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Projektive Verfahren in der heilpädagogischen Praxis - phänomenologisch befragt

Projektive Verfahren versprechen einen besonderen Zugang zu inneren Erlebniswelten, Beziehungserfahrungen und unbewussten psychodynamischen Prozessen zu ermöglichen. Im Unterschied zu standardisierten Testverfahren steht dabei weniger die objektive Messung einzelner Merkmale als das Verstehen individueller Bedeutungs- und Gestaltungsweisen im Vordergrund. Aus psychodynamischer Perspektive können projektive Ausdrucksformen, so die Annahme, Hinweise darauf geben, wie ein Mensch seine innere und äußere Welt wahrnimmt, verarbeitet und gestaltet.

Insofern verstehende Zugänge für die heilpädagogische Praxis von zentraler Bedeutung sind, könnten projektive Verfahren über unterschiedliche Alters- und Entwicklungsstufen hinweg eine wertvolle Erweiterung des heilpädagogischen Methodenarsenals darstellen. Sie eröffnen die Möglichkeit, individuelle Ausdrucksformen dahingehend zu befragen, was sich in ihnen zeigt und welche Bedeutung sie im jeweiligen Entwicklungs-, Beziehungs- und Lebenskontext haben. Zugleich lassen sich aus der Sicht einer phänomenologisch orientierten Heilpädagogik kritische Rückfragen an projektive Verfahren stellen. Vor allem aus Sicht einer Phänomenologie, die in Anlehnung an Bernhard Waldenfels dem Phänomen der Fremdheit Rechnung zu tragen versucht, ist zu hinterfragen: Stellt die Verheißung, einen privilegierten Zugang zu inneren Erlebniswelten und unbewussten psychodynamischen Prozessen zu garantieren, nicht auch eine ethisch bedeutsame Anmaßung dar? Vor diesem Hintergrund gehen mit der Implementierung projektiver Verfahren in heilpädagogische Praxis nicht nur methodische, sondern auch grundlegende Fragen einher: Welche Rolle spielen Grenzen des Verstehens für Heilpädagogische Professionalität.


Unterstützte Kommunikation: - Anbahnung von Dialogen mit Menschen des Autismus-Spektrums

Kommunikation ist entscheidend für die Teilhabe in fast allen Lebensbereichen und Lebensvollzügen mit persönlichem Kontakt. Behinderungsbedingte Beeinträchtigungen der Kommunikation haben meist starke Teilhabe-Einschränkungen zur Folge.

Unterstützte Kommunikation ist ein bewährtes Konzept zur Entwicklung von Kommunikationsmöglichkeiten und zur Anbahnung von Dialogen. Aufgrund des autismusspezifischen Wahrnehmungs-, Denk- und Lernstils greifen klassische Lernstrategien in diesem Bereich häufig nicht. Erfahrungen von Fachkräften zeigen, dass mitunter nicht verbal oder minimal-verbal kommunizierende Menschen des Autismus-Spektrums trotz Übung die UK-Medien nur wenig eigeninitiativ nutzen.

Diesen Aspekten soll im Vertiefungsseminar auf den Grund gegangen werden.

Nach Impulsvorträgen zu den Wegen und Ebenen von UK, die mit Blick auf Menschen des Autismus-Spektrums auf Erweiterung der sozio-kommunikativen Fähigkeiten mit Schwerpunkt auf die Beeinträchtigungen der Sprachproduktion und/oder des Sprachverständnisses zielen, erfolgen gemeinsame Suchbewegungen mit den Teilnehmenden.

Das Online-Seminar thematisiert folgende Aspekte:

  • Mittel und Dimensionen der Unterstützten Kommunikation
  • Initiierung von Kommunikation zur Äußerung von Gedanken, Bedürfnissen, Gefühlen usw.
  • Kommunikationsbedarfe und -barrieren von Menschen des Autismus-Spektrums

  • Die Reflexion praktischer Erfahrungen zur Vertiefung von Handlungskompetenzen steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Vor dem Hintergrund sind Fallbeispiele der Teilnehmenden erwünscht und willkommen.

    Die Veranstaltung setzt Kenntnisse im Feld UK mit Menschen des Autismus-Spektrums voraus.


    Einfach selbst schreiben - Entwicklung individueller heilpädagogisch-therapeutischer Geschichten für Kinder

    Individuelle heilpädagogisch-therapeutische Geschichten können Kinder auf verschiedene Weisen ansprechen und erreichen. Stärken und Ressourcen werden sichtbar gemacht. Bisher als Problem wahrgenommene Verhaltensweisen können umgedeutet und neue Blickwinkel angeboten werden. Ebenso kann das Kind erkennen, dass es mit seinen Schwierigkeiten nicht alleine ist und neue Hoffnung entwickeln. Geschichten helfen dabei, Zusammenhänge oder bisher Unverständliches zu verstehen.

    Vor dem Hintergrund tritt die entwicklungsförderliche Wirkung individuell verfasster Geschichten hervor. Für diese Geschichten ist es hilfreich, Elemente aus der Lebenswelt des betreffenden Kindes sowie verschiedene sensorische Elemente und Suggestionen einzubringen. Mit etwas Handwerkszeug und Übung ist es möglich, in kurzer Zeit eine neue Geschichte entstehen zu lassen, die ein Kind besonders ansprechen kann. Nicht zuletzt erreichen solche Geschichten, wenn sie ausgedruckt und mitgegeben werden, auch die Eltern und andere Netzwerkpartner:innen und können als Teil der Beratung eingesetzt werden.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Bedeutung und Wirkung von Geschichten in der heilpädagogischen Arbeit mit Kindern beschreiben,
  • den Aufbau therapeutischer Geschichten darlegen,
  • therapeutische Geschichten in der heilpädagogischen Arbeit einsetzen,
  • die notwendigen Informationen für das Schreiben therapeutischer Geschichten erfragen und zusammentragen, 
  • sensorische Elemente in die Geschichte einweben,
  • individuelle therapeutische Geschichten entwickeln.


  • Impulse aus dem Kinderpsychodrama für die inklusive Arbeit in KiTa und Hort/Grundschule

    Inklusion und Teilhabe-Sicherung für alle Kinder sind hochkomplexe Aufgaben im heilpädagogischen Alltag mit Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen – Behinderungen, Verhaltensbesonderheiten, kommunikativen Herausforderungen - in Gefahr sind, von kindlichen Aktivitäten in der Gleichaltrigengruppe ausgeschlossen zu werden. Zum anderen arbeiten wir in Institutionen, die immer noch auf der Suche sind, die Idee der Inklusion umzusetzen.

    Hilfreiche Impulse finden wir in der gruppentherapeutischen Methode des Kinderpsychodrama: In strukturierten und verlässlichen Kleingruppenangeboten können wir Kinder im Rollenspiel fördern und begleiten und dabei die Herausforderungen für jedes Kind individualisieren, gleichzeitig mit den Kindern soziale Kompetenzen aufbauen und stabilisieren. Über das Spiel in der Gruppe erleben die Kinder sich als selbstwirksam und als attraktive Spielpartner, und werden von den anderen Kindern auch als solche wahrgenommen. Sie erleben, dass ihre individuellen Themen und Bedürfnisse im Spiel ihren Platz finden und dass Konflikte gelöst werden können. So können Erfahrungen aus der heilpädagogischen Gruppe auch in den Alltag übertragen werden.

    Sie lernen das Kinderpsychodrama als heilpädagogische Methode kennen, mit einem fokussierten Blick auf Möglichkeiten der Teilhabe aller Kinder in der Peer-Gruppe.


    Psychosoziale Belastungen für Kinder und Jugendliche im Kontext wenig resilienter Bildungs- und Betreuungssysteme

    Die Corona-Pandemie von 2020-2022 führte dazu, dass Kinder und Jugendliche von Angeboten der Bildung und Betreuung ausgeschlossen waren und auch Kontakte zu Freunden und Verwandten stark eingeschränkt waren. Auch mehrere Jahre nach der Pandemie hat sich das System der Kindertagesbetreuung hiervon noch nicht erholt. Der Fachkräftemangel, insbesondere aber die häufigen Personalausfälle erzwingen Einschränkungen der Öffnungszeiten. Familien sind erneut auf sich zurückgeworfen. Dies hat Auswirkungen auf Befinden und Gesundheit sowie die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen. Und hiervon sind unterschiedliche Zielgruppen in unterschiedlichem Maße betroffen.

    In einem Vortrag werden aktuelle Forschungsergebnisse zum Aufwachsen in diesen Krisenzeiten vorgestellt. Im gemeinsamen Gespräch werden die Handlungsbedarfe herausgearbeitet und Handlungsansätze diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Kooperation von Bildungs-, Betreuungs- und Gesundheitssystem gelegt.


    Mit wenigen Worten - Partizipation für Kinder durch Unterstützte Kommunikation

    Sie als heilpädagogische und pädagogische Fachkräfte haben in ihrem Alltag häufig mit Kindern zu tun, die sich (noch) nicht umfassend lautsprachlich oder in der deutschen Sprache ausdrücken können.
    Geht es Ihnen auch so, dass Sie sich für den Aufbau positiver Beziehungen einfache und effektive Möglichkeiten der Verständigung wünschen, um den Kindern Wege der Partizipation zu ermöglichen?

    In diesem Workshop sind Aha-Momente garantiert, weil Sie in die Selbsterfahrung gehen, wie simpel und effizient Partizipation in der Praxis erlebbar gemacht werden kann.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Zusammenhang von Partizipation und Kommunikation beschreiben,
  • Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) einsetzen,
  • bildgestützte Kommunikation in der Praxis anwenden.


  • Hier rede ich! Zum Grundverständnis des selektiven Mutismus bei Kindern und Jugendlichen

    Selektiver Mutismus wird als dauerhaftes, wiederkehrendes Schweigen in bestimmten

    Situationen und/oder gegenüber bestimmten Personen sowie trotz vorhandener Sprechfähigkeit, definiert.

    Ein Beispiel:
    Die Eltern berichten, dass das Kind zu Hause "wasserfallartig" sprechen würde, aber in der Schule oder der Kita nur leise mit einzelnen Kindern spreche. Wird das Kind von Fremden angesprochen, antwortet es nicht und wirkt wie eingefroren. Der Blick wendet sich ab, der Körper wirkt unbeweglich.

    Diese und andere Merkmale werden oft beschrieben. Darüber hinaus gibt es weitere, sehr verschiedene Ausprägungsformen. Das Verstummen in bestimmten Situationen führt zu einem hohen Leidensdruck bei Betroffenen und Angehörigen. Oft reagiert das Umfeld mit Unverständnis und Fehldeutungen.

    Selektiver Mutismus bedeutet, dass ein Mensch in seiner sprachlichen Handlungsfähigkeit so stark beeinträchtigt ist, dass es Auswirkungen auf seine Identitätsentwicklung hat. Im ICD 11 wird selektiver Mutismus als Angststörung eingeordnet.

    Die Heilpädagogik bringt viele passende Perspektiven und Ansätze für einen gelingenden Umgang mit selektivem Mutismus ein und ergänzt die vorhandenen Therapiekonzepte. Ein wesentlicher Teil des Vorgehens besteht darin, sichere Orte zu schaffen und Räume zu erweitern, in denen das Kind sein Schweigen aufgeben kann.

    In dieser Fortbildung wird ein grundsätzliches Verständnis des selektiven Mutismus vermittelt und für das heilpädagogische Handeln reflektiert. Darüber hinaus erhalten Sie weiterführende Informationen zu Fachstellen und Hilfsangeboten.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Selektiven Mutismus in Erscheinungsbildern, Ursachen und Dynamiken beschreiben,
  • Verfahren zur ersten Einschätzung des Störungsbildes kennen,
  • professionellen Umgang mit Betroffenen und Angehörigen gestalten,
  • verschiedene Therapiekonzepte skizzieren,
  • eigene Handlungsansätze entwickeln.


  • Bedarfsanalyse in der Unterstützten Kommunikation (UK) - Beobachten und Einschätzen kommunikativer Kompetenzen

    In der Unterstützten Kommunikation werden verschiedene Kommunikationsformen und -hilfen verwendet. Ein Ziel heilpädagogischer Begleitung und Unterstützung liegt darin, diese personenorientiert und bedarfsgerecht auszuwählen sowie deren Implementation zu evaluieren.

    Dieser Aufbaukurs setzt Grundwissen über Unterstützte Kommunikation voraus. In dieser Veranstaltung beschäftigen Sie sich mit verschiedenen Verfahren, mit denen Sie die Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person mit UK-Bedarf in Bezug auf ihre Kommunikation erheben können.

    Zwischen den beiden Kursteilen wenden Sie eins der Instrumente in der Praxis an. Im zweiten Kursteil erfolgt dann die Reflexion über den Umgang mit den Verfahren und den Instrumenten.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Formen und Hilfen der Unterstützten Kommunikation beschreiben,
  • Verfahren zur Erhebung der kommunikativen Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person kennen,
  • Kommunikationsmöglichkeiten einer Person sowie ihres Umfeldes ermitteln,
  • eine Form/Hilfe der Unterstützten Kommunikation mit der betreffenden Person auswählen,
  • den Prozess der Implementation evaluieren.


  • Einführung in Unterstützte Kommunikation

    Unterstützte Kommunikation (UK) ist insbesondere im Rahmen der Entwicklung der Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen ein Feld heilpädagogischen Handelns. Im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wird Unterstützte Kommunikation als Maßnahme der Teilhabeermöglichung aufgeführt.

    In der heilpädagogischen Förderung und Begleitung sind Hauptziele unter anderem Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Selbstbestimmung. Diese Ziele können nur umfassend von jemandem erreicht werden, der selber äußern kann, was seine Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken und Gefühle sind.

    Unterstützte Kommunikation bietet dem Umfeld eine Möglichkeit, Kommunikation auf sozial akzeptable Weise allgemeinverständlich anzubahnen bei Menschen, die nicht oder wenig sprechen können. So können sie ihr Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung verwirklichen.

    Dieses praxisorientierte Grundlagenseminar bietet einen Überblick über Möglichkeiten und Grenzen Unterstützter Kommunikation. Sie werden hier praktisch in Berührung mit diesem heilpädagogisch-therapeutischen Arbeitsfeld gebracht und erfahren durch eigenes Handeln die Bedeutung von Unterstützter Kommunikation.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Grundbegriffe der Unterstützten Kommunikation kennen,
  • Grundhaltung und Grundprinzipien Unterstützter Kommunikation beschreiben,
  • Zielgruppen für Unterstützte Kommunikation definieren,
  • verschiedene Kommunikationsformen (körpereigene, nicht-elektronische und elektronische) kennen und ausprobieren,
  • Kommunikationsdiagnostik anhand der Kommunikationsfunktionen durchführen,
  • das Umfeld in der Unterstützten Kommunikation: Partnerstrategien entwickeln.


  • Behinderung im Kontext von Kultur und Migration - intersektionale Perspektiven

    Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, wie z. B. Geflüchtete und/oder Menschen mit Behinderung, sind in unserem System oft einer "Entweder-Oder-Sicht" ausgesetzt. Die Zuschreibung zu einem Vielfaltsmerkmal wird komplexen menschlichen Identitäten nicht gerecht. In diesem Online-Seminar lernen Fachkräfte das Konzept der Intersektionalität kennen sowie transkulturelle Erklärungsmodelle von Behinderung. Durch das Verstehen von Wechselwirkungen von Migration und Behinderung können so bessere Zugänge in Begleitung und Beratung gefunden werden.

    Das Online-Seminar thematisiert folgende Aspekte:

  • Sensibilisierung für multiple Identitäten
  • Konzept der Intersektionalität im Kontext von Behinderung und Flucht
  • Wechselwirkungen von Migration und Behinderung
  • Transkulturelle Erklärungsmodelle von Behinderung