. Sie erhalten per Mail eine Bestätigung Ihrer Anmeldung sowie eine Rechnung. Bitte überweisen Sie die Tagungsgebühr erst nach Erhalt der Rechnung unter Angabe der Rechnungsnummer.

Zugänglichkeit
Sie erhalten den Link zum digitalen Raum am 11. April 2024. Das Videokonferenztool Zoom ist niedrigschwellig zugänglich. Gleichwohl ist eine stabile Netzkapazität an Ihrem Standort wichtig.
Das Videokonferenztool Zoom ermöglicht das Freischalten von Untertiteln. Bitte melden Sie sich, wenn Sie Unterstützung benötigen: michaela.menth@bhponline.de

Bitte beachten Sie für eine Anmeldung unbedingt die organisatorischen Hinweise (Anmeldung per E-Mail an info@bhponline.de mit Vorname, Name, Geburtsdatum, Rechnungsempfänger (falls abweichend) sowie die Nummer des gewünschten DenkRaums).

Hier können Sie den Programmflyer herunterladen:

BHP Flyer Fachtagung Final (1.4 MiB, 765 downloads)

BHP-Vorstand im fachlichen Austausch mit Deutschem Verein zu aktuellen sozialpolitischen Themen

Am 22. März fand im Rahmen der zweiten Vorstandssitzung des Jahres 2024 ein Fachgespräch mit der Geschäftsführerin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge (DV) e.V., Frau Nora Schmidt, statt.

Ein zentraler Gesprächsinhalt war dabei der aktuelle Prozess um ein Ausführungsgesetz zur Ausgestaltung von Leistungen aus einer Hand für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen. Besonderes Augenmerkt wurde dabei auf den Umstand gelegt, dass bestehende Rechtsansprüche um SGB IX in einem reformierten SGB VIII nicht geschwächt werden dürfen. Ebenfalls thematisiert wurde die besondere Rolle der Frühförderung und der Umstand, dass der Frühförderung als Leistungsbereich im Rahmen der Reformüberlegungen mehr Aufmerksamkeit gebührt. Der BHP wird sich hinsichtlich der Frühförderung im Laufe des weiteren Verfahrens noch positionieren.

Darüber hinaus wurde die bildungspolitische Situation in der Ausbildung für Heilpädagog:innen diskutiert. Der BHP befindet sich aktuell im Austausch mit der Kultusministerkonferenz (KMK) hinsichtlich der Zukunft der Fachschulen für Heilpädagogik. Auch der DV wird sich zu dieser Frage positionieren. Im Bereich der Hochschulausbildung befasst sich der BHP mit dem starken Anwachsen von Online-Studiengängen in der Heilpädagogik. Der BHP steht dieser Entwicklung kritisch gegenüber und wird sich auch im Rahmen seiner Tätigkeiten in den Gremien des DV mit der weiteren Entwicklung auseinandersetzen.

Der DV ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer, der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste sowie von Vertreter:innen der Wissenschaft für alle Bereiche des sozialen Dienstleistungssektors. Der BHP ist bereits seit mehr als 20 Jahren Mitglied im DV und wirkt im Fachausschuss soziale Berufe und ehrenamtliches Engagement mit.

BHP und Deutscher Verein werden auch zukünftig in den benannten Fragen im Austausch sein und den Gesprächsfaden fortsetzen.

IGhB lädt zur digitalen Veranstaltung zum Tag der Heilpädagogik ein

Let´s talk about Heilpaedagogic zum Internationalen Tag der Heilpädagogik am 13. April!

Die Internationale Gesellschaft heilpädagogischer Berufs- und Fachverbände (IGhB) lädt zur digitalen Veranstaltung am Samstag, den 13. April 2024 von 10:00 – 12:00 Uhr ein.

Alle Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer:

IGhB Prg Int Tag HP 2024 WEB (528.6 KiB, 122 downloads)

Neue Folge: Heilpädagogik-Podcast zum Thema Schule

Eine inklusive Schule der Zukunft braucht ein interdisziplinäres Team, das die Klasse und die Kinder begleitet, sagt unsere Gästin dieser Folge, Andrea Gier-Dufern. Die Diplom-Heilpädagogin (FH) und anthroposophische Heilpädagogin engagiert sich im Vorstand des Bundesfachverbandes Schulbegleitung und beschäftigt sich seit 2006 mit dem Thema Schulbegleitung. Sie kennt die Besonderheiten und Herausforderungen dieser „Einzelfallhilfe im Territorium der Schule“ genau. Mit unseren Moderator:innen Rihab Chaabane und Philipp Bryant spricht sie über die Bedeutung von Heilpädagogik und Schulbegleitung für gelingende inklusive Prozesse in der Schule.

Die Folge „Andrea Gier-Dufern, was kann die Heilpädagogik zu einer guten Schulbegleitung und einer inklusiven Schule beitragen?“ gibt es jetzt auf www.bhponline.de/podcast oder auf den gängigen Podcastplattformen, z. B. Spotify.

Wir freuen uns über euer Feedback an podcast@bhponline.de.

Noch mehr zur Arbeit von Heilpädagog:innen gibt es auf unserer Instagram-Seite: www.instagram.com/bhponline.de

Jetzt anmelden! Online-Fachtag Inklusives SGB VIII – Beiträge der Heilpädagogik

Vor dem Hintergrund des Ziels eines inklusiven SGB VIII müssen die strukturellen und fachlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe neu gedacht werden. Vor diesem Hintergrund veranstaltet der BHP am Freitag, den 12.04.2024, einen Online-Fachtag zur Reform des SGB VIII. Der Fachtag informiert zur aktuellen Entwicklung auf dem Weg hin zu einem inklusiven SGB VIII mit besonderem Fokus auf die Bedeutung der Heilpädagogik für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Auf zwei einführende Vorträge folgen vier Denkräume zum Thema, für die sich die Teilnehmenden individuell anmelden können.

Programmablauf

09.30 Uhr Begrüßung und Einführung

09.45 Uhr Kinder- und Jugendhilfe inklusiv gedacht! Reformbedarfe des SGB VIII aus Sicht der Heilpädagogik | Prof.in Dr.in Heidrun Kiessl

11.15 Uhr Inklusive Jugendhilfe – nicht ohne die Heilpädagogik! | Sandra Leginović

12.15 Uhr Pause

13.00 Uhr DenkRäume

  • Setting gestalten – Didaktik variieren – Bildung ermöglichen: Inklusion in der Schule
  • Kinderschutz inklusiv
  • Fokus Jugendamt – Qualifikationsbedarfe für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe
  • Verfahrenslots:innen – Aufgaben, Erfahrungen, Ausblicke

14.30 Uhr Zusammenführung der Ergebnisse

15.00 Uhr Ende

Inhalt der Vorträge

Kinder- und Jugendhilfe inklusiv gedacht! Reformbedarfe des SGB VIII aus Sicht der Heilpädagogik | Prof.in Dr.in Heidrun Kiessl

Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) von 2021 war der Kick-Off für ein verändertes SGB VIII mit einer Weichenstellung hin zu einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Der Prozess dieser Neujustierung (Stand April 2024) ist noch nicht abgeschlossen bringt jedoch Veränderungen mit sich, die in ihrer Relevanz für die Heilpädagogik ausgelotet werden. Mit der Perspektive der Heilpädagogik lassen sich weitere Reformbedarfe des SGB VIII aufzeigen, die für die Implementation einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe essentiell sein können.

Inklusive Jugendhilfe – Nicht ohne die Heilpädagogik! | Sandra Leginović

In diesem Vortrag wird exemplarisch die Heilpädagogische Familienhilfe als Modell in ihrer
Bedeutsamkeit für eine inklusive Jugendhilfe vorgestellt. Wer ist eigentlich die Zielgruppe, was können Inhalte und Angebote sein und wie werden Aufträge umgesetzt? Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Sozialpädagogischen Familienhilfe werden erläutert und der Frage nachgegangen, ob ausschließlich aufsuchende (ambulante) Hilfen zu nachhaltigen Veränderungen in Familiensystemen im Stande sind.

Inhalt der Denkräume

DenkRaum 1: Setting gestalten – Didaktik variieren – Bildung ermöglichen: Inklusion in der Schule

Die Reform des SGB VIII strebt die Zusammenführung der Hilfen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigungen in einem Sozialgesetzbuch an. Der kind- und jugendtypische Bildungsort Schule soll allen Kindern gemeinsame Lernräume ermöglichen. Dieses Ziel erfordert bestimmte Strukturen und Kompetenzen. Der DenkRaum beginnt mit zwei Impulsbeiträgen. Daran schließen Diskussion und Reflexion allgemeiner Chancen und Herausforderungen eines inklusiven Schulsystems an sowie des Gewinns heilpädagogischer Fachkräfte in diesem Feld.

Moderation: Jennie Cremer | Landesfachgruppensprecherin Schule Nordrhein-Westfalen
Impuls 1: Prof. Dr. Reinhard Markowetz | Ludwig-Maximilian-Universität München
Impuls 2: Andrea Gier-Dufern | Fachverband Schulbegleitung

DenkRaum 2: Kinderschutz inklusiv

Die geplante Zusammenführung der Leistungen für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen in einem Sozialgesetzbuch weist auf die Notwendigkeit hin, Fragen des Kinderschutzes und der Kindeswohlgefährdung endlich für Kinder mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen mitzudenken sowie Maßnahmen und Handlungskonzepte zu entwickeln.
Zu Beginn des DenkRaumes werden zuerst die strukturellen Aspekte dargelegt, die im Kontext von Kinderschutz für Kinder mit Beeinträchtigungen von Bedeutung sind. Dieser wird ergänzt durch einen Input, der die heilpädagogisch-fachlichen Fragen erörtert. Im Anschluss sind Zeit und Raum für Fragen und Diskussion vorgesehen.

Moderation: Bianca Zerreis | Bundesfachgruppensprecherin Kinder- und Jugendhilfe
Impuls 1: Reinhold Gravelmann | AFET Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.
Impuls 2: Jessika Kühn-Velten | Kinderschutz-Praxis

DenkRaum 3: Fokus Jugendamt – Qualifikationsbedarfe für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe

Aus einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe ergeben sich verschiedene Qualifikationsbedarfe und im Anschluss daran vielfältige Fragestellungen:
• Wie ist das Jugendamt auf eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe vorbereitet?
• Welche Weiterbildungsbedarfe bei Mitarbeitenden im Allgemeinen Sozialdienst und in Erziehungsberatungsstellen bestehen aus Ihrer Sicht?
• Ist auch eine organisatorische Weiterentwicklung des Jugendamtes notwendig, um den Anforderungen einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe gerecht zu werden?
• Welche Kooperationspartner sind für das Jugendamt von hervorgehobener Bedeutung, wenn es darum geht, inklusive Strukturen in der Kinder- und Jugendhilfe zu erreichen?
• Welchen Beitrag können Heilpädagog:innen/Sonderpädagog:innen leisten, um das Jugendamt auf eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe vorzubereiten?
Im Anschluss an zwei Impulsvorträge findet eine gemeinsame Diskussion statt.
Moderation: Kai-Raphael Timpe | Geschäftsführer BHP e.V.
Impuls 1: Sabine Selzmann | Leiterin Kreisjugendamt Rosenheim
Impuls 2: Jennifer Ludwigs | Jugendamt Groß-Gerau

DenkRaum 4: Verfahrenslots:innen – Aufgaben, Erfahrungen, Ausblicke

Der Reformprozess des SGB VIII intendiert die Zusammenführung der Leistungen für Kinder mit und ohne Behinderungen. Mindestens in den Übergangsphasen erfordert dies von allen Beteiligten (Leistungsberechtigte, Leistungsträger, Leistungserbringer) umfassende Kenntnisse der Leistungsansprüche und entsprechenden Gesetzesbücher, um die notwendigen Leistungen zu beantragen, zu bewilligen und umsetzen zu können. Als Unterstützung insbesondere der Leistungsberechtigten wurde das Amt der:des Verfahrenslots:in geschaffen, die:der Rechtsansprüche identifizieren, bei deren Inanspruchnahme beraten, begleiten und unterstützen sowie das Jugendamt für den Weg einer inklusiven Organisation begleiten sollen.
Im DenkRaum wird die Genese der:des Verfahrenslots:in dargestellt und im Anschluss die Erfahrungen im Kontext eines Modellprojektes berichtet.

Moderation: Dr. Michaela Menth | stellv. Geschäftsführerin BHP e.V.
Impuls 1: Dr. Michaela Menth | stellv. Geschäftsführerin BHP e.V.
Impuls 2: Jana Miller | Verfahrenslotsin Kreisjugendamt Rosenheim

Organisatorisches und Anmeldung

Veranstalter
Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP) e.V.
Herzbergstr. 84
10365 Berlin
T: 030 / 40605060
www.bhponline.de

Termin: Freitag, 12. April 2024, 09.30-15.00 Uhr
Format: Online via Zoom

Tagungsgebühr:
BHP-Mitglieder 75,00 €
Nichtmitglieder 100,00 €

Anmeldung
Für Ihre Anmeldung senden Sie bitte eine E-Mail an info@bhponline.de mit der Angabe Ihres Namens, Ihres Geburtsdatums sowie der Nummer des gewünschten DenkRaumes. Sie erhalten per Mail eine Bestätigung Ihrer Anmeldung sowie eine Rechnung.

Organisatorische Bedingungen
Für Ihre Anmeldung senden Sie bitte eine E-Mail an info@bhponline.de mit der Angabe Ihres Namens, Ihres Geburtsdatums, den Rechnungsempfänger (wenn von Ihnen abweichend) sowie der Nummer des gewünschten DenkRaumes. Sie erhalten per Mail eine Bestätigung Ihrer Anmeldung sowie eine Rechnung. Bitte überweisen Sie die Tagungsgebühr erst nach Erhalt der Rechnung unter Angabe der Rechnungsnummer.

Zugänglichkeit
Sie erhalten den Link zum digitalen Raum am 11. April 2024. Das Videokonferenztool Zoom ist niedrigschwellig zugänglich. Gleichwohl ist eine stabile Netzkapazität an Ihrem Standort wichtig.
Das Videokonferenztool Zoom ermöglicht das Freischalten von Untertiteln. Bitte melden Sie sich, wenn Sie Unterstützung benötigen: michaela.menth@bhponline.de

Bitte beachten Sie für eine Anmeldung unbedingt die organisatorischen Hinweise (Anmeldung per E-Mail an info@bhponline.de mit Vorname, Name, Geburtsdatum, Rechnungsempfänger (falls abweichend) sowie die Nummer des gewünschten DenkRaums).

Hier können Sie den Programmflyer herunterladen:

BHP Flyer Fachtagung Final (1.4 MiB, 765 downloads)

Neue Entgeltsätze für isolierte heilpädagogische Leistungen für den Bezirk Oberbayern

Der Arbeitskreis Heilpädagogische Praxen Oberbayern hat im Auftrag des BHP den Entgeltsatz für isolierte heilpädagogische Leistungen für den Bezirk Oberbayern neu verhandelt. Der neue Stundensatz hat eine Laufzeit vom 01.04.2024 bis 31.03.2025.

Isolierte heilpädagogische Maßnahmen

Mit Investitionskosten

Fachleistungsstunden
Einzelförderung66,15 €
2-er Gruppen52,92 €
3-er Gruppen49,62 €
4-er Gruppen46,31 €

Ohne Investitionskosten

Fachleistungsstunden
Einzelförderung55,87 €
2-er Gruppen44,70 €
3-er Gruppen41,90 €
4-er Gruppen39,11 €

Der BHP dankt den beteiligten Praxen für Ihr Engagement. Hier können Sie das ausführliche Schreiben des Bezirks Oberbayern herunterladen:

Bezirk Obb Entgelte 01.04.2024 (unterschrieben) Heilpädagogische Praxen (809.8 KiB, 81 downloads)

 

Neue Folge des Heilpädagogik-Podcast: Wie inklusiv sind unsere Kitas?

Im Februar 2023 schlugen Kita-Fachkräfte Alarm: Der ganzheitliche und inklusive Bildungsbegriff, der in den Bildungsplänen der Bundesländer für die Arbeit in Kitas verankert ist und sich an den individuellen Bildungsansprüchen des Kindes orientiert, ließe sich aufgrund des Fachkräftemangels nicht mehr umsetzen. Dass besonders Kinder, die hohe Bedarfe haben, aus dem auf Leistung orientierten Bildungssystem zunehmend rausfallen, sagt auch Susanne Jonas in der aktuellen Folge des Heilpädagogik-Podcast. Die Diplom-Heilpädagogin, Familientherapeutin und Fachberaterin für Psychotraumatologie hat an der TU-Dortmund im Bereich Heilpädagogik promoviert und leitet eine additiv integrative Tageseinrichtung für Kinder in Nordrhein-Westfalen.

Im Gespräch mit Jan Steffens und Rihab Chaabane beschreibt sie die Heilpädagogik als Bindeglied und „Klebemittel“ zwischen den Professionen in den Kitas und berichtet von der komplexen Arbeit von Heilpädagog:innen in Kitas, die vor der Herausforderung stehen, den unterschiedlichen Vorstellungen z. B. von Eltern, den Anforderungen der Bildungspläne und nicht zuletzt den Kindern selbst und ihrer individuellen Bedarfe gerecht zu werden.

Jetzt reinhören auf unserer Webseite oder z.B. Spotify.

Irgendwas mit Menschen – der Heilpädagogik-Podcast ist eine Produktion des Berufs- und Fachverbandes für Heilpädagogik (BHP) e.V.

Mehr Inhalte rund um die Heilpädagogik gibt es auf unserem Instagram-Kanal:
www.instagram.com/bhponline.de

Wir freuen uns über euer Feedback an podcast@bhponline.de.