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Basismodul 3 | Methodenvielfalt: Marte Meo, Unterstützte Kommunikation, Profilarbeit, TEACCH-Ansatz und weitere Konzepte

Heilpädagogisches Handeln mit Menschen im Autismus-Spektrum braucht ein breites Methodenrepertoire. Entscheidend ist jedoch nicht die Anwendung einer Standardmethode, sondern eine fachlich begründete, personenzentrierte und kontextbezogene Auswahl. Dieses Modul vermittelt einen praxisnahen Überblick über verschiedene Ansätze und ihre Kombinationsmöglichkeiten.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützten Kommunikation (UK). Körpereigene, nicht elektronische und elektronische Kommunikationsformen können Menschen mit eingeschränkter oder fehlender Lautsprache darin unterstützen, Bedürfnisse, Entscheidungen und Gefühle auszudrücken und Beziehungen aktiv mitzugestalten. Auch das Picture Exchange Communication System (PECS) wird in seinen Grundzügen vorgestellt.

Der TEACCH-Ansatz bietet mit Strukturierung und Visualisierung Möglichkeiten, Räume, Aufgaben und Abläufe verständlich und verlässlich zu gestalten. Marte Meo eröffnet als videobasierter, ressourcenorientierter Ansatz einen differenzierten Blick auf Kommunikation, Interaktion und gelingende Kontaktmomente. Die Profilarbeit stärkt Selbstvertretung, indem Bedürfnisse, Stärken, Interessen und hilfreiche Rahmenbedingungen gemeinsam beschrieben werden.

Weitere Konzepte wie Applied Behavior Analysis (ABA) und Autismusspezifische Verhaltenstherapie (AVT) werden hinsichtlich ihrer Grundlagen, Ziele und Grenzen sowie unter den Gesichtspunkten Ethik, Selbstbestimmung, Neurodiversität und Teilhabe kritisch diskutiert.

Sie haben die Möglichkeit, folgende Kompetenzen zu erwerben:

  • Grundprinzipien von Marte Meo und entwicklungsunterstützender Kommunikation kennenzulernen,
  • zentrale Prinzipien des TEACCH-Ansatzes zu erläutern und Ideen zur Strukturierung und Visualisierung zu entwickeln,
  • Formen der Unterstützten Kommunikation fachlich einzuordnen und den grundlegenden Ablauf von PECS zu beschreiben,
  • Profilarbeit als Instrument der Selbstvertretung und Teilhabeplanung einzusetzen,
  • weitere methodische Ansätze fachlich, ethisch und neurodiversitätssensibel zu reflektieren,
  • passende Handlungsideen für Einzel- und Gruppensettings zu entwickeln und auf die eigene Praxis zu übertragen.

  • Pflichtbestandteil für das Zertifikat "Heilpädagogische Autismus-Beratung für Entwicklung und Teilhabe".


    Fachberatung und Fallarbeit im Tätigkeitsfeld Autismus-Spektrum

    Fachberatung unterstützt dabei, herausfordernde berufliche Situationen strukturiert zu reflektieren, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und tragfähige Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Sie macht Ressourcen und Wechselwirkungen sichtbar und hilft, Teilhabe- und Handlungsbarrieren differenziert zu verstehen.

    Im Mittelpunkt stehen konkrete eigene Fälle aus der Praxis der Teilnehmenden. Vor dem Modul erhalten alle vorbereitende Unterlagen, mit denen sie einen anonymisierten Fall, relevante Kontextinformationen und eine präzise Beratungsfrage aufbereiten. Im Seminar werden diese Fälle gemeinsam beraten. Die Teilnehmenden übernehmen dabei wechselnde Rollen: Sie stellen den eigenen Fall vor, strukturieren Beratungsprozesse und beraten die Fälle anderer Teilnehmender.

    Ausgewählte Fachberatungsmodelle geben der Fallarbeit einen verlässlichen Rahmen. Ziel ist keine vorschnelle Lösung, sondern ein mehrdimensionales Verstehen: Was gelingt bereits? Welche individuellen und umweltbezogenen Faktoren wirken zusammen? Welche nächsten Entwicklungs-, Unterstützungs- und Handlungsschritte sind realistisch? Die Ergebnisse werden in alltagsnahe Strategien für den jeweiligen Tätigkeitsbereich übersetzt.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist Marte Meo als videogestützte Fachberatung. Kurze Sequenzen aus Alltagssituationen ermöglichen, Interaktions- und Kommunikationsprozesse genau zu betrachten und gelingende Momente sowie entwicklungsunterstützende Handlungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. Fachliche, ethische und datenschutzrechtliche Voraussetzungen werden dabei berücksichtigt.

    Sie haben die Möglichkeit, folgende Kompetenzen zu erwerben:

  • einen eigenen Praxisfall mithilfe der Unterlagen strukturiert, anonymisiert und mit einer klaren Beratungsfrage vorzustellen,
  • unterschiedliche Modelle der Fachberatung kennenzulernen und auf konkrete Fälle anzuwenden,
  • Fälle kollegial, ressourcenorientiert und multiperspektivisch zu beraten,
  • Ressourcen, Teilhabebarrieren und realistische nächste Handlungsschritte zu identifizieren,
  • zentrale Marte-Meo-Elemente in der videogestützten Fachberatung zu nutzen,
  • die eigene professionelle Haltung und das heilpädagogische Handlungsrepertoire zu reflektieren und zu erweitern.


  • Basismodul 2 | Heilpädagogische Aufgaben im Kontext von Diagnostik und Förderplanung

    Aufbauend auf Basismodul 1 richtet dieses Modul den Blick auf diagnostische Prozesse und deren Bedeutung für eine individuelle heilpädagogische Unterstützungs- und Förderplanung. Strukturierte Beobachtungs- und Erhebungsverfahren helfen, Besonderheiten und Ressourcen in Wahrnehmungsverarbeitung, Kommunikation und sozialer Interaktion differenziert zu erfassen.

    Die Teilnehmenden erhalten eine fundierte Einführung in die Diagnostische Beobachtungsskala für Autistische Störungen – 2 (ADOS-2). Das standardisierte, modular aufgebaute Verfahren erfasst anhand strukturierter Aktivitäten und Gesprächssituationen unter anderem Kommunikation, soziale Interaktion, Spiel- und Vorstellungsvermögen sowie weitere autismusspezifisch relevante Verhaltensweisen. Die Modulauswahl orientiert sich an Alter, Entwicklungsstand und sprachlichen Fähigkeiten der untersuchten Person.

    Ergänzend wird das Diagnostische Interview für Autismus – Revidiert (ADI-R) vorgestellt. Das strukturierte Interview mit Eltern oder anderen engen Bezugspersonen bezieht Informationen zur frühen Entwicklung, zum Spracherwerb, zu Spiel und Interaktion sowie zu Interessen, Routinen und wiederkehrenden Verhaltensweisen ein.

    Beide Verfahren werden als Bestandteile einer umfassenden, multiperspektivischen Diagnostik betrachtet. Aussagekraft und Grenzen standardisierter Verfahren werden kritisch reflektiert. Im Mittelpunkt steht die Übertragung diagnostischer Erkenntnisse in ressourcenorientierte, neurodiversitätssensible und teilhabefördernde Ziele und Handlungsschritte.

    Sie haben die Möglichkeit, folgende Kompetenzen zu erwerben:

    • Aufbau, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von ADOS-2 und ADI-R kennenzulernen,

    • weitere Test-, Entwicklungs- und Screeningverfahren fachlich einzuordnen,

    • diagnostische Beobachtungen systematisch zu erfassen und multiperspektivisch auszuwerten,

    • Kompetenzen, Interessen, Ressourcen und unterstützende Umweltfaktoren zu identifizieren,

    • ein differenziertes individuelles Entwicklungs- und Unterstützungsprofil zu erstellen,

    • diagnostische Erkenntnisse in konkrete heilpädagogische Ziele und Handlungsstrategien zu überführen,

    • die eigene diagnostische Haltung und Verantwortung im interdisziplinären Prozess zu reflektieren.

    Pflichtbestandteil für das Zertifikat "Heilpädagogische Autismus-Beratung für Entwicklung und Teilhabe".



    ICF für personenzentrierte Planungen: Bedarfe, Wünsche, Ziele

    Laut SGB IX ist eine ICF-orientierte Bedarfsermittlung gesetzt. Damit rücken Aspekte der Aktivität und Teilhabe mehr in den Fokus, wohingegen standardisierte Testdiagnostik eher eine Funktionseinschränkung in verschiedenen Entwicklungsbereichen als eine Beeinträchtigung von Teilhabe beschreiben.

    Die ICF ist ein sehr umfassendes Bedarfsermittlungsinstrument, sie stellt eine gemeinsame Sprache für das (interdisziplinäre) Team dar und erfasst auf Grundlage eines bio-psycho-sozialen Modells Körperfunktionen und -strukturen sowie in neun Lebensbereichen die Teilhabe der betreffenden Personen und Umfeldfaktoren. Auf dieser Grundlage werden Berichte formuliert und der Antrag auf Eingliederungshilfe gestellt.

    Das Modul geht den Fragen nach, wie es im Rahmen der Eingliederungshilfe möglich ist, Aspekte der Aktivität und Teilhabe zu erfassen und diese zu skalieren. In der Folge steht die Auseinandersetzung mit individuellen Wünschen und möglichen Transfers in Ziele im Mittelpunkt. Die Auseinandersetzung mit partizipativen und personenzentrierten Zielformulierungen einen gewichtigen Bestandteil des Seminars dar.

    Schlussendlich wird erörtert, wie auf Grundlage dieser Erkenntnisse ein Antrag auf (Fortführung der) Eingliederungshilfe formuliert werden kann.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die Bedeutung der ICF in der heilpädagogischen Arbeit darlegen,
  • im diagnostischen Prozess Aspekte der Aktivität und Teilhabe erfassen,
  • partizipativ und personenzentriert Wünsche und Ziele formulieren,
  • einen Bericht und Antrag auf Eingliederungshilfe auf der Grundlage der ICF formulieren,
  • die ICF-orientierte Bedarfsermittlung für personenzentriertes Handeln reflektieren.

  • Vorkenntnisse in der ICF werden vorausgesetzt!

    Optional können Sie das Bedarfsermittlungsinstrument Ihres Bundeslandes vorhalten sowie Förder-/Unterstützungs-/Hilfepläne und personenbezogene Praxisbeispiele.

    Pflichtbestandteil für das Zertifikat "Personenzentrierung konkret".


    Personenzentrierung konkret

    Zeitgemäßes professionelles Handeln mit Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen basiert auf den Leitprinzipien Personenzentrierung, Teilhabe, Empowerment und Lebensqualität. Für deren Umsetzung in konkretes pädagogisches Handeln finden sich im Repertoire der Persönlichen Zukunftsplanung zahlreiche kreative und agile Methoden, die sich konstruktiv und unaufwändig in die fachliche Praxis integrieren lassen. Der Mensch mit Behinderung steht als Akteur:in im Mittelpunkt der personenzentrierten und sozialraumorientierten Prozesse, die partizipativ evaluiert und reflektiert werden. Mit einem starken Blick auf Ressourcen und Stärken der beteiligten Personen sowie der gegebenen Strukturen werden Entwicklungsmöglichkeiten, Teilhaberäume und Begeisterungspotenziale identifiziert, hervorgehoben und für die weitere Weggestaltung genutzt.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Die personenzentrierte Grundhaltung für die Prozessbegleitung einzelner Menschen und Begleitung zur Vermehrung von Teilhabe vertiefen und andere dafür sensibilisieren.
  • Alltagstaugliche Methoden anwenden, um mit Menschen auf Augenhöhe über ihre wichtigen Themen in Gespräch zu kommen und die Person selbst aussagefähig über ihr eigenes Leben auszustatten und
  • Personen und ihre Netzwerke unter Einbezug unterschiedlicher Sichtweisen und Dynamiken stärken.

  • Pflichtbestandteil für das Zertifikat „Personenzentrierung konkret“.


    Tiergestützte Heilpädagogik: Evaluationsmodul

    Das Evaluationsmodul dient der Darstellung und Reflexion des eigenen Kompetenzerwerbs im Verlauf der Weiterbildungsreihe. Hierfür reichen Sie vorher eine schriftliche Abschlussarbeit (10-15 Seiten) über einen Praxisfall ein. Die Abschlussarbeit präsentieren Sie vor der Gruppe (max. 30 Min.), im Anschluss erfolgt eine gemeinsame Diskussion und Reflexion.


    Eine vom BHP beauftragte Person nimmt daran teil.


    Das EAH-Zertifikat "Tiergestützte Heilpädagogik" umfasst 50 Unterrichtseinheiten angeleitete Bildung und 25 Unterrichtseinheiten Selbststudium (Fallarbeit, Literaturstudium, schriftliche Hausarbeit). Das entspricht 2,5 EAH Credits.


    Methoden und Instrumente der personenzentrierten Prozessbegleitung Teil 2

    Dieses Modul nimmt vor allem die individuellen Zukunftsvorstellungen sowie Umfeld- und Sozialraumarbeit in den Blick.

    Zukunftsentwürfe sind zentral für Menschen, da sie die eigene Lebensführung orientieren und ausrichten. Im Mittelpunkt dieses Moduls stehen Methoden und Instrumente, um Wünsche und Lebensziele zu operationalisieren, in überschaubare Schritte zu differenzieren und Mitstreiter:innen zu gewinnen.

    Unterstützungskreise haben sich als konstruktives Element einer personenzentrierten und sozialraumorientierten Prozessbegleitung erwiesen. Zentral ist es, diese sorgfältig aufzubauen und tragfähig zu entwickeln. Im Idealfall empowert sich ein Unterstützungskreis und ist nicht abhängig von einer hauptamtlichen Begleitung.

    Die Person mit Behinderung wird dahingehend unterstützt, eigenständig auskunfts- und sprachfähig zu sein und gleichzeitig die Teilnehmenden des Unterstützungskreises für mögliche individuelle Vorgehensweisen der Kommunikation sensibilisiert. Gemeinsam werden Vorhaben und Zukunftspläne mit Blick auf Potenziale, Verwirklichungschancen und Risiken reflektiert.

    Sie haben die Möglichkeit, sich mit folgenden Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Zukunftsentwürfe und Umfeldarbeit im Kontext personenzentrierter Prozessbegleitung beschreiben,
  • Wünsche und Lebensziele operationalisieren,
  • Unterstützungskreise als personenzentrierte und sozialraumorientierte Methode erläutern und initiieren,
  • Methoden anwenden, um den Sozialraum einer Person zu erforschen, für den Ausbau der persönlichen Netzwerke,
  • passende Orte für mehr Teilhabe entdecken,
  • Zukunftspläne partizipativ evaluieren.


  • Methoden und Instrumente der personenzentrierten Prozessbegleitung Teil 1

    Personenzentriertes Handeln umfasst mehrere Komponenten und Schritte. Im Zentrum steht – so sagt es der Name – die Person. Zu Beginn steht das Kennenlernen der Person mit ihren Interessen und Stärken, mit ihrer Biografie und ihren Zukunftsplänen. Kennenlernen stellt sich also als nicht abzuschließender Prozess dar; es gibt stets neue Facetten zu entdecken.

    Im Seminar werden Methoden und Instrumente für eine ressourcen- und stärkenorientierte personenzentrierte Begleitung erarbeitet. Das bedeutet zum Beispiel, gemeinsam wichtige biografische Stationen zu identifizieren und für die Zukunft nutzbar zu machen oder Teilhabe-Qualität individuell zu beschreiben. Welche Wünsche und Ziele bewegen den Menschen und treiben ihn an?

    Sie haben die Möglichkeit, sich mit folgenden Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Personenzentriertes Handeln beschreiben,
  • die Wünsche einer Person erfassen und gemeinsam Ziele formulieren,
  • Methoden der Biografiearbeit für personenzentriertes Handeln nutzen,
  • Individuelle Stärken und Ressourcen sichtbar machen,
  • Lebensqualität und Teilhabe-Qualität partizipativ evaluieren,
  • das vorgestellte Methodenrepertoire für die heilpädagogische Professionalität reflektieren.


  • Empowerment durch Selbstvertretung - Teilhabe wirksam ermöglichen

    Selbstvertretung ist ein wesentlicher Bestandteil von Selbstbestimmung. Sie zeigt sich dort, wo Menschen ihre Interessen, Bedürfnisse und Rechte erkennen, formulieren und gegenüber anderen wirksam vertreten können. Dafür braucht es zugängliche Informationen, reale Entscheidungsspielräume und eine Unterstützung, die stärkt, ohne zu bevormunden.

    In diesem Seminar setzen Sie sich mit Empowerment als ethischer Grundhaltung und handlungsleitendem Prinzip auseinander. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen darin unterstützt werden können, eigene Entscheidungen zu treffen, ihre Positionen zu entwickeln und Einfluss auf ihre Lebensbedingungen zu nehmen.

    Ein Schwerpunkt liegt auf organisierten Formen der Selbstvertretung wie Heimbeirat, Werkstattrat und Frauenbeauftragten. Praxisnah wird betrachtet, wie diese durch barrierearme Informationen, Qualifizierung, geeignete Assistenz und verlässliche Beteiligungsstrukturen gestärkt werden können.          

    Darüber hinaus geht es um politische und gesellschaftliche Selbstvertretung, etwa in Beiräten, Selbstvertretungsgruppen, Verbänden, kommunalen Beteiligungsverfahren oder öffentlichen Veranstaltungen. Sie entwickeln Möglichkeiten, Menschen dabei zu unterstützen, eigene Anliegen zu formulieren, Rechte wahrzunehmen, Netzwerke aufzubauen und gegenüber Entscheidungsträger wirksam aufzutreten.

    Sie reflektieren Ihre eigene professionelle Rolle, analysieren institutionelle und kommunikative Barrieren und entwickeln konkrete Handlungsmöglichkeiten zur Förderung von Selbstbestimmung und Selbstvertretung.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Empowerment als Leitprinzip von Selbstbestimmungsprozessen verstehen,
  • individuelle, institutionelle und politische Formen der Selbstvertretung einordnen,
  • Menschen bei der Formulierung und Vertretung eigener Interessen unterstützen,
  • Heimbeirat, Werkstattrat und Frauenbeauftragte wirksam begleiten,
  • barrierearme Beteiligungs- und Entscheidungsprozesse gestalten,
  • Machtverhältnisse und institutionelle Barrieren kritisch reflektieren,
  • konkrete Handlungskonzepte für die eigene berufliche Praxis entwickeln.


  • Kommunikation personenzentriert I - Lass Bilder sprechen! - Grafisches Visualisieren

    Personenzentriertes Handeln bedeutet auch, Informationen und Kommunikation so zu gestalten, dass diese in einer notwendigen Komplexität erfasst werden können. Die Vielzahl möglicher Beeinträchtigungen bedingt eine Vielzahl an Notwendigkeiten barrierefreier Gestaltung von Informationen. Visualisierung ist dabei ein äußerst wirkungsvolles Mittel, um Inhalte klar und leicht verständlich zu präsentieren.

    Viele merken sich Bilder leichter als Worte. Visualisierungen erleichtern ein Verständnis der Inhalte sowie deren Verankerung im Gedächtnis. Darüber hinaus ermöglichen sie eine intensivere Konzentration auf das jeweilige Thema.

    Visuelle Medien können im Alltag in der Arbeit mit Klient:innen, in der Protokollierung von Gesprächen und Sitzungen sowie zur Veranschaulichung von komplexen Abläufen und Inhalten eingesetzt werden.

    Dabei geht es nicht um herkömmliche Bilder oder Poster, sondern um die anschauliche Darstellung von Informationen auf eine Weise, die möglichst viele Menschen erreicht. Grafische Visualisierung berücksichtigt unterschiedliche Sinne und stärkt ein inklusives Miteinander, indem verschiedene Formate und Materialien eingesetzt werden.

    Visualisierungen beginnen mit der Übersetzung einer Idee hin zu einem konkreten und zum Anliegen passenden Bild. Daraus entfaltet sich die handwerkliche Umsetzung und individuelle Gestaltung. Schlussendlich gilt es auch hier, eine eigene Bildsprache zu entwickeln.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Kriterien barrierearmer und barrierefreier Informationsvermittlung und Kommunikation beschreiben,
  • Grundlagen grafischer Visualisierung: Menschen, Symbole, Container, Rahmen, Seitenlayout kennen,
  • eine zu gestaltende Seite sinnvoll einrichten und strukturieren,
  • Abstraktes sichtbar machen,
  • Mitkritzeln in Gesprächen: spontane visuelle Protokolle führen,
  • Elemente grafischer Visualisierung für die Prozessbegleitung anwenden,
  • Visualisierungen für das heilpädagogische Handlungsrepertoire reflektieren.