Projektive Verfahren in der heilpädagogischen Praxis - phänomenologisch befragt
05.03.2027 – 05.03.2027
Online
05.02.2027
Projektive Verfahren versprechen einen besonderen Zugang zu inneren Erlebniswelten, Beziehungserfahrungen und unbewussten psychodynamischen Prozessen zu ermöglichen. Im Unterschied zu standardisierten Testverfahren steht dabei weniger die objektive Messung einzelner Merkmale als das Verstehen individueller Bedeutungs- und Gestaltungsweisen im Vordergrund. Aus psychodynamischer Perspektive können projektive Ausdrucksformen, so die Annahme, Hinweise darauf geben, wie ein Mensch seine innere und äußere Welt wahrnimmt, verarbeitet und gestaltet.
Insofern verstehende Zugänge für die heilpädagogische Praxis von zentraler Bedeutung sind, könnten projektive Verfahren über unterschiedliche Alters- und Entwicklungsstufen hinweg eine wertvolle Erweiterung des heilpädagogischen Methodenarsenals darstellen. Sie eröffnen die Möglichkeit, individuelle Ausdrucksformen dahingehend zu befragen, was sich in ihnen zeigt und welche Bedeutung sie im jeweiligen Entwicklungs-, Beziehungs- und Lebenskontext haben. Zugleich lassen sich aus der Sicht einer phänomenologisch orientierten Heilpädagogik kritische Rückfragen an projektive Verfahren stellen. Vor allem aus Sicht einer Phänomenologie, die in Anlehnung an Bernhard Waldenfels dem Phänomen der Fremdheit Rechnung zu tragen versucht, ist zu hinterfragen: Stellt die Verheißung, einen privilegierten Zugang zu inneren Erlebniswelten und unbewussten psychodynamischen Prozessen zu garantieren, nicht auch eine ethisch bedeutsame Anmaßung dar? Vor diesem Hintergrund gehen mit der Implementierung projektiver Verfahren in heilpädagogische Praxis nicht nur methodische, sondern auch grundlegende Fragen einher: Welche Rolle spielen Grenzen des Verstehens für Heilpädagogische Professionalität.
Referentinnen: Karolina Lutze | Dr. Philipp Seitzer
Termin: Freitag, 05. März 2027, 09:00-12:00 Uhr
Umfang: 4 Einheiten
Anmeldung bitte bis: 05. Februar 2027
Zielgruppe: Heilpädagog:innen und andere pädagogische Fachkräfte
Gruppengröße: max. 20 Personen
Format: Online
Kosten:
BHP-Mitglieder 110,00 €
Nichtmitglieder 150,00 €