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Menschen mit Behinderungen als besonders vulnerable Gruppe im Kontext sexualisierter Gewalt: Täter:innenstrategien wahrnehmen

Menschen mit Behinderung, Entwicklungsverzögerungen oder erhöhtem Unterstützungsbedarf sind überdurchschnittlich häufig von sexualisierter Gewalt betroffen. Gleichzeitig bleiben Grenzverletzungen und Übergriffe oft lange unentdeckt, da Täter:innen gezielt Abhängigkeiten, Vertrauen und bestehende Strukturen ausnutzen. Für Fachkräfte ist es daher entscheidend, typische Täter:innenstrategien zu kennen, Risikofaktoren einordnen zu können und Warnsignale frühzeitig zu erkennen.

Dieses Seminar vermittelt fundiertes Wissen über Formen sexualisierter Gewalt, Täter:innenstrategien und institutionelle Risikofaktoren im Handlungsfeld vulnerabler Gruppen. Praxisnahe Fallbeispiele, Reflexionen und konkrete Handlungsempfehlungen unterstützen dabei, die eigene Handlungssicherheit zu stärken und den Wissenstransfer in das eigene Tätigkeitsfeld zu ermöglichen.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Formen sexualisierter Gewalt differenzieren,
  • Täter:innenstrategien und institutionelle Risikofaktoren erkennen,
  • entlang von Fallbeispielen Handlungsstrategien im Umgang mit sexualisierter Gewalt entwickeln,
  • die eigene Psychohygiene achten,
  • Vorkommnisse sexualisierter Gewalt reflektieren.


  • Mit Rückenwind von der Kita in die Schule: Heilpädagogische Unterstützung für gelungene Übergänge

    Der Übergang von der Kita in die Schule ist für jedes Kind ein großer Schritt – für einige Kinder bedeutet er jedoch besondere Herausforderungen. Insbesondere Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf stehen hierbei vor komplexen Herausforderungen, die eine professionelle und feinfühlige Begleitung erfordern. Diese Fortbildung richtet sich an Heilpädagog:innen, die ihre Praxis durch fundierte Methoden und Forschungserkenntnisse

    erweitern möchten.

    Themenschwerpunkte:

  • Sichere Übergänge gestalten: Wie heilpädagogische Begleitung Stressfaktoren minimieren kann
  • Stärken im Blick behalten: Vorläuferkompetenzen erkennen und fördern
  • Hand in Hand mit Eltern und Fachkräften: Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Unterstützerkreise aufbauen
  • Individuelle Entwicklungsbegleitung: Heilpädagogische Diagnostik in der Einschulungsphase
  • Praxisideen für den Alltag: Kreative und lösungsorientierte Ansätze für eine erfolgreiche Transition

  • Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Transitionen erkennen – Stressfaktoren analysieren können und positive Assoziationen wahrnehmen
  • Partizipative Prozesse im Bereich des Übergangs beleuchten und Partizipation des Kindes/der Eltern bei der Schulwahl als grundlegenden Wert anerkennen
  • Systemischen Perspektivenwechsel, Interaktions- und Kommunikationsprozesse in der Beratung ermöglichen
  • Unterschiedliche Erwartungshaltungen wahrnehmen, erkennen und entschlüsseln um den Prozess in Gänze zu betrachten
  • Reflexion der eigenen Rolle als Heilpädagog:in im Prozess der Übergangsgestaltung – Positionen finden, Stellungen beziehen, um Teilhabe zu ermöglichen


  • Gute Bildung für alle. Heilpädagogische Begleitung in der Schule

    Der Bildungs- und Lernort Schule wird als Handlungsfeld für Heilpädagog:innen zunehmend bedeutender. Unterschiedliche bildungspolitische Maßnahmen in den verschiedenen Bundesländern eröffnen ihnen die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche an diesem Ort heilpädagogisch zu begleiten. In der Regel erstreckt sich ihr Aufgabenbereich - als nicht-lehrendes, pädagogisches Personal an Schulen - auf unterrichtsbegleitende und -unterstützende Tätigkeiten. Sie wirken u. a. mit bei der Planung und Durchführung gezielter Unterstützungsmaßnahmen in innerer und äußerer Differenzierung, unterstützen Lehrpersonen bei der Erstellung spezifischer Unterrichtsmaterialien, bieten Arbeitsgruppen für Schüler:innen zum Aufbau von Schlüsselqualifikationen an oder erstellen Förderpläne, um individuelle Lern- und Entwicklungsangebote anzubieten. In all diesen Tätigkeiten machen sie den Schüler:innen Beziehungsangebote, gestalten teilhabeförderliche soziale Interaktionen und nehmen eine lebensweltorientierte Perspektive ein.

    Darüber hinaus sind sie in beratender Funktion Ansprechpartner:innen für Lehrpersonen, Erziehungsberechtigte und andere Fachkräfte. Heilpädagog:innen benötigen insofern neben einem reichhaltigen Repertoire an methodisch-didaktischen Ideen zur Entwicklungsbegleitung der Schüler:innen auch kooperative Kompetenzen im Umgang mit Lehrpersonen und anderen Professionen.

    Das eigenverantwortliche Handeln von Heilpädagog:innen wird dabei oft durch organisatorische und didaktische Rahmenbedingungen der Schule begrenzt und gerät manchmal in Widersprüche zu Anforderungen, die Lehrpersonen an die Schüler:innen richten, weshalb es notwendig ist, das eigene Rollenprofil zu schärfen.

    In dieser Veranstaltung haben Sie die Möglichkeit, sich einführend folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Kompetenzen zur methodisch-didaktischen Gestaltung von Situationen zur Entwicklungsbegleitung von Schüler:innen in innerer und äußerer Differenzierung,
  • Kompetenzen zur Kooperation mit Lehrpersonen,
  • Kompetenzen, um die eigene Identität und das Rollenprofil als Heilpädagog:in im Handlungsfeld Schule zu stärken.


  • Vorläuferfähigkeiten erkennen und fördern - Grundlagen für erfolgreiches Lernen

    Der Erwerb der Kulturtechniken ist für alle Kinder ein grundlegendes Recht und die Basis für gesellschaftliche Teilhabe. Entsprechend kann ein Auftrag heilpädagogischen Handelns darin liegen, die jungen Menschen in Aufbau und Entwicklung dieser Fähigkeiten zu unterstützen.

    Aber was brauchen Kinder, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen? Welche Fähigkeiten gehen dem Schriftspracherwerb voraus und was wird benötigt, um Rechenoperation durchführen zu können?

    Die Vorläuferfähigkeiten sind die grundlegenden Kompetenzen und Fertigkeiten, die ein Kind benötigt, um die Kulturtechniken zu erwerben. Sie gehen dem Erwerb der Kulturtechniken voraus und bilden die Basis, um erfolgreiches Lernen zu ermöglichen.

    Vorläuferfähigkeiten zeigen sich vor allem in den Entwicklungsbereichen Wahrnehmung, kognitive, sprachliche, motorische und sozial-emotionale Entwicklung. Die einzelnen Fähigkeiten und ihre Bedeutungen kennenzulernen und im Rahmen heilpädagogischen Handelns zu nutzen, ist Bestandteil dieser Fortbildung.

    Beobachtungs- und Einschätzungsmaterialien dienen der Ermittlung kindlicher Bedarfe und ermöglichen die Entwicklung zielgerichteter Lernangebote. Durch gezielte Förderung, spielerisches Training und spezielle Förderprogramme können die Fähigkeiten unterstützt und erweitert werden. Praktische Beispiele und Materialien erleichtern die praktische Umsetzung in ihrem Berufsalltag.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die Bedeutung der Vorläuferfähigkeiten für den Erwerb der Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen beschreiben,
  • Vorläuferfähigkeiten für verschiedene Entwicklungsbereiche differenzieren,
  • mithilfe von Beobachtungsbögen und anderen Einschätzmaterialien kindliche Bedarfe identifizieren,
  • zielgerichtete Lernangebote für die heilpädagogische Begleitung entwickeln,
  • konkrete Fördermaterialien für die Unterstützung im Lernen erarbeiten,
  • die eigene Rolle im Unterricht und in der Zusammenarbeit mit Lehrkraft und Schüler:innen reflektieren.


  • Die geheime Sprache der Emotionen. Emotional-kognitives Lernen in der Heilpädagogik

    Emotionen sind im Leben allgegenwärtig. Sie bestimmen nicht nur, wie wir uns fühlen, sondern beeinflussen auch unsere Gedankenwelt, wirken auf unsere Entscheidungen und durchdringen die Art und Weise, wie wir uns verhalten. Die Gefühle geben dem Menschen Orientierung in der Welt, in dem sie vermitteln, was sich gut und was sich schlecht anfühlt. Ein Leben ohne Emotionen ließe sich entsprechend mit einem Tanzen ohne Musik vergleichen.

    Diese taktgebende Funktion der Emotionen gilt in besonderer Weise auch für Lernprozesse. In klassischen Lerntheorien wurde Lernen noch häufig als rein intellektueller oder kognitiver Vorgang gefasst, doch heute ist die formgebende Bedeutung der Emotionen beim Lernen längst erwiesen. Fühlen und Denken, oder Emotionen und Kognitionen, sind zwei Seiten der gleichen Medaille und müssen bei der Gestaltung von Lernprozessen gleichermaßen berücksichtigt werden. Mehr noch: Das emotionale Erleben eines Menschen wandelt sich im Verlauf des Lebens entsprechend der jeweiligen Lern- und Bildungsprozesse.

    Wie aber lassen sich Erkenntnisse einer interdisziplinären Emotionsforschung für heilpädagogisches Handeln nutzen? Wie können Emotionen bei der Gestaltung von Lernprozessen mehr berücksichtigt werden?

    In der Veranstaltung werden Grundlagen erörtert und es wird gemeinsam versucht, praxisbezogene Antworten auf entsprechende Fragen zu formulieren.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Das Gehirn als soziales Organ beschreiben,
  • die Bedeutung von Emotionen für das Lernen darlegen,
  • Lernen und emotionale Aspekte konstruktiv verbinden,
  • die Bedeutung von rhythmisierenden Angeboten für Lernen erläutern,
  • die Erkenntnisse in das heilpädagogische Handlungsrepertoire integrieren.


  • Interpersonelle Traumata und ihre weitreichenden Folgen auf Bindung und Beziehung. Kinder mit Bindungstyp D in der heilpädagogischen Praxis

    Kinder und Jugendliche wachsen mitunter in Entwicklungsbedingungen auf, die störend und be-hindernd die Bindungsentwicklung der jungen Menschen beeinflussen. Heilpädagog:innen und andere pädagogische Fachkräfte sind gefordert in Wissens- und Handlungskompetenz sowie in der Entwicklung, Gestaltung und Reflexion einer heilpädagogischen Haltung.

    Junge Menschen, die unter der Konstellation Furcht und Angewiesensein aufwachsen, entwickeln häufig desorganisiert-desorientierten Verhaltensweisen (Bindungstyp D) und dissoziierte (Handlungs-)Impulse.

    Eine mögliche Ursache für desorganisierte und desorientierte Bindungsmuster sowie Dissoziation ist die subjektive Unvereinbarkeit von existenzieller sowie emotionaler Abhängigkeit und einer (Bezugs-)Person als Quelle von Gefahr (vgl. van der Hart et al. 2008).

    Das Wissen um die neurobiologischen Auswirkungen von simultanen oder nachgeschalteten Verhaltensstrategien zur Bewältigung der Alltagsaufgaben und zur Sicherung des Überlebens ermöglicht es, interpersonellen Traumata im Berufsalltag mit einer reflektierten heilpädagogischen Haltung zu begegnen und adäquate Handlungskonzepte zu entwickeln.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die Grundzüge von desorganisiert-desorientierter Bindung in ihren neurobiologischen Wirkungskontexten beschreiben,
  • die verschiedenen Wechselwirkungen zwischen neurobiologischer Ebene, Verhalten und Erinnerungen einordnen und differenzieren,
  • Grenzen im Verhalten und in der Kommunikation aus neurobiologischer Sicht verstehen und mit ihnen umgehen; u. a. Schweigen nach sexualisierter Gewalt,
  • neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu desorganisiert-desorientierten und dissoziativen innerpsychischen Strukturen für heilpädagogisches Handeln reflektieren.


  • Ver-Bindung und Sucht - Eine heilpädagogische Herausforderung

    Heilpädagog:innen und Pädagogische Fachkräfte die in stationären Einrichtungen oder ambulant mit Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen arbeiten, werden häufig mit dem Thema "Sucht" konfrontiert. Damit stehen Sie in Ihrer Rolle vor einer herausfordernden Aufgabe.

    Abstinenz ist die Voraussetzung dafür, dass eine aktive Teilnahme am täglichen Leben wieder möglich wird. Gleichzeitig kann sie zu einem Vakuum bei den Betroffenen, führen so dass sie nicht beibehalten werden kann und eine Art Teufelskreislauf entsteht.

    Besonders an diesem Punkt leistet Fachwissen einen entscheidenden Beitrag, um korrigierende Bindungserfahrungen anbieten und halten zu können, so dass eine tragende gemeinsame Basis entsteht.

    Diese Fortbildung soll Sie darin unterstützen die Verkoppelung zwischen Sucht und Bindung zu verstehen und sich entsprechende Handlungskompetenzen anzueignen Betroffene sicher zu begleiten.

    Mit dem Ziel einer tragenden Bindungsvereinbarung, werden gemeinsam sechs Schritte, erarbeitet. Diese sollen Ihnen helfen, die jungen Menschen langfristig hin zu abstinentem Verhalten zu begleiten und als Unterstützung bei der Erhaltung der Abstinenz dienen.

    Sie haben die Möglichkeit sich folgende Kompetenzen anzueignen:

  • den theoretischen Hintergrund von Sucht und psychotropen Substanzen kennen,
  • die vielseitigen Motive für den Konsum aus bindungstheoretischer Sicht sowie den bindungsspezifischen Nebenwirkungen von Sucht verstehen,
  • den bindungsrelevanten "Kreis der Sicherheit" für die heilpädagogische Arbeit im Bereich "Sucht" übertragen,
  • die Zusammenhänge von Trauma und Sucht reflektieren.


  • Heilpädagogische Begleitung von Kindern mit Bindungsstörungen

    Dauerhaft erlebte Bindungsproblematiken können traumatisierende Wirkungen auf die Kinder und Jugendlichen haben. Bindungsorientierte Heilpädagogik stellt ein zentrales Element fachlichen Handelns mit jungen Menschen im Kontext der Jugendhilfe dar.

    Ob Kinder/Jugendliche ganztägig in einer Einrichtung leben oder abends und am Wochenende in ihre Herkunfts- und Pflegefamilien zurückkehren:

    Bindungsaufbau und Beziehungsgestaltung sind in jedem Setting der zentrale Schlüssel für

    Entwicklung und Teilhabe.

    Kinder mit emotionalen Entwicklungsbesonderheiten tragen häufig belastete Bindungsbiografien in sich, geprägt durch frühe Trennungserfahrungen,

    Bindungsabbrüche und wechselnde Bezugspersonen.

    Gefühle des „Nicht-richtig-Seins“ oder „Nicht-Gewollt-Seins“ begleiten ihren Alltag.

    Hinzu kommen wiederkehrende Veränderungen in ihrem Lebensumfeld und ihren Unterstützungssystemen, beispielsweise durch Umzüge, Wechsel von Bezugspersonen oder Trägerwechsel infolge gesetzlicher Veränderungen. Solche Brüche in der Kontinuität können ihre Vulnerabilität zusätzlich erhöhen.

    Eine sichere und verlässliche Bindung zwischen Kind und Fachkraft ist zentraler

    Schutzfaktor und kann im gemeinsamen Alltag aktiv gestaltet werden.

    Diese Fortbildung legt den Schwerpunkt auf Bindungsstörungen und heilpädagogische Begleitung und Unterstützung.

    Bindungsorientierte Interventionen werden verbunden mit aktuellem Wissen aus der

    Bindungstheorie: Bindungsvermeidung, Bindungsambivalenz und herausforderndes

    Verhalten werden eingeordnet und reflektiert und in den heilpädagogischen Kontext übertragen.

    Die gesamte Schulung ist praxisnah anhand eines realen Fallbeispiels aufgebaut. Ausgehend von der Bindungs-Historie der Eltern und den daraus resultierendem elterlichen Bindungsstatus wird der Bogen zur Entwicklung des gemeinsamen Kindes gespannt. So wird nachvollziehbar aufgezeigt, wie Bindungserfahrungen über Generationen hinweg wirken können.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Grundlagen der Bindungstheorie mit Fokus auf emotionale Entwicklung
  • beschreiben,
  • herausforderndes Verhalten auf Basis bindungstheoretischer Konzepte einordnen
  • und beurteilen,
  • heilpädagogische Beziehungsgestaltung mit den Paradigmen Feinfühligkeit,
  • Wertschätzung und Authentizität von der Theorie in die Praxis umzusetzen,
  • Kommunikation bindungsorientiert gestalten,
  • Re-Traumatisierungen erkennen: Anleitung zur Selbstregulation mit Unterstützung von praktischen Arbeitsmitteln verstehen und den betroffenen Kindern/Jugendlichen nachvollziehbar vermitteln.


  • Bindung verstehen - Beziehung gestalten. Bindungsorientiertes Handeln im (stationären) Setting mit Kindern mit Behinderungen

    Eine sichere Bindung zwischen Kind und Bezugsperson bildet eine der wichtigsten Grundlagen für eine gesunde psychische Entwicklung. Kinder und Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen sind dabei häufig in besonderem Maße auf verlässliche Beziehungen angewiesen. Gleichzeitig haben viele von ihnen aufgrund belastender Lebensereignisse, häufiger Beziehungsabbrüche oder traumatischer Erfahrungen nur eingeschränkte Möglichkeiten, stabile Bindungen aufzubauen.

    Bindungsabbrüche, Bindungsunsicherheiten bis hin zu Bindungsstörungen können die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung nachhaltig beeinflussen. Die Folgen zeigen sich unter anderem in Ängsten, Unsicherheiten, herausforderndem Verhalten oder Schwierigkeiten, zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten. Bei Kindern und Jugendlichen mit kognitiven Beeinträchtigungen können diese Belastungen zusätzlich durch eingeschränkte Kommunikations- und Bewältigungsmöglichkeiten verstärkt werden.

    Für (heil-)pädagogische Fachkräfte in stationären Angeboten ergeben sich daraus vielfältige Herausforderungen im pädagogischen Alltag. Das Seminar verfolgt das Ziel, ein gemeinsames Verständnis für die besonderen Bindungs- und Beziehungsbedürfnisse der betreuten Kinder und Jugendlichen zu entwickeln. Dazu werden grundlegende Erkenntnisse der Bindungstheorie mit den Themen Biografie, Trauma, Entwicklungsgemäßheit, Resilienz sowie den spezifischen Entwicklungsbedingungen von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen verknüpft.

    Im Mittelpunkt steht die praxisorientierte Auseinandersetzung mit heilpädagogischen Konzepten und Methoden, die darauf ausgerichtet sind, Kinder und Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen in ihrem Selbstwert zu stärken, sichere und tragfähige Beziehungen aufzubauen sowie korrigierende Bindungserfahrungen zu ermöglichen. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Anregungen für die Gestaltung eines bindungssensiblen pädagogischen Alltags, der den besonderen Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht wird.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Grundlagen der Bindungstheorie (Bindungstyp,-Muster und Bindungsstörungen) beschreiben,
  • Zusammenhänge von Bindung, Trauma, Biografie und Resilienz einordnen,
  • bindungsorientierte Haltung und Entwicklungsgemäßheit im pädagogischen Alltag diskutieren,
  • heilpädagogische Verstehens-Konzepte und Methoden zur Beziehungs- und Selbstwertförderung ableiten,
  • ein gemeinsames bindungsorientiertes Verständnis entwickeln,
  • für die Bindungs- und Beziehungsbedürfnisse der Zielgruppe sensibilisieren,
  • Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen erweitern,
  • professionelle Beziehungsgestaltung im pädagogischen Alltag stärken,
  • fördernde Voraussetzungen in der Organisation und den Rahmenbedingungen erörtern,
  • mithilfe von Fallbeispielen die eigene heilpädagogische Praxis reflektieren.


  • Die weitreichenden Folgen von Vernachlässigung für die Gemeinschaftsfähigkeit. Neurowissenschaftliche Erkundungen für heilpädagogisches Handeln

    Eine heilpädagogische Haltung sowie kongruente Handlungskompetenzen gegenüber Kindern und Jugendlichen zu entwickeln, die unter Entwicklungsbedingungen aufwachsen, die zu einer seelischen Behinderung führen können, ist berufspolitisch, fachlich, gesellschaftlich und sozialpolitisch aktuell und unterstreicht die Bedeutung der Zielperspektive Inklusives SGB VIII.

    Einer Grenzüberschreitung, die ohnmächtig macht, “ohne Macht“ zu begegnen, ist eine der zentralen Kernherausforderungen, die Kinder und Jugendliche mit geringen Gemeinschaftsfähigkeiten an Heilpädagog:innen stellt.

    Eine mögliche Ursache herausfordernden Verhaltens liegt in Erfahrungen der Vernachlässigung. Das Wissen um die neurobiologischen Auswirkungen von Vernachlässigung auf das Verhalten, ermöglicht es, Grenzerfahrungen im Berufsalltag mit einer reflektierten heilpädagogischen Haltung zu begegnen und gemeinsam konstruktive Handlungsstrategien zu entwickeln.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die Grundzüge von Vernachlässigung in ihren neurobiologischen Wirkungskontexten beschreiben,
  • die verschiedenen Wechselwirkungen zwischen neurobiologischer Ebene und Verhaltensebene einordnen und differenzieren,
  • Grenzen in herausfordernden Situationen aus neurobiologischer Sicht verstehen und mit ihnen umgehen,
  • heilpädagogische Handlungsstrategien entlang neurobiologischer Leitlinien entwickeln,

  • neurowissenschaftliche Erkenntnisse für heilpädagogisches Handeln reflektieren.