Methoden ressourcenorientierter Begleitung: Körperorientierte Traumaarbeit
Traumatisierende Erlebnisse werden im Körpergedächtnis gespeichert. Aus diesem Grunde sind körperorientierte Übungen von hoher Bedeutung für die Be- und Verarbeitung von Traumata – ein rein kognitiv orientiertes therapeutisches Vorgehen greift in der Regel zu kurz. Der Zugang über den Körper hat sich als konstruktiv in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit traumatisierenden Erfahrungen erwiesen, da sie sich dadurch stabilisieren und erneut Selbstwirksamkeitsüberzeugungen gewinnen. Da die Heilpädagogik den Menschen als Individuum in seiner Einzigartigkeit als auch in seiner Ganzheit betrachtet, werden Handlungsstrategien sowohl individuell als auch bedürfnis- und ressourcenorientiert entwickelt.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Heilpädagogische Traumaarbeit: Methoden ressourcenorientierter Begleitung: Bindung - ein kindliches Grundbedürfnis
Schwerpunkt dieses Moduls ist die heilpädagogische Arbeit unter Berücksichtigung der Bindungstheorie. Eine sichere Bindung zählt zu den kindlichen Grundbedürfnissen. Die emotionale Bindung zu einer Bindungsperson und die erlernten Bindungsstrategien spielen eine erhebliche Rolle in der Entwicklung eines Menschen.
Gelernte Bindungsmuster prägen und begleiten uns vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter. Bindungsangebote müssen feinfühlig auf die jeweiligen Bedürfnisse eines Kindes abgestimmt sein, dann können sie z. B. ein Kind trösten oder helfen Stress zu regulieren; ungünstige oder fehlende Bindungsangebote können Kinder verletzen oder traumatisieren.
Häufig geben Eltern ihre eigenen Bindungserfahrungen an die Kinder weiter, die These der transgenerationalen Weitergabe erklärt das „Vererben“ von günstigem und ungünstigem Bindungsverhalten der Eltern an die Kinder.
In der heilpädagogischen Arbeit geht es unter anderem darum, traumatisierte Kinder oder Jugendliche zu stabilisieren, vor weiteren Traumatisierungen zu schützen und den Aufbau stabiler Bindungen mit Bindungspersonen zu unterstützen.
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Methoden ressourcenorientierter Begleitung: Kultursensibles Verstehen und Handeln in der Heilpädagogischen Traumaarbeit
Dieses Modul verbindet fundiertes Wissen über Trauma und Migration mit der bewussten Auseinandersetzung mit kultureller Identität.
Ein vertieftes Verständnis von Traumafolgestörungen im Kontext von Flucht, Vertreibung und Migration sensibilisiert für die besonderen Herausforderungen, die Kinder und Eltern durch Heimatverlust erleben. Gleichzeitig wird die eigene kulturelle Identität reflektiert, um mit größerer Sensibilität und Offenheit auf betroffene Familien zugehen zu können.
Neben theoretischen Grundlagen und fachlichen Inputs stehen Fallbeispielen und praxisnahe Übungen im Mittelpunkt. Damit einhergehend werden Methoden erprobt, die den Zugang zu Kindern und Eltern mit internationalem Familienhintergrund erleichtern und die heilpädagogische (Trauma-)Arbeit langfristig stärken.
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Heilpädagogische Traumaarbeit: Methoden ressourcenorientierter Begleitung: Verzerrungen entflechten - Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und traumatisierenden Erfahrungen heilpädagogisch begleiten
Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung tragen ein signifikant höheres Risiko für eine psychische Erkrankung (vgl. Lotz, 1994; Dosen, 1997), so auch für eine akute Belastungsreaktion oder eine posttraumatische Belastungsstörung. Obwohl der Sachverhalt selbst sowie die dazu führenden Bedingungen immer besser erforscht sind, überwiegen mitunter Unsicherheit und wenig spezifisches Wissen über Menschen mit geistiger Behinderung und traumatischen Erfahrungen. Gerade kontinuierliche, anschwellende small-t-Traumata können zum Entstehen einer traumatischen Erkrankung beitragen. Während viele anerkannte Methoden und Konzepte der Psychotraumatologie auf den Einsatz der Verbalsprache setzen, benötigen Menschen mit geistiger Behinderung Hilfemöglichkeiten in leichter Sprache und mit einem Fokus auf Körperwahrnehmung. So ist es nicht verwunderlich, dass es Menschen mit geistiger Behinderung erschwert ist,eine:n geeignete:n Psychotherapeut:in zu finden.
Im Zentrum des Moduls stehen Methoden und Strategien, welche integriert in ein heilpädagogisches Handlungskonzept mit dem traumatisierten Menschen Halt und Stabilität erarbeiten wollen.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Im Vorfeld des Moduls erhalten Sie Aufgaben zur Vorbereitung; Ihre Überlegungen, Erfahrungen und Erkenntnisse werden aufgegriffen und mit Reflexionsimpulsen vertieft. Bitte planen Sie hierfür etwa zwei Stunden extra ein.
Heilpädagogische Traumaarbeit: Sekundäre Traumatisierung | Psychohygiene
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen begegnen in ihrem professionellen Alltag Menschen, die sich durch deutlich auffallendes Verhalten auszeichnen.
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit traumatisierenden Erfahrungen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Empathie mit der anderen Person und Schutz des eigenen Selbst. Das Hören von Erzählungen traumatisierender Erlebnisse und die Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen kann zur sog. sekundären Traumatisierung führen, d. h. zu einer Traumatisierung, die nicht aus einem direkten Erlebnis resultiert, sondern aus zu hoher Anteilnahme am Schicksal des anderen.
Arbeiten an Selbstfürsorge und Psychohygiene stellen einen essentiellen Teil heilpädagogischer Fachlichkeit dar. Neben Selbstreflexion stellen leiblich-ästhetisch-sinnliche Erfahrungen eine bedeutsame Ressource für die eigene Person dar. Ausgehend von dieser Annahme wird die Feldenkrais-Methode vorgestellt, in Übungen erfahren sowie deren Wirkungen reflektiert.
Das Seminar wird in dynamischen Wechseln zwischen theoretischen Anteilen und praktischen Übungen gestaltet.
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Pflichtbestandteil für das Zertifikat Heilpädagogische Traumaarbeit
Methoden ressourcenorientierter Begleitung: Systemische Ansätze in der Heilpädagogischen Traumaarbeit
Wenn Trauma auf Beziehung trifft, braucht es mehr als nur Fachwissen, es braucht auch Haltung. Traumatische Erlebnisse betreffen nie nur eine einzelne Person, sie hinterlassen Spuren in Beziehungen, in Familien, in Teams. Die Erfahrung einer verlässlichen sozialen Beziehung erweist sich in der heilpädagogischen Traumaarbeit als besonders wirksam und gibt allen Betroffenen die Chance, belastete Beziehungen neu zu ordnen und zu korrigieren.
Vor diesem Hintergrund beantwortet das Seminar, was Verhalten im Kontext von Trauma bedeutet und wie wir Symptome nicht nur sehen, sondern verstehen und damit neue Möglichkeiten in unserer heilpädagogischen Arbeit schaffen können. Gemeinsam werden eigene und institutionelle Ressourcen beleuchtet und die Dynamiken von Trauma und Beziehung analysiert.
Das Seminar ist eine Einladung an alle, die in ihrer heilpädagogischen Arbeit wirksam begleiten wollen – mit Haltung, Perspektivwechsel und einem klaren Blick auf Ressourcen.
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Diagnostisches Annähern in der Heilpädagogischen Traumaarbeit
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen begegnen in ihrem professionellen Alltag Menschen, die sich durch deutlich auffallendes Verhalten auszeichnen.
Es ist wichtig zu erkennen, dass auffälliges Verhalten in mitunter bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Bewältigungsstrategien traumatisierender Erfahrungen begründet liegt. Erkenntnisse der Traumatologieforschung in Verbindung mit entwicklungspsychologischen Ansätzen sowie spezielle diagnostische Verfahren eröffnen hier neue Perspektiven, das Verhalten des Gegenübers besser einordnen zu können. In Verbindung mit dem ganzheitlichen und verstehensorientierten Ansatz der Heilpädagogik werden somit Grundlagen geschaffen, das Erleben der Menschen mit Traumatisierungen empathisch begleiten zu können.
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Pflichtbestandteil für das Zertifikat Heilpädagogische Traumaarbeit
Heilpädagogische Traumaarbeit: Methoden ressourcenorientierter Begleitung: Entwickeln eines Narrativs
Geschichten haben in der (heil-)pädagogischen und therapeutischen Arbeit eine lange Tradition. In der Trauma-Arbeit können Geschichten auch im vorsprachlichen Alter zur Bearbeitung von belastenden Ereignissen eingesetzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder von sich aus auf Märchen zurückgreifen, die sie mit ihrer Lebensgeschichte in Verbindung bringen. Diese Beobachtung wird aufgegriffen, um eine individuelle Geschichte für eine Person zu entwickeln.
Das Ziel der Geschichte ist u. a. den Ereignissen eine narrative Form und damit einen Sinn zu geben, damit das Kind (und die Eltern) das Ereignis in die eigene Biographie integrieren und eine unterbrochene Entwicklung wieder in Gang kommen kann.
Das Narrativ ermöglicht psychischen Abstand und damit Schutz vor Retraumatisierung, obwohl sich das Kind in die Auseinandersetzung mit dem Trauma begibt. Gleichzeitig findet eine Begegnung mit dem verletzten inneren Kind statt.
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Heilpädagogische Traumaarbeit Basismodul II: Traumafolgestörungen im Zusammenhang zum Entwicklungsalter
Mit neuem Wissen aus den Forschungsfeldern der Entwicklungspathologie, der Neurobiologie und der Verhaltensbiologie gewann die Perspektive des "kindlichen Entwicklungstraumas" eine immer größere Bedeutung in Pädagogik und Therapie für Kinder und Jugendliche. Damit geraten unzureichendes und dysfunktionales Bindungsangebot, Bindungsabbrüche, Vernachlässigung, inadäquate Versorgung und Misshandlung in den Fokus der Traumaforschung. Symptome bei Kindern und Jugendlichen, d. h. Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten, werden mit der "Brille" des posttraumatischen Störungsbildes betrachtet, verstanden und heilpädagogisch-traumapädagogisch begleitet. Das Wissen über transgenerationale Weitergabe von Traumata wird breiter. Die Verursacher und Verursacherinnen kommen in der Regel aus dem Nahbereich des Kindes, deshalb werden Kind und Familie in den Blick genommen. Ressourcen und Grenzen des Systems müssen erfasst und systemtherapeutische Lösungswege beschritten werden. Wesentliches Ziel dabei ist, das Kind vor weiterer Traumatisierung zu schützen.
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Pflichtbestandteil für das Zertifikat Heilpädagogische Traumaarbeit
Heilpädagogische Traumaarbeit: Evaluationsmodul
Das Evaluationsmodul oder Kolloquium gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihren eigenen Prozess zusammenzufassen, zu reflektieren und dadurch zu vertiefen. Um dies sichtbar zu machen, reichen Sie eine schriftliche Ausarbeitung ein, in der Sie entweder
Die schriftliche Ausarbeitung präsentieren Sie vor der Gruppe (Zeitrahmen: 30 Min.). Eine vom BHP beauftragte Person nimmt daran teil.
