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Innere Denk-Räume schaffen. Reflexive Haltung als Kernkompetenz zur Förderung inklusiver Prozesse in der Kindertagesstätte

Inklusion ist ein vielfältig diskutiertes Thema im bildungspolitischen Diskurs. Das Ziel von Inklusion im Elementarbereich sollte sein, allen Kindern eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, unabhängig von sozialen Zuschreibungsprozessen oder Etikettierungen. Hierbei ist es von besonderer Bedeutung, neben den 'sichtbaren' Barrieren auf rechtlicher, institutioneller oder professioneller Ebene auch jene zu beachten, die nicht sofort erkennbar sind. Der Fokus liegt dabei auf die Betrachtung der "inneren Seite von Inklusion" (Katzenbach 2012) und der damit einhergehenden psychodynamischen Betrachtung von Ein- und Ausgrenzungsprozessen.

Durch das Konzept der Mentalisierung wird ein Bezugsrahmen geschaffen, der zum Nachdenken und Verstehen von mentalen Prozessen auf unterschiedlichen Ebenen einlädt. Inklusion wird so auch als innerpsychischer Prozess der Annäherung und Differenzierung gefasst, dem Anderen einen inneren Raum zur Verfügung zu stellen, mit dem Ziel, zunächst inneren Ausstoßungstendenzen entgegenzuwirken, die letztlich äußere Ausgrenzungsprozesse verursachen. Dabei wird die Bedeutung eines inneren Denkraumes, im Zusammenhang mit inneren inklusiven Prozessen, herausgestellt, die letztlich als eine Voraussetzung für 'äußere' Inklusion betrachtet werden können. Im Sinne 'inklusiver' Professionalisierung pädagogischer Fachkräfte würde es dann darum gehen, entsprechende Handlungskompetenzen zu erlangen, die einen reflexiven Umgang mit (unbewussten) Interaktionsprozessen ermöglichen und Strukturen zu schaffen, die innere Denkräume stabilisieren und erweitern.


Zwischen Haltung und Handlung: Diskriminierungen klar begegnen

Wie können wir in Kita und Frühförderung mit Angehörigen sprechen, die sich rassistisch über anderen Familien äußern, oder Verschwörungsideen im Kitaflur propagieren? Wie reagieren wir auf homophobe oder transfeindliche Aussagen? Und vor welchen unbewussten Vorurteilen sind wir selber nicht gefeit?

Rechtspopulistische Positionen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nehmen mehr und mehr Raum ein in unserer Gesellschaft. Das zeigt sich nicht nur in unseren Parlamenten, sondern auch im Alltag und im Beruf. Als Heilpädagog:innen haben wir einen besonderen Schutzauftrag, der neben dem fachlichen Handeln zu gesellschaftlichen Positionierungen auffordert.

Die Bildungsveranstaltung stellt Rechtspopulismus und den Umgang damit in den Mittelpunkt. Der aktuelle Stand wird analysiert und diskutiert. Darüber hinaus nehmen Übungen, Selbsterfahrung und Reflexion einen hohen Stellenwert ein. Wir werden üben, Diskriminierungen zu erkennen und zu intervenieren. Wir reflektieren die eigene Haltung und gesellschaftliche Position. Wir simulieren Fallbeispiele und erproben verschiedene Interventionen. Dabei erkennen wir an, welche Grenzen uns pädagogische Settings geben und loten aus, welches Maß zwischen Eskalation und Passivität individuell angebracht ist. Ziel ist es, mutiger und zuversichtlicher zu werden, für die eigenen, professionellen Werte einzustehen und Diskriminierungen zu stoppen.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Rechtspopulismus verstehen: Idee von Lebenswert in der NS-Zeit und im aktuellen Rechtspopulismus
  • Diskriminierungen und Rechtspopulismus einordnen,
  • verschiedene Übungen zur Identifizierung von Diskriminierungsformen, zur Regulation der eigenen Emotionen sowie zur Positionierung kennen,
  • heilpädagogische Professionalität und Haltung im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs reflektieren.


  • Bunte Steine - Mein Entwicklungshaus. Ein Diagnostikverfahren für den Einsatz in Kindertagesstätten

    "Bunte Steine – Mein Entwicklungshaus" ist ein nicht-standardisiertes, partizipatives, heilpädagogisches Verfahren zur Entwicklungsfeststellung und Entwicklungsbegleitung für Kinder vom 3. Lebensmonat bis zur Einschulung. Es handelt sich um eine kindorientierte Alternative zu den gängigen Beobachtungs- und Testverfahren.

    Entwicklungspsychologische Grundannahmen bilden die Basis. Das Kind wird spielerisch in das Testverfahren eingebunden, indem es beispielsweise die Felder der Hauswand ausmalt, die die erworbenen Fähigkeiten dokumentieren. Jede Hauswand steht für einen der Entwicklungsbereiche Wahrnehmung, Sozialisation, Kognition und Motorik. Die einzelnen Bausteine symbolisieren die alterstypischen Fähigkeiten.

    Das Verfahren eignet sich aufgrund seiner umfassenden Beobachtungsaufgaben in Verbindung damit, nicht an zeitliche Vorgaben gebunden zu sein, insbesondere für den Einsatz in Kindertagesstätten. Die Verbindung mit der ICF macht es anschlussfähig an aktuelle Verfahren der Bedarfsermittlung.

    Alle Teilnehmenden erhalten einen Bogen "Bunte Steine – Mein Entwicklungshaus". Bitte bringen Sie eigene Entwicklungsberichte mit.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Intention, Aufbau und Grundlagen des "Bunte Steine – Mein Entwicklungshaus" beschreiben,
  • "Bunte Steine – Mein Entwicklungshaus" in verschiedenen Situationen anwenden,
  • mögliche Anschlussstellen für weitere Verfahren identifizieren,
  • mithilfe des Verfahrens ICF-orientierte Ziele sowie einen Förder- und Behandlungsplan formulieren,
  • Materialien und Arbeitshilfen adäquat auswählen,
  • das Verfahren in Beziehung zur eigenen Rolle als diagnostizierende Fachkraft reflektieren.

  • Sei doch nicht so eigensinnig! - Verhaltensbesonderheiten aufgrund von Wahrnehmungsstörungen im Alter von 3-6 Jahren

    "Kinder sind sinnreiche Wesen. Sie haben Spaß am Einsatz all ihrer Sinne. Noch haben sie eine Antenne für alles, was ihre elementaren Sinneswahrnehmungen betrifft. Auf den ersten Blick scheinbar sinnloses Tun kann zugleich sehr sinnvoll sein, wenn man sich als Erwachsener auf die Erlebnisebene der Kinder einlässt" (Zimmer [2009]: Handbuch der Sinneswahrnehmung, S. 9).

    Generell wird von intrinsischer Motivation der Kinder ausgegangen, mit ihren Sinnen die Welt zu erforschen und eigene Entwicklungsfortschritte in der Auseinandersetzung mit sich selbst und der Außenwelt zu begreifen. Heilpädagog:innen erleben oftmals Kinder, denen es aus verschieden Gründen schwerfällt, bestimmte Sinneswahrnehmungen zu integrieren. Vermeidungsverhalten, Wutanfälle, fein- und grobmotorische Schwierigkeiten, motorische Unruhe gepaart mit Schlafschwierigkeiten oder Essproblemen sowie Kommunikationsbesonderheiten und anderes lässt die Umwelt diese Kinder als eigensinnig, als auffällig erleben. Die Rückmeldung, als schwierig erlebt zu werden, gekoppelt an die problematischen eigenen Sinneserfahrungen, verstärkt häufig ein negatives Selbstbild. Deshalb ist es wichtig, dass Heilpädagog:innen Wahrnehmungsauffälligkeiten als eine mögliche Ursache von besonderem Verhalten entschlüsseln und darauf aufbauend Handlungsstrategien entwickeln können, um gemeinsam mit den betroffenen Kindern daran zu arbeiten.

    Praxisbeispiele werden gerne in die Weiterbildung integriert. Melden Sie sich bitte vorab bei der EAH:
    HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de HYPERLINK "mailto:info@eahonline.de"info@eahonline.de info@eahonline.de

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Wahrnehmung und Wahrnehmungsstörungen beschreiben,
  • Beobachtungshilfen für die verschiedenen Wahrnehmungsbereiche anwenden,
  • die Zusammenhänge von ungünstigen Entwicklungsvoraussetzungen und Hirnentwicklungsprozessen, die für die motivationale- und selektive Wahrnehmungsverarbeitung zuständig sind, erläutern,
  • Strukturierungshilfen für den Stundenaufbau mit 3-6jährigen Kindern mit Wahrnehmungsauffälligkeiten anhand von Fallbeispielen diskutieren,
  • Spielideen zur Wahrnehmungsförderung und verbesserten Neuralintegration entwickeln,
  • die Frage der Abgrenzung heilpädagogischen Handelns zur Arbeit von Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen sowie Physiotherapeut:innen reflektieren.


  • Die Offene Arbeit in Kindertagesstätten -in kritischer Betrachtung ressourcenorientiert für heilpädagogisches Handeln ansetzen

    Deutschlandweit arbeiten mehr und mehr Kindertageseinrichtungen nach dem Ansatz der Offenen Arbeit. Das Fachpersonal erlebt die Chancen und Entfaltungsmöglichkeiten wie auch kritische Punkte und Herausforderungen. Insbesondere bei reizoffenen Kindern werden Überforderungen durch ein Zuviel an Freiräumen konstatiert.

    Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sind in einer ressourcenorientierten Betrachtung und Nutzung gefordert, um die angestrebten positiven Wirkungen für alle Kinder zugänglich zu machen.

    Entstanden ist die Offene Arbeit aufgrund einer Basisbewegung kritischer Pädagoginnen und Pädagogen, die der Wille vereinte, die eigene Praxis reformpädagogisch (z. B. Montessori, Korczak) auszurichten und den Kindern individuelle Partizipations- und Entfaltungsräume zu öffnen, indem traditionelle Strukturen pädagogischen Handelns umgewandelt werden.

    Diese Modifizierung der Strukturen kann aus heilpädagogischer Perspektive nicht pauschal geschehen, sondern muss angepasst an die Bedingungen der Kindertagesstätte (Qualifikation und Haltung des Fachpersonals, Räumlichkeiten, etc.) sowie insbesondere an die Bedürfnisse und Bedarfe der Kinder geschehen.

    Gelingt das Offene Arbeiten, so lernen und erfahren Fachpersonen wie Kinder ein Mehr an Partizipation und Teilhabe, Teilhabebarrieren können identifiziert und in Teilhabechancen transformiert werden und die eigene Person wird als Akteur erfahrbar.

    Die Inhalte der Weiterbildung sind methodisch so aufbereitet, dass diese für eine multiplikatorische Vermittlung im Team genutzt werden können.

    Die Veranstaltung findet im Online mit zeitlichem Abstand statt. Die Inhalte aus Teil I werden als formulierte Aufgabe vertieft (in Eigenleistung zu erbringen: Analyse der Kita sowie Ableitung von Impulsen der Weiterentwicklung im Kontext Offenes Arbeiten). Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden in Teil II aufgegriffen, reflektiert und theoriegeleitet ergänzt.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Das Offene Arbeiten in seinen pädagogischen Grundlagen und Zielen beschreiben,
  • verschiedene Strukturen und Formen der Offenen Arbeit diskutieren,
  • verschiedene Öffnungsperspektiven in ihren Chancen und Grenzen erörtern,
  • anhand von Fallbeispielen Settings erarbeiten,
  • die eigene Rolle als Heilpädagog:in in der Kindertagesstätte sowie zum und im Offenen Arbeiten reflektieren.

  • Muss ich jetzt wieder tun, was ich will? - Die Heilpädagogische Spieltherapie als individuelle und interaktionelle Entwicklungsförderung

    Muss in Ihrer heilpädagogischen Entwicklungsförderung das Kind machen, was es will? Begrüßen Sie die Mädchen und Buben in Ihrem Spielzimmer mit den Worten ‚Du bist hier der Bestimmer‘? Sind Sie es gewohnt, die Regieanweisungen des Kindes einzuholen und verkleiden Sie sich deshalb als üble Hexe, als hilflose Kröte oder als furchtsamer Ritter? Antworten die Kinder auf die Frage der Eltern, was sie heute bei Ihnen gemacht haben, mit dem erstaunenden Ausruf: „Gespielt“? Wenn Ihnen diese Fragen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, sind Sie im Handlungskonzept der Heilpädagogischen Spieltherapie angekommen.

    Die Heilpädagogische Spieltherapie ist eine professionelle Spielzeit zwischen einem Kind, dessen Entwicklung angestoßen, dessen Not behoben und dessen Krise bewältigt werden soll und einer hoch spezialisierten Heilpädagogin bzw. einem Heilpädagogen in einer geschaffenen Spezialwelt. Dabei werden dem Kind durch entsprechende spieltherapeutische Interventionen gezielt förderliche, stärkende und ermutigende Erfahrungen innerhalb eines schützenden Spiel- und Beziehungsraumes ermöglicht, die neue und korrigierende Wahrnehmungs-, Fühl-, Denk-, Sprech- und Handlungsweisen beim Kind verankern.

    In diesem Vortrag werden historische, theoretische und praxisbezogene Einblicke in die Heilpädagogische Spieltherapie gegeben und das Handlungskonzept anhand eines Fallbeispiels zur Diskussion gestellt.


    Schutzkonzepte inklusiv gestalten - wirksam, partizipativ und alltagstauglich

    Ein Schutzkonzept entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn es alle Kinder erreicht – unabhängig von Behinderung, Beeinträchtigung oder individuellen Unterstützungsbedarfen.

    In diesem Seminar lernen Sie, Schutzkonzepte inklusionssensibel weiterzuentwickeln und bestehende Bausteine auf Barrieren und Teilhabemöglichkeiten zu überprüfen. Anhand praxisnaher Beispiele werden zentrale Elemente wie Risikoanalyse, Beteiligung, Beschwerdeverfahren, Kommunikation und Prävention aus einer inklusiven Perspektive betrachtet. Ziel ist es, Schutzkonzepte (weiter) zu entwickeln, die nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im pädagogischen Alltag von allen gelebt werden können.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • aktuelle Diskussionen zu Kernbausteinen von Schutzkonzepten kennen,
  • bestehende Schutzkonzepte mit Blick auf inklusive Aspekte und Schutzbedarfe analysieren,
  • inklusive Methoden der Beteiligung in der Potenzial- und Risikoanalyse kennen,
  • die eigene Verantwortung und Rolle als Heilpädagog:in reflektieren.


  • Autistische Kinder in der Kita: Im Spiel fördern und begleiten

    Für autistische Kinder kann es oft herausfordernd sein, auf die Spiel- und Kontaktangebote durch Gleichaltrige oder Bezugspersonen zu reagieren oder diese selbst zu initiieren. Im Seminar werden didaktisch-methodische Schritte erarbeitet, um durch eine gezielte Auswahl und Gestaltung von Spielen und Spielmaterialien die Kontaktbereitschaft und Interaktionsfähigkeiten autistischer Kinder zu entwickeln. Dabei stehen der Bezug zum Lebensalltag der Kinder, die Wahrung der Balance zwischen Struktur und Offenheit und das Mitspielen von Peers im Mittelpunkt.

  • Spielentwicklung und Besonderheiten autistischer Kinder
  • Gestaltung förderlicher Bedingungen (Wie gestalte ich Spiele und Spielmaterialien?)
  • Entwicklungspotenziale im Spiel (Wie kann ich die Entwicklung ganzheitlich unterstützen?)
  • Ideenkiste "Spiel": Von den Entwicklungszielen über die Spielidee bis zur transparenten Visualisierung für Beratungssettings
  • Spielen mit Peers (Wie kann ich die verschiedenen Spielformen und Interessen einer Kindergruppe zusammenführen?)

  • Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • die Besonderheiten der Spielentwicklung bei autistischen Kindern beschreiben,
  • individuell Spielsettings für Kinder des Autismusspektrums entwickeln,
  • Spielsituationen mithilfe von Spielmaterialien mit Blick auf die Kontakt- und Interaktionsbereitschaft der Kinder entwicklungsförderlich gestalten,
  • Entwicklungsziele für ein gemeinsames Spiel formulieren,
  • Zieladäquate Spielideen ableiten,
  • autismussensible Strategien für kooperative Spielprozesse anwenden,

  • die eigene Rolle und Professionalität mit heilpädagogischen Perspektiven reflektieren.


    Heilpädagogische Entwicklungsförderung im Spiel. Begleitung von Kindern mit Komplexer Behinderung in den ersten Lebensjahren

    Das Spiel ist ein wesentliches Element der kindlichen Entwicklung. Im Spiel zeigen Kinder, was sie können, wo ihre Vorlieben sind und welche Themen sie aktuell beschäftigen. Spielsituationen ergeben sich meist "plötzlich" und sind oft nicht planbar. Neugier und Begeisterung der Kinder für andere SpielpartnerInnen (Peers) und die Spielgegenstände bestimmen das Spiel, welches von Prozesshaftigkeit und einem offenen Ausgang geprägt ist.

    Für Kinder mit einem hohen Bedarf in der Verhaltensunterstützung und komplexen Entwicklungshindernissen kann diese Offenheit eine Herausforderung sein, wenn sie beispielsweise die Spiel- und Kontaktangebote potenzieller SpielpartnerInnen, die Möglichkeiten im Umgang mit den Spielgegenständen oder die wechselnden Abläufe und Regeln des Spieles nicht bemerken.

    Im Seminar wird der Frage nachgegangen, wie pädagogische Prozesse für Spielsituationen einerseits zielorientiert geplant und methodisch durchdacht werden können.  Andererseits sollen gemeinsam Antworten darauf gefunden werden, wie durch das Prinzip einer strukturierten Flexibilität das Spiel der Kinder weiterhin offen gestaltet werden kann. Anhand von Praxisbeispielen werden didaktisch-methodische Schritte diskutiert, wie durch eine gezielte Auswahl von Spielformen und Spielmaterialien die Entwicklung von Kontaktbereitschaft und Interaktion, Kommunikation, Lernen und Kooperation unterstützt werden können. Dabei wird Bezug zum Lebensalltag der Kinder genommen und die Übertragbarkeit von unterstützenden Spielstrukturen in das gemeinsame Spiel mit Peers betrachtet.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:


  • Spiel in Bezug auf die Bedarfe von Kindern mit (komplexem) Unterstützungsbedarf beschreiben,
  • Spiel als Ort der Begegnung beschreiben und leben,
  • Spiel als Erfahrungsfeld für den Erwerb von Kompetenzen zur Teilhabe am Familien- und Kitaalltag verstehen,
  • Spielmaterialien personenzentriert auswählen und adaptieren und die eigene Rolle als Fachkraft reflektieren.


  • Ich schau doch nur mal kurz - (kritischer) Medienkonsum von Kindern im Kita- und Grundschulalter als Aufgabe der Heilpädagogik

    Digitale Medien spielen eine immer größere Rolle in den Lebenswelten von Kindern. Die Nutzungszeiten von Kindern wie auch der unbegleitete Konsum nehmen seit einigen Jahren kontinuierlich zu.

    Chancen und Risiken liegen dabei in einem fließenden Übergang oft dicht beieinander: Sie können Freude auslösen und etwa ein Gefühl von Zugehörigkeit stärken, gleichzeitig aber auch zu Überforderung, Angst oder gar Traumatisierungen führen. Das Seminar gibt einen Einblick in verschiedene (Problem-)Dimensionen digitaler Medien aus wissenschaftlicher Perspektive und setzt sich mit Fragen der Medienwirkung und Kindergesundheit auseinander.

    Dann werden verschiedene Herausforderungen im Kontext kindlicher Mediennutzung für heilpädagogisches Handeln mit Kindern bis 10 Jahren – von der Kita über Grundschule bist zur Jugendhilfe – konkretisiert: Sie müssen etwa unterscheiden zwischen förderlichen und hinderlichen Medienerfahrungen, Eltern und andere Institutionen bei Problemen miteinbeziehen und belastende Medienerfahrungen von Kindern kompetent aufgreifen. Hierfür werden verschiedene praktische Maßnahmen für die Elternzusammenarbeit, die eigene und institutionelle Reflexion und Weiterentwicklung sowie heilpädagogische Interventionen bei dysreguliertem Bildschirmmedienkonsum für Einzel- und Gruppensettings vorgestellt.

    Das interaktive Seminar greift praktische Erfahrungen auf, identifiziert fachliche Impulse und bietet Raum, um heilpädagogische Handlungsansätze zu entwickeln.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • verschiedene (Problem-)Dimensionen digitaler Medien aus wissenschaftlicher Perspektive beschreiben,
  • Fragen der Medienwirkung und Kindergesundheit erörtern,
  • Herausforderungen der kindlicher Mediennutzung in verschiedenen Arbeitsfeldern diskutieren,
  • praktische Maßnahmen für die Elternzusammenarbeit kennen,
  • persönliche und institutionelle Rolle reflektieren,
  • heilpädagogische Interventionen bei dysreguliertem Bildschirmmedienkonsum weiterentwickeln.