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Empowerment durch Selbstvertretung - Teilhabe wirksam ermöglichen

Selbstvertretung ist ein wesentlicher Bestandteil von Selbstbestimmung. Sie zeigt sich dort, wo Menschen ihre Interessen, Bedürfnisse und Rechte erkennen, formulieren und gegenüber anderen wirksam vertreten können. Dafür braucht es zugängliche Informationen, reale Entscheidungsspielräume und eine Unterstützung, die stärkt, ohne zu bevormunden.

In diesem Seminar setzen Sie sich mit Empowerment als ethischer Grundhaltung und handlungsleitendem Prinzip auseinander. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen darin unterstützt werden können, eigene Entscheidungen zu treffen, ihre Positionen zu entwickeln und Einfluss auf ihre Lebensbedingungen zu nehmen.

Ein Schwerpunkt liegt auf organisierten Formen der Selbstvertretung wie Heimbeirat, Werkstattrat und Frauenbeauftragten. Praxisnah wird betrachtet, wie diese durch barrierearme Informationen, Qualifizierung, geeignete Assistenz und verlässliche Beteiligungsstrukturen gestärkt werden können.          

Darüber hinaus geht es um politische und gesellschaftliche Selbstvertretung, etwa in Beiräten, Selbstvertretungsgruppen, Verbänden, kommunalen Beteiligungsverfahren oder öffentlichen Veranstaltungen. Sie entwickeln Möglichkeiten, Menschen dabei zu unterstützen, eigene Anliegen zu formulieren, Rechte wahrzunehmen, Netzwerke aufzubauen und gegenüber Entscheidungsträger wirksam aufzutreten.

Sie reflektieren Ihre eigene professionelle Rolle, analysieren institutionelle und kommunikative Barrieren und entwickeln konkrete Handlungsmöglichkeiten zur Förderung von Selbstbestimmung und Selbstvertretung.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Empowerment als Leitprinzip von Selbstbestimmungsprozessen verstehen,
  • individuelle, institutionelle und politische Formen der Selbstvertretung einordnen,
  • Menschen bei der Formulierung und Vertretung eigener Interessen unterstützen,
  • Heimbeirat, Werkstattrat und Frauenbeauftragte wirksam begleiten,
  • barrierearme Beteiligungs- und Entscheidungsprozesse gestalten,
  • Machtverhältnisse und institutionelle Barrieren kritisch reflektieren,
  • konkrete Handlungskonzepte für die eigene berufliche Praxis entwickeln.


  • Begleittier Hund in der Tiergestützten Heilpädagogik

    Hunde stellen für viele Menschen interessante und spannende Tiere dar. Hunde werden mit Treue, Loyalität und Wachsamkeit verbunden. Sie gelten als „bester Freund“ und Wächter des Hauses.


    Diese Aspekte werden in der tiergestützten Heilpädagogik konstruktiv genutzt. Der hohe Aufforderungscharakter des Hundes für viele Kinder wirkt als Initial für Begegnungen und Mensch-Tier-Beziehungen, die in der heilpädagogischen Arbeit eingesetzt und mit heilpädagogischer Fachlichkeit begleitet werden. Der Hund kann in co-therapeutischer Wirkung eingesetzt werden und dient unterstützend in der Kontaktaufnahme, in der Verhaltensregulation und in der Entwicklung sozialer Kompetenzen.


    Im Rahmen des Moduls wird praxisnah mit Hunden gearbeitet. Das Referentinnen-Team ergänzt sich aus heilpädagogischer Perspektive sowie aus der einer Hundetrainerin.


    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • den Einsatz von Hunden in der Tiergestützten Heilpädagogik beschreiben,
  • die Voraussetzungen von Hunden für den Einsatz im heilpädagogischen Setting darlegen,
  • Situationen entwickeln und begleiten, in denen sich Adressat:in und Hund erstmalig begegnen,
  • Begegnungen zwischen Hund und Adressat:in heilpädagogisch begleiten,
  • den Einsatz von Hunden in die heilpädagogische Förderung integrieren.


  • Heilpädagogische Diagnostik mit Kindern im Kitaalter

    Die Lebensphase Kindheit (in diesem Modul mit dem Schwerpunkt 3-6 Jahre) zeichnet sich durch ein hohes Entwicklungstempo bei gleichzeitig individuell verlaufenden Entwicklungsgängen aus. Die gelungene Bewältigung der je aktuellen Entwicklungs- und Lernaufgaben zählt als bedeutsame Aufgabe und Leistung für kommende Entwicklungsphasen.

    Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, die mit Kindern im Kitaalter arbeiten, sind
    in ihrem Berufsalltag demzufolge fortwährend darauf angewiesen, diagnostisch tätig zu werden, um sich der besonderen Lebenssituation von Kindern mit Förderbedarf zu nähern. Die Planung, Durchführung und Evaluation von an der Lebenssituation und an den Bedürfnissen der Klienten orientierten Förder- und Begleitprozessen kann nur mit Hilfe einer professionell durchgeführten und sensibel reflektierten Diagnostik gelingen.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die kindliche Entwicklung von 3 bis 6 Jahren beschreiben,
  • relevante Beobachtungs- und Testverfahren, wie

  • - die Kuno Beller Entwicklungstabelle,

    - den Entwicklungstest 6 Monate-6 Jahre Revision (ET 6-6–R),

    - die Movement Assessment Battery for Children – 2 (M-ABC-2)


    Bitte planen Sie zwei Stunden Zeit für Selbststudienanteile zwischen den Terminen ein.


    Das Medium Pferd in der Tiergestützten Autismustherapie

    Das Medium Pferd wird in seinen Ressourcen und Barrieren für heilpädagogisches Handeln mit Menschen des Autismusspektrums erörtert. Grundlage hierfür stellt der TEACCH-Ansatz dar.

    Das Pferd hat keine Vorstellung davon, was "normal" ist, und kann deswegen keine Vorbehalte gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen und (drohenden) Behinderungen zeigen. Dies bietet dem Kind oder Jugendlichen die Möglichkeit, aus dem Kreislauf der gestörten Eigenwahrnehmung, bedingt durch die Reaktionen anderer auf seine Erscheinung, auszubrechen. Das Kind bekommt durch das Pferd die Möglichkeit, jederzeit wieder eine neue und wertfreie Beziehungserfahrung zu machen. Darüber hinaus agieren und reagieren Pferde immer gleich, durch diese Wiederholung kann das Kind nach und nach lernen, sein Verhalten anzupassen. Die Heilpädagogin nutzt die nonverbale Kommunikation des Pferdes sowie dessen arttypische Friedfertigkeit als Ressource in Verbindung mit dem TEACCH-Ansatz für die Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Autismus.

    Ziel der Weiterbildung ist unter anderem die Diskussion und Klärung, wie Kinder und Jugendliche von der Zusammenarbeit mit Pferden innerhalb der Autismusförderung profitieren können und Austausch sowie Erproben von Umsetzungsmöglichkeiten in die Praxis.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • den TEACCH-Ansatz in seinen theoretischen Grundlagen erörtern,
  • Ideen zur Visualisierung von Abläufen innerhalb der Reittherapie entwickeln,
  • den TEACCH-Ansatz in der tiergestützten Autismusförderung und in Gruppenkonzepten anwenden,
  • Erkenntnisse aus dem TEACCH-Ansatz für das eigene heilpädagogische Handeln in Verbindung mit tiergestützter Autismustherapie reflektieren.


  • Heilpädagogische Traumaarbeit Basismodul I: Grundlagen der Traumatologie bei Kindern und Jugendlichen

    Schwerpunkt des ersten Basismoduls ist die Vermittlung von Basiswissen der Psychotraumatologie sowie die Vermittlung von Grundlagen und Basisstrategien in der Begleitung und Beratung bei Traumafolgestörungen. Das Seminar erweitert Handlungsmöglichkeiten von HeilpädagogInnen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern wie der ambulanten und stationären Jugendhilfe, in der Frühförderung und in der Arbeit mit Familien, z. B. in der Heilpädagogischen Familienhilfe sowie generell in der Heilpädagogischen Spieltherapie oder in der heilpädagogischen Entwicklungsförderung.

    Bringen Sie gerne Ihre Praxisbeispiele ein.  

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Begriffe der Traumatologie und ihre Definitionen kennen: Monotrauma, Komplextrauma, Big-T-Trauma, Small-T-Trauma, Bindungstrauma, Entwicklungstrauma,
  • die neurobiologischen Grundlagen von Traumatisierungsprozessen verstehen,
  • traumatisierende Lebensumstände und Ereignisse einordnen: Unfall, Naturkatastrophe, Erkrankung/Verlust eines Elternteils, chronische Erkrankung, Vernachlässigung, Trauma und geistige Behinderung
  • Kriterien nach ICD-10 /DSM V für posttraumatische Belastungsstörungen im Überblick kennen,
  • traumaspezifische Symptome erläutern,
  • Behandlungsansätze im Überblick kennen,
  • wichtige Bausteine für ein Handlungskonzept zur heilpädagogischer Traumaarbeit beschreiben,
  • die Bedeutung der Ressourcenorientierung und der Selbstfürsorge in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen erörtern,  
  • neu erworbenes Wissen im Kontext des eigenen Handlungsfelds reflektieren.

  • Pflichtbestandteil für das Zertifikat Heilpädagogische Traumaarbeit



    Sozialraumorientierung in der Heilpädagogischen Diagnostik

    Verfahren zur Beschreibung von Teilhabemöglichkeiten am Leben in der Gemeinschaft fügen sich sinnvoll in die Bandbreite Heilpädagogischer Diagnostik ein. In diesem Modul steht die individuelle Teilhabe im Vordergrund, die sich als "Sammlung von Verwirklichungschancen" im Sinne von Handlungs- und Gestaltungsspielräumen in persönlicher Lebensführung und Alltagsbewältigung verstehen lässt.

    Die im Modul vorzustellenden Verfahren eint die Perspektive, mit und von der betroffenen Person aus in den Sozialraum zu blicken, um Möglichkeiten und Hindernisse gelingender Teilhabe zu identifizieren sowie sich über bestehende Teilhabewünsche und Beteiligungsmöglichkeiten im Sozialraum zu verständigen. Mit dieser Blickrichtung bietet sich die Möglichkeit, die Bedarfe der Person mit Beeinträchtigungen und (drohenden) Behinderungen nicht mehr defizitorientiert darzustellen, sondern in der Beantragung von Leistungen der Eingliederungshilfe den individuellen Teilhabebedarf zu beschreiben.

    Zum Abschluss des ersten Termins erhalten Sie eine Aufgabe zur Erprobung der Sozialraumorientierung in der Heilpädagogischen Diagnostik. Ihre Erfahrungen werden im zweiten Termin aufgegriffen.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Teilhabe in verschiedenen Dimensionen beschreiben (strukturell, prozessual, individuell, deskriptiv-empirisch, normativ),
  • die Bedeutung von Sozialraum- und Teilhabeorientierung im Kontext Heilpädagogischer Diagnostik diskutieren,
  • verschiedene Verfahren der individuumsbezogenen Analyse des Sozialraums (bspw. Eco-Maps, Netzwerkkarten, subjektive Landkarten) anwenden,
  • Sozialraum- und Teilhabeorientierung in ihren Chancen und Begrenzungen für eine Beantragung von Leistungen der Eingliederungshilfe reflektieren.


  • Basismodul: Mit Huhn und Hund, mit Pferd und Esel - Tiergestütztes heilpädagogisches Handeln

    Viele Menschen empfinden Tiere als hilfreiche Begleiter im Leben. Um ein Tier muss man sich kümmern, d. h. es mit Mahlzeiten oder Fressgelegenheiten versorgen, eine Unterkunft bieten, sich mit ihm auseinandersetzen und ggf. in Interaktion gehen, es im Krankheitsfall pflegen, sich im Todesfall von ihm verabschieden. Es bedeutet also viel Verantwortung, ein Tier bei sich zu beherbergen.

    Gleichermaßen fordert ein Tier nicht nur, es gibt dem Menschen viel zurück: Zuneigung, Treue, Anteilnahme, Rhythmus…

    Hier schimmert auf, dass sich Tiere konstruktiv und förderlich in heilpädagogisches Handeln integrieren lassen; Fragen des Welches Tier?, Wie?, Wo?, etc. in ihrer Verbindung zur Heilpädagogik stehen im Mittelpunkt dieser Weiterbildung.

    Mit dieser Weiterbildung sind Heilpädagoginnen und Heilpädagogen angesprochen, die neue und weitere Impulse für tiergestütztes Handeln in der Heilpädagogik kennenlernen und erfahren wollen. Dabei wird auf verschiedene Tiere eingegangen: Hunde, Pferde, Bienen, Esel, Hühner…



    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Grundlagen tiergestützter Pädagogik beschreiben,
  • Verbindungen tiergestützter Pädagogik mit heilpädagogischem Handeln darlegen,
  • die Chancen und Ressourcen tiergestützten heilpädagogischen Handelns begründen,
  • Bedingungen von tiergerechtem Einsatz in der Heilpädagogik kennen,
  • die Möglichkeiten heilpädagogischen Handelns in Verbindung mit verschiedenen Tieren erfahren,
  • über den Einsatz von Tieren im heilpädagogischen Handeln reflektieren.


  • Heilpädagogische Diagnostik: Exekutivfunktionen im Blick

    Exekutive Funktionen (EF) beinhalten übergeordnete kognitive Leistungen, die Menschen befähigen, sich selbst zu steuern, zu lernen und zu organisieren. Sie sind verantwortlich für die Flexibilität im Denken und Handeln sowie für Gedächtnisfunktionen und die Reaktionshemmung. Als Basis sozial-emotionaler Entwicklung sind sie, insbesondere im Kindes- und Jugendalter, von großer Bedeutung für die Entwicklung des Selbstkonzepts. Verhaltens- und Impulskontrollschwierigkeiten gehen oft mit einer Störung exekutiver Funktionen einher.

    Bei Menschen mit neurobiologischen Entwicklungsstörungen, wie bspw. der Autismusspektrumstörung, Fetaler Alkoholspektrumstörung (FASD), AD(H)S oder bei Frühgeburtlichkeit, zeigen sich fast immer Einschränkungen, die dem Bereich der exekutiven Funktionen zuzuordnen sind.

    Für die heilpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dienen spezifische Inventare dazu, die Bereiche der exekutiven Funktionen besser zu gewichten und einzuschätzen. Gleichzeitig werden in diesem Seminar Anregungen zur Stärkung der exekutiven Funktionen gegeben.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Die Exekutivfunktionen in ihrer Entwicklung beschreiben,
  • Kenntnis, Durchführung und Auswertung der Verhaltensinventare zur Beurteilung exekutiver Funktionen:

  •              - Behavior Rating of Executiv Function-Preschool Version BRIEF-P (2-6 Jahre)

                 - Behavior Rating of Executiv Funktion - BRIEF (6-16 Jahre bzw. 11 - 16 Jahre mit Selbstbeurteilung)

  • Impulse, Ideen und Maßnahmen zur Förderung exekutiver Funktionen in die heilpädagogische Arbeit integrieren.


  • Schulfähigkeit - kindliche Lernausgangslagen im Fokus Heilpädagogischer Diagnostik

    Unter Schulfähigkeit werden im Allgemeinen bestimmte sozial-emotionale, kognitive und körperliche Kompetenzen verstanden. Diese befähigen ein Kind dazu, schulische Anforderungen aufzunehmen und umzusetzen. Schule bedeutet jedoch nicht nur Lernen, sondern beinhaltet eine Vielzahl sozialer Settings und emotionaler Herausforderungen. Die schulischen Rahmenbedingungen beeinflussen die Gestaltung sozialer Beziehungen, können diese stören, erschweren und behindern.

    Die Begrifflichkeit der Schulfähigkeit wurde und wird vielfältig diskutiert. Die Bandbreite der theoretischen Ansätze zur Beschreibung von Schulfähigkeit reicht von Reifungs- und Eigenschaftstheorien über Lerntheorien bis zu systemischen Betrachtungsweisen.

    In Artikel 24 (2a) UN-BRK wird anerkannt, "…dass Kinder mit Behinderung nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht […] ausgeschlossen werden…".

    Für die in Kindertageseinrichtung und Schule beteiligten Pädagog:innen ergeben sich auf Grundlage dieser Perspektive geänderte Aufgabenstellungen. Heilpädagogische Diagnostik dient dem Ziel, das Kind in seinen Ressourcen, Fähigkeiten, Problemlagen in Verbindung mit seinen Systemen und der speziellen Situation des Übergangs so zu beschreiben, dass Schule dessen Potenzial erkennen und daran anknüpfen kann.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Verhaltensmerkmale und Leistungseigenschaften bezüglich der Schulfähigkeit eines Kindes darlegen,
  • Lernausgangslagen von Kindern beschreiben,
  • die Begrifflichkeit der Schulfähigkeit kritisch betrachten und unter Fragestellungen der Inklusion diskutieren,
  • verschiedene Verfahren zur Einschätzung von Schulfähigkeit kennen und unter heilpädagogischen Gesichtspunkten reflektieren:

  • Diagnostische Einschätzskalen (DES) zur Beurteilung des Entwicklungstandes und der Schulfähigkeit von Karlheinz Barth

    Basisdiagnostik umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter (BUEVA III)

    Dortmunder Entwicklungsscreening (DESK 3-6R)

    Entwicklungsbasierte Dokumentation.


    Heilpädagogische Spieltherapie - Stufe 1

    Die Heilpädagogische Spieltherapie ist ein Praxiskonzept, das sich auf die personzentrierte Beratung und Begleitung von Kindern konzentriert. Das freie Spiel des Kindes ist dabei ressourcenaktivierendes und aktualisierendes Medium des Entwicklungs- und Veränderungsprozesses. Die Grundhaltungen und die theoretischen Erkenntnisse des Personzentrierten Ansatzes, der Bindungs- und Traumapädagogik werden in der Spieltherapie handelnd umgesetzt: Heilpädagogisch-spieltherapeutisch zu arbeiten bedeutet demnach, zu Kindern eine vertrauensvolle und Halt gebende Beziehung aufzubauen und ihnen zu ermöglichen, sich mit ihren Lebensthemen und ihrem Entwicklungsstreben bedingungsfrei auszudrücken. Das freie Spielgeschehen wird durch eine auffordernde Situationsgestaltung sowie durch spieltherapeutische Interventionen ermöglicht.

    Bestandteile der zertifizierten Weiterbildung sind die Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen, die Entwicklung heilpädagogisch-spieltherapeutischer Handlungskompetenzen sowie die kontinuierliche Reflexion eigener Praxis.

    Die Inhalte gliedern sich in acht aufeinander aufbauende Module:
       -  Grundlagen des personzentrierten Arbeitens mit Kindern
       -  Bedeutung des Spiels und Spielprinzipien
       -  Indikation und spieltherapeutischer Prozess
       -  Bindung und Trauma
       -  Erleben und Erfahren im Personzentrierten Ansatz
       -  Prozessbegleitung und Fallverstehen (mit Videoarbeit)
       -  Spieltherapie bei Kindern mit Beeinträchtigungen
       -  Abschluss, Vertiefung und Präsentation eines eigenen Schwerpunktes

    Neben der Theorie stehen praktische Übungen, Selbsterfahrung, Fallarbeit sowie die Analyse eigener Spielsituationen im Mittelpunkt.

    Bedingungen für eine Teilnahme:
    Ab dem dritten Seminarblock führen die Teilnehmenden eigenverantwortlich spieltherapeutische Einheiten durch. Konkret bedeutet dies:
      -   Die heilpädagogisch-spieltherapeutische Begleitung eines Kindes im Prozess der Weiterbildung ist verpflichtend.
      -   Die Spieleinheiten finden in einer geeigneten Spielumgebung eines Spieltherapiezimmers oder durch einen mobilen Spielkoffer statt.
      -   Einzelne Sequenzen werden, das Einverständnis der Sorgeberechtigten vorausgesetzt, verpflichtend durch Videoaufnahmen dokumentiert und in der Gruppe reflektiert. Die Praxis wird im Rahmen der Weiterbildung kontinuierlich reflektiert und supervisionsartig begleitet.

    Arbeitsweise:
    Theorie, Praxisübungen, Selbsterfahrung, Fallarbeit, Videoanalyse und Supervision, zusätzlich ca. 120 Stunden Selbststudium.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten

  • ein personzentriertes Entwicklungs- und Persönlichkeitsverständnis auf spieltherapeutische Prozesse anwenden,
  • tragfähige Beziehungen auf Spiel- und Realebene gestalten und als Wirkfaktor nutzen,
  • Spielprozesse verstehen, Symbolisierungen einordnen und entwicklungsförderlich begleiten,
  • Spielräume gestalten sowie Spielmittel und -medien zielgerichtet einsetzen,
  • Indikationen ableiten, spieltherapeutische Prozesse planen und personzentrierte Diagnostik durchführen,
  • Phasen des spieltherapeutischen Prozesses erkennen und methodisch gestalten,
  • Bindungserfahrungen und traumabezogene Dynamiken im Spiel verstehen und handlungssicher begleiten,
  • sichere, haltgebende Strukturen im Spiel entwickeln (z. B. Rituale),
  • emotionales Erleben des Kindes wahrnehmen und angemessen begleiten,
  • Fallverstehen entwickeln und eigene Spielsituationen reflektieren (z. B. mittels Videoanalyse),
  • Spieltherapie mit Kindern mit Beeinträchtigungen differenziert gestalten und Barrieren abbauen,
  • Spieleinheiten eigenständig planen, durchführen, dokumentieren und reflektieren,
  • Gespräche mit Bezugspersonen professionell führen,
  • die eigene Rolle im heilpädagogisch-spieltherapeutischen Prozess reflektieren.

  • Voraussetzung zur Zulassung zum Abschluss-Kolloquium:
      -   Durchführung von mindestens zehn Spieleinheiten mit einem Kind,
      -   schriftliche Dokumentation der durchgeführten Einheiten und Reflexion spezifischer Aspekte des spieltherapeutischen Prozesses in einer schriftlichen Arbeit,
      -   Einreichen von mindestens drei gefilmten Spielszenen aus den Spieleinheiten,
      -   Teilnahme an allen Blöcken.

    Ein Thema der schriftlichen Arbeit wird im Rahmen des Kolloquiums präsentiert und mit der Referentin und Gruppe reflektiert. Eine vom BHP beauftragte Person nimmt daran teil.

    Wichtig:
    Der erfolgreiche Abschluss an der Weiterbildung berechtigt nicht zu psychotherapeutischer Arbeit. Der erfolgreiche Abschluss der EAH-Weiterbildungsreihe „Heilpädagogische Spieltherapie“ Kurs 1 wird für die GwG-Weiterbildung „Personzentrierte Beratung mit Kindern und Jugendlichen“ anerkannt.