Rhythmik als Methode in der heilpädagogischen Praxis
Rhythmen umgeben uns in unserem Alltag überall, sei es in unserem Herzschlag, im Ticken der Uhr, in der Bewegung der Scheibenwischer oder im Wechsel von Tag und Nacht. Schon von Beginn an werden Musik und Bewegung von Menschen lustvoll und intensiv erlebt. Die Methode der Rhythmik setzt genau dort an. Sie macht unterschiedlichste Rhythmen über die Wechselwirkung von Musik und Bewegung erlebbar und regt darüber ganzheitliche Entwicklung und Lernprozesse an. Als elementare Herangehensweise bietet sie vielfältige Chancen, um in heilpädagogischen Kontexten erfolgreich eingesetzt zu werden.
In diesem Seminar stehen das eigene Erleben und praxisbezogene Impulse im Mittelpunkt. Die Grundlagen der Methode der Rhythmik werden gemeinsam erarbeitet und ihre Bedeutung für heilpädagogische Handlungsfelder betrachtet.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Bitte bringen Sie bequeme Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können, mit.
Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Falls jedoch vorhanden, können gerne eigene Instrumente mitgebracht werden.
Die HandFest®-Methode - Puppengefährten® und Puppenspiel als Hilfsmittel in der heilpädagogischen Praxis
Puppen sind kulturübergreifend im Spiel von Kindern zu finden und üben seit jeher eine Faszination aus, die sich bis hin zum Figurentheater für Erwachsene fortträgt. Darüber hinaus können sie auch im heilpädagogischen Handeln mit Kindern eine besondere Bedeutung bekommen und kreativ so eingesetzt werden, dass sie sowohl den Kindern eine Stütze als auch den Fachkräften ihre Möglichkeiten erweitern (z. B. starke Gefühle teilen, "unangemessene" Sprache verwenden u. ä.) können.
In diesem Seminar wird vor allem die Methode HandFest® vorgestellt, welche der Referent auf der Grundlage von aktuellen Forschungsergebnissen und Praxiserfahrungen selber entwickelt hat. HandFest® drückt eine doppelte Bedeutung aus: Erstens ist es ein regelrechtes Fest für die Hand, wenn man weiß, wie man einen PuppengefährtenÒ spielen und mit Freude zum Leben erwecken kann. Zweitens ist es unumgänglich, um bestimmte Prinzipien des Puppenspiels zu wissen sowie mit Verantwortung das Medium Puppe einzusetzen.
Dieses Seminar bietet vor allem einen kreativen Austausch über das Medium "Puppe" und bringt eine Fülle neuer Ideen zum Einsatz von Puppen im Alltag hervor.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Bitte bringen Sie eine eigene (Hand-)Puppe, ein Kuscheltier o. Ä. mit.
Tonfeldtherapie in der Heilpädagogik. Krisen bewältigen und Entwicklung unterstützen durch Stärkung der Selbstwahrnehmung
Wenn Entwicklungstraumata vorliegen, eine Behinderung droht oder bereits festgestellt wurde, ist dies oft eine schwierige Situation für Familien und Angehörige. Ein wichtiger Schritt ist es, die Lage anzunehmen und gleichzeitig die Verselbständigung der betreffenden Person zu unterstützen.
In der professionellen Begleitung braucht es die Kompetenz, Person und Umfeld, in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken und dabei zwischen Übergriffigkeit und notwendiger Hilfe zu unterscheiden.
In diesem Tagesseminar lernen Sie anhand von videobasierten Fallbeispielen die Tonfeldtherapie als grundlegende Entwicklungsbegleitung für Menschen mit und ohne Behinderung kennen. Insbesondere erläutern wir und machen erfahrbar, wie in der Bewegung durch haptische Selbstwahrnehmung Prozesse entstehen, die körperlich, psychisch und mental ausgleichend wirken und damit Entwicklungsschritte ermöglichen – sowohl bei Angehörigen als auch bei den im Zentrum der Begleitung stehenden Personen.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Bitte bequeme Arbeitskleidung, ein kleines Handtuch und wenn möglich eine Latzschürze mitbringen.
Fenster öffnen zur inneren Welt der Kinder. Kreative und projektive Methoden in der heilpädagogischen Arbeit
In der heilpädagogischen Arbeit ist es wichtig und wirksam, Kindern und Jugendlichen Anreize zu bieten, damit sie sich mit ihrer vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Situation kreativ auseinandersetzen. Mit Hilfe von expressiven und experimentellen Methoden können innere Vorgänge und Konflikte bewusst und sichtbar gemacht werden. Sie können die tatsächliche Situation widerspiegeln, aber auch Gefühle, Wünsche, Unsicherheiten und Sehnsüchte zum Ausdruck bringen. Die natürlichen Aspekte kindlicher und jugendlicher Entwicklung, wie Neugier, Fantasie, Spielfreude, Bewegung, Lernbereitschaft und Imaginationsfähigkeit werden genutzt, um Lösungsprozesse anzuregen und zu fördern. Entscheidend ist nicht das Ergebnis, sondern das Tun und das Sich-darauf-Einlassen.
Im Seminar werden Methoden, Techniken und Verfahren vorgestellt und ausprobiert, die sich in jahrelanger Praxis bewährt haben.
Es sind Übungen und Interventionen, die mit wenig Aufwand umzusetzen sind: Biografisches Arbeiten, Metaphernarbeit, Therapeutische Geschichten, Arbeiten mit dem Werkstoff Ton, Embodiment, Zauberexperimente, Ressourcenarbeit, Rituale, "Merk"-würdige Methoden, projektive Verfahren, Achtsamkeitsübungen, Philosophische Spiele, Time Line u. v. m.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages! Clowning als Ressource für heilpädagogisches Handeln nutzen
Wer morgens einen Clown frühstückt, hat tagsüber definitiv genug zu lachen. So heißt es etwas salopp formuliert und dennoch ist in diesem Spruch eine tiefe Wahrheit enthalten: Mit einer guten Portion Humor lassen sich die Herausforderungen des heilpädagogischen Alltags oftmals leichter und auch besser bewältigen.
Der Clown kann uns dabei sowohl ein Vorbild, als auch ein Richtungsweiser sein. Er ist per se offen für neue Erfahrungen und neugierig auf eigentlich alles um ihn herum. Wie Kinder geht der Clown staunend durch die Welt. Seine Naivität ist eine Ressource dafür, neue Dinge zu entdecken. Der Clown wertet nicht und nimmt vorurteilsfrei Kontakt zu anderen Menschen auf. Er diskutiert nicht, sondern handelt. Er lässt sich von seinen Gefühlen leiten und nimmt jedes Scheitern als Chance wahr. Der Clown trägt eine unerschütterliche Zustimmung für das Leben in sich und sagt „Ja!“ zu neuen Ideen und Impulsen. Er ist die personifizierte Selbstfürsorgestrategie!
In diesem Seminar entdecken Sie über unterschiedliche Spiele, Übungen und Techniken das Wesen des Clowns zu erfassen und in Ihr eigenes persönliches Selbstkonzept zu integrieren. Gemeinsam stellen wir durchgängig Bezüge zu unserer heilpädagogischen Identität und Arbeit her, um die neuen Erfahrungen und Gelerntes direkt übertragen zu können.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Heilpädagogische Kleingruppenangebote für den Erwerb von Sozialspielkompetenzen
Kinder erwerben und erweitern Sozialkompetenzen vor allem im gemeinsamen Spiel. Sie erleben Begegnung, Kooperation, Konflikte und Versöhnung und entwickeln dabei wichtige Kompetenzen für ihre soziale und emotionale Teilhabe. Heilpädagogische Gruppen- und Kleingruppenangebote bieten einen geschützten Rahmen, in dem Entwicklungsprozesse individuell begleitet, soziale Beziehungen gestaltet und inklusive Erfahrungen ermöglicht werden. Dabei bilden sowohl strukturierte als auch offene Spielangebote wertvolle Lern- und Erfahrungsräume.
Für die Gestaltung heilpädagogischer Gruppenangebote sind unterschiedliche Faktoren wie Gruppenzusammensetzung, Gruppengröße, Ziele, Entwicklungsstand und individuelle Bedürfnisse der Kinder von Bedeutung. Im Seminar werden verschiedene methodische Ansätze und Settings vorgestellt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für soziale Interaktion, Partizipation und die Entwicklung von Sozialspielkompetenzen reflektiert. Gemeinsam werden praxisnahe Ideen entwickelt, wie inklusive Spiel- und Gruppenprozesse auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen gestaltet werden können.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Die weitreichenden Folgen von Vernachlässigung für die Gemeinschaftsfähigkeit. Neurowissenschaftliche Erkundungen für heilpädagogisches Handeln
Eine heilpädagogische Haltung sowie kongruente Handlungskompetenzen gegenüber Kindern und Jugendlichen zu entwickeln, die unter Entwicklungsbedingungen aufwachsen, die zu einer seelischen Behinderung führen können, ist berufspolitisch, fachlich, gesellschaftlich und sozialpolitisch aktuell und unterstreicht die Bedeutung der Zielperspektive Inklusives SGB VIII.
Einer Grenzüberschreitung, die ohnmächtig macht, “ohne Macht“ zu begegnen, ist eine der zentralen Kernherausforderungen, die Kinder und Jugendliche mit geringen Gemeinschaftsfähigkeiten an Heilpädagog:innen stellt.
Eine mögliche Ursache herausfordernden Verhaltens liegt in Erfahrungen der Vernachlässigung. Das Wissen um die neurobiologischen Auswirkungen von Vernachlässigung auf das Verhalten, ermöglicht es, Grenzerfahrungen im Berufsalltag mit einer reflektierten heilpädagogischen Haltung zu begegnen und gemeinsam konstruktive Handlungsstrategien zu entwickeln.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
neurowissenschaftliche Erkenntnisse für heilpädagogisches Handeln reflektieren.
Impulse aus dem Kinderpsychodrama für die inklusive Arbeit in KiTa und Hort/Grundschule
Inklusion und Teilhabe-Sicherung für alle Kinder sind hochkomplexe Aufgaben im heilpädagogischen Alltag mit Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen – Behinderungen, Verhaltensbesonderheiten, kommunikativen Herausforderungen - in Gefahr sind, von kindlichen Aktivitäten in der Gleichaltrigengruppe ausgeschlossen zu werden. Zum anderen arbeiten wir in Institutionen, die immer noch auf der Suche sind, die Idee der Inklusion umzusetzen.
Hilfreiche Impulse finden wir in der gruppentherapeutischen Methode des Kinderpsychodrama: In strukturierten und verlässlichen Kleingruppenangeboten können wir Kinder im Rollenspiel fördern und begleiten und dabei die Herausforderungen für jedes Kind individualisieren, gleichzeitig mit den Kindern soziale Kompetenzen aufbauen und stabilisieren. Über das Spiel in der Gruppe erleben die Kinder sich als selbstwirksam und als attraktive Spielpartner, und werden von den anderen Kindern auch als solche wahrgenommen. Sie erleben, dass ihre individuellen Themen und Bedürfnisse im Spiel ihren Platz finden und dass Konflikte gelöst werden können. So können Erfahrungen aus der heilpädagogischen Gruppe auch in den Alltag übertragen werden.
Sie lernen das Kinderpsychodrama als heilpädagogische Methode kennen, mit einem fokussierten Blick auf Möglichkeiten der Teilhabe aller Kinder in der Peer-Gruppe.
Psychosoziale Belastungen für Kinder und Jugendliche im Kontext wenig resilienter Bildungs- und Betreuungssysteme
Die Corona-Pandemie von 2020-2022 führte dazu, dass Kinder und Jugendliche von Angeboten der Bildung und Betreuung ausgeschlossen waren und auch Kontakte zu Freunden und Verwandten stark eingeschränkt waren. Auch mehrere Jahre nach der Pandemie hat sich das System der Kindertagesbetreuung hiervon noch nicht erholt. Der Fachkräftemangel, insbesondere aber die häufigen Personalausfälle erzwingen Einschränkungen der Öffnungszeiten. Familien sind erneut auf sich zurückgeworfen. Dies hat Auswirkungen auf Befinden und Gesundheit sowie die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen. Und hiervon sind unterschiedliche Zielgruppen in unterschiedlichem Maße betroffen.
In einem Vortrag werden aktuelle Forschungsergebnisse zum Aufwachsen in diesen Krisenzeiten vorgestellt. Im gemeinsamen Gespräch werden die Handlungsbedarfe herausgearbeitet und Handlungsansätze diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Kooperation von Bildungs-, Betreuungs- und Gesundheitssystem gelegt.
Mit Unterstützung entscheiden: Selbstbestimmung von Menschen mit komplexen Behinderungen möglich machen
Entscheidungen sind ein wesentliches Merkmal eines selbstbestimmten Lebens. Täglich sind wir mit einer Vielzahl von Wahlmöglichkeiten konfrontiert, die eine Entscheidung erforderlich machen oder ermöglichen.
Menschen mit komplexen Behinderungen sind an dieser Stelle erschwerten Bedingungen ausgesetzt. Abgesehen von begrenzten Möglichkeiten hinsichtlich ihrer Gestaltungsspielräume und damit einhergehenden Wunsch- und Wahlmöglichkeiten, sind sie im Verstehen und Verständigen auf Unterstützung angewiesen, was es erforderlich macht, dass Entscheidungsprozesse unterstützend begleitet oder gestaltet werden müssen.
Das Konzept der Unterstützenden Entscheidungsfindung (Watson, 2016) bietet hier einen praxisnahen Zugang, der sich explizit an Menschen mit komplexen Behinderungen und ihre Unterstützenden richtet.
Die "Intensiv-Erkundung" wird von Wiebke Kühl als Expertin für Persönliche Zukunftsplanung moderiert und durch Dr. Caren Keeley (Universität zu Köln) mit einem Impulsvortrag eingeleitet. In diesem wird ein kurzer Rahmen zur (Lebens-) Situation von Menschen mit komplexen Behinderungen dargestellt um anschließend das Konzept zur Unterstützenden Entscheidungsfindung vorzustellen und Ansatzpunkte für die weitere Diskussion zu skizzieren.
Daran anknüpfend werden gemeinsam Möglichkeiten der methodischen Umsetzung entwickelt, durchdacht und für die Praxis anhand von eingebrachten Fallbeispielen reflektiert.
