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Zielperspektive Inklusive Kinder- und Jugendhilfe: Leistungs- und Leistungserbringungsrecht im SGB VIII (und SGB IX)

Die Reform des SGB VIII führt die Leistungen für alle Kinder und Jugendliche, unabhängig einer Behinderung bzw. deren Art, zusammen. Daraus erwächst für Verfahrenslots:innen die Aufgabe, um die für Leistung und Leistungserbringung relevanten Gesetzestexte zu wissen, deren Systematik zu kennen und so Sorge- und Anspruchsberechtigte kompetent beraten zu können.

Hilfen zur Erziehung und Leistungen zur Teilhabe sind (voraussichtlich) in einem Gesetzesbuch vereint und konturieren gleichzeitig zwei grundlegend unterschiedliche Bedarfslagen und Systematiken: erzieherische und behinderungsbedingte Bedarfe werden nach wie vor als getrennte Leistungstatbestände gefasst.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Leistungserbringung, die Maßnahmen für erzieherische und behinderungsbedingte Bedarfe anbieten kann, an Bedeutung. Inwiefern diese gemeinschaftliche Leistungserbringung rechtlich gefasst werden kann, wird Schritt für Schritt erprobt und gelernt.

Das Modul wird von einem umfangreichen Skript begleitet, das Inhalte und Impulse zum Selbstlernen beinhaltet. Die Teilnehmenden sind explizit zum Selbststudium aufgefordert.

Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:


  • die grundlegende Aufbaustruktur des SGB als Ganzes kennen,
  • das SGB VIII und SGB IX mit Hinblick auf die gesetzlichen Änderungen für eine inklusive Lösung nachvollziehen,
  • erzieherische und behinderungsbedingte Bedarfe sozialrechtlich verorten,
  • Sorge- und Anspruchsberechtigte für Fragen der Leistungsansprüche und Leistungsarten beraten,
  • die eigene Rolle und Aufgaben als Verfahrenslots:in vor dem Hintergrund sozialrechtlicher Fragen reflektieren.

  • Abschließend ist Raum für Fragen, Hinweise und Möglichkeit zur deutschlandweiten Vernetzung von Verfahrenslots:innen.


    Heilpädagogische Familienhilfe im Sozialrecht

    Heilpädagogische Familienhilfe wird als Angebot einer umfassenden Unterstützung und Begleitung von Familien bekannter. Gleichzeitig lässt sich diese sozialrechtlich nicht eindeutig festlegen. Heilpädagogische Familienhilfe wird sowohl aus der Kinder- und Jugendhilfe als auch aus der Eingliederungshilfe als auch in einer Verbindung aus beiden Sozialgesetzbüchern erbracht.

    Vor diesem Hintergrund und in Verbindung mit der Leitlinie, nicht zwischen behinderungsbedingten und erzieherischen Bedarfen zu unterscheiden, stellt die Heilpädagogische Familienhilfe einen bedeutsamen und innovativen Baustein einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe dar.

    Ein fundiertes Verständnis der sozialrechtlichen Verortung und Fassung Heilpädagogischer Familienhilfe ist aus diesen Gründen von hoher Bedeutung. Mit diesen Aspekten setzt sich das Modul intensiv auseinander.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • das gegliederte Sozialsystem kennen,
  • das sozialrechtliche System entlang des Spannungsfeldes "Individualanspruch versus Infrastrukturhilfe" beschreiben,
  • im Leistungsrecht des SGB VIII die Hilfen zur Erziehung sowie die Teilhabeleistungen nach § 35a erläutern,
  • Hilfeplanung und kommunale Verwaltungsstrukturen darstellen,
  • im Leistungsrecht des SGB IX den leistungsberechtigten Personenkreis kennen (§ 99 SGB IX),
  • den Begriff der Wesentlichkeit in Bezug auf Behinderung diskutieren,
  • Leistungsgruppen und -inhalte, insbesondere Frühförderung und Heilpädagogik, darlegen,
  • die Zuständigkeiten weiterer Reha-Träger skizzieren,
  • Grundlagen des Vertragsrechts erläutern,
  • Heilpädagogische Familienhilfe als Möglichkeit der Leistungserbringung "(wie) aus einer Hand" sozialrechtlich fassen.


  • Wachstum wagen?! Unternehmer:innencoaching für Heilpädagog:innen. Teil 5: Fachvortrag SGB VIII

    Inhaber:innen Heilpädagogischer Praxen, Einrichtungen und Dienste bewegen sich in einem vielschichtigen Geflecht: Ethische Werte und heilpädagogische Konzepte werden gerahmt von rechtlichen Strukturen und ökonomischen Notwendigkeiten. In dieses Feld hinein wirken darüber hinaus Personalfragen und Erwartungen von Adressat:innen.

    Das Treffen von Entscheidungen erfordert Weitblick und Umsicht, um alle Aspekte adäquat zu berücksichtigen und möglichst konstruktiv zu priorisieren.

    Der Weg des heilpädagogischen Unternehmertums zeichnet sich aus durch ein zeitgleiches Jonglieren mit zahlreichen Rollen: Inhaber:in, Vorgesetzte:r, Kolleg:in, Finanzkontrolleur:in, Beschwerdemanager:in, Tröster:in etc. Diese Jonglage mit vielen Bällen braucht Übung und Erfahrung; auch Scheitern gehört dazu.

    Manche Etappen auf dem Weg sind besonders: Ein weiterer Ball kommt hinzu. Viele Selbstständige fragen sich irgendwann: Möchte / sollte / kann ich Mitarbeitende einstellen? Möchte / sollte / kann ich mit meinem Unternehmen weiterwachsen? Was brauche ich dazu? Was ist der Preis? Wie sehe ich meine weitere persönliche Entwicklung?

    Das neue Coaching-Angebot für heilpädagogische Unternehmer:innen vereint zwei Prozesse: Die persönliche Weiterentwicklung der unternehmerischen Rolle sowie die Vermittlung von Fachinformationen zu grundlegenden unternehmerischen Fragestellungen. In dem hybriden Veranstaltungsformat mit sechs Terminen innerhalb von sieben Monaten stehen diese beiden Prozesse im Mittelpunkt.

    Den Rahmen bildet jeweils eine Tagesveranstaltung in Präsenz. In der Mitte stehen drei Online-Formate zu den Themen Arbeits-, Steuer- und Gesellschaftsrecht, SGB VIII und SGB IX. Stets ist Raum für Ihre Fragen und Anliegen; Sie gestalten Ihren individuellen Gesamt-Entwicklungsprozess.

    Das Unternehmer:innencoaching hat zum Ziel, dass Sie mit guter Vorbereitung und Stärkung frei entscheiden können, ob Sie einen weiteren Ball in Ihre Jonglage mit aufnehmen wollen. Und, wie Sie sich auch entscheiden, entspannt die weiteren Etappen Ihres Weges als selbstständige:r Heilpädagog:in genießen.

    Folgende Inhalte sind im Rahmen des Unternehmer:innencoachings vorgesehen:

  • Teil 1: Ziel- und Rollenklärung | Thorsten Janssen | 30.05.26 | 10.00–16.30 Uhr | Essen
  • Teil 2: Steuer- und Gesellschaftsrecht | Birger Sönnichsen | 13.06.26 | 10.00–14.30 Uhr | Online
  • Teil 3: Arbeitsrecht | Gabriele Xaver | 19.09.26 | 10.00–14.30 Uhr | Online
  • Teil 4: Organisationsentwicklung | Thorsten Janssen | 10.10.26 | 10.00 Uhr–14.30 Uhr | Online
  • Teil 5: SGB VIII und SGB IX | Stefanie Ulrich | 14.11.26 | 10.00 Uhr–14.30 Uhr | Online
  • Teil 6: Ausblick | Thorsten Janssen | 12.12.26 | 10.00 Uhr–16.30 Uhr | Essen


  • Elternbildung im Kontext von Autismus und Migration

    Die Zahl autistischer Kinder und Jugendlicher im Kontext von Migration in vorschulischen Einrichtungen, in der Schule und in Therapie- und Fördersystemen nimmt zu. Dies bringt hohe Anforderungen an die Akteur:innen der pädagogischen Settings mit sich, da neben der Entwicklung und Gestaltung autismussensibler Settings und Maßnahmen möglicherweise Sprachbarrieren und andere Blickweisen auf das Phänomen Autismus in die pädagogischen Prozesse hineinwirken. Mit dieser Veranstaltung werden insbesondere die Eltern in den Blick genommen.

    Bei der Entwicklung von pädagogischen Angeboten und in Beratungssituationen ist es wichtig, die soziale Verortung der Familien und ihr erhöhtes Risiko für Ausgrenzungserfahrungen zu berücksichtigen. Weiterhin sollen mit den Eltern Räume für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Solidarität sowie für gemeinsames Lernen über das Leben mit einem autistischen Kind in Deutschland eröffnet und gestaltet werden.

    Partizipative Ansätze in der Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen ermöglichen die Identifizierung von Ressourcen und Potenzialen sowie gesellschaftlichen Barrieren. Gemeinsam können Wege entwickelt und projektiert werden; Eltern erleben sich als wirksam.

    Die Inhalte werden entlang der Erfahrungen mit dem innovativen Elternbildungsprojekt "Autismus – Handlungssicherheit im Umgang mit autistischen Kindern" erarbeitet. Die Referentin führt das Projekt im Auftrag von MINA – Leben in Vielfalt e.V. durch. Es richtet sich an Familien mit autistischen Kindern mit Migrations- und Fluchterfahrung, die in Berlin-Neukölln wohnen.

    Praxiserfahrungen werden mit theoretischen Betrachtungen verknüpft und als Handlungsleitfaden vorgestellt.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:


  • Migrationsbedingte Risiken im Zusammenhang mit Autismus beschreiben,
  • die Ziele und Bedürfnisse von Familien und für Elternbildung identifizieren,  
  • Risikolagen im Kontext von Autismus und Migration erkennen,
  • wichtige migrationssensible Aspekte beim Aufbau eines Elternbildungsprojektes erläutern,
  • Ziele, Inhalte und Rahmenbedingungen für Elternbildungsprojekte diskutieren
  • Leitlinien sowie Erkenntnisse des Elternbildungsprojekts für die heilpädagogische Praxis reflektieren.


  • Fallbesprechungen mit dem Low Arousal Ansatz gestalten - herausforderndes Verhalten verstehen, handlungsstark bleiben

    Herausforderndes Verhalten ist in den unterschiedlichen Lebens- und Lernbereichen, z. B. in Kitas, Schulen oder Wohnheimen, ein allgegenwärtiges Thema. Menschen mit Beeinträchtigungen, psychischen Erkrankungen oder seelischen Verletzungen, z. B. durch Traumata oder Bindungsstörungen, Menschen aus dem Autismus Spektrum oder Menschen mit Einschränkungen in der Kommunikation nutzen mitunter andere Wege, um Überforderung, Ängste, Bedürfnisse o. Ä. zu zeigen. Sie schreien, verletzen sich oder andere, werfen mit Gegenständen, produzieren laute Geräusche, um sich zu regulieren, verweigern sich etc.Die Herausforderungen sind erheblich und können Fachkräfte an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringen.Mit der heilpädagogischen Berufsethik und mit der Grundhaltung des Low Arousal Ansatzes wird von einem wertschätzenden Verständnis von Menschen mit herausforderndem Verhalten ausgegangen. Wir nehmen andere Personen wie auch uns selbst mit den individuellen Fähigkeiten und Ressourcen an, gehen in Resonanz und wechseln Perspektiven, um uns den Ursachen des Verhaltens anzunähern. Weitergehend versuchen wir herauszufinden, welche Unterstützung benötigt wird und wie wir den pädagogischen Rahmen an die Bedürfnisse der Klient:innen anpassen können.Für einen unaufgeregten Umgang mit Menschen, die sich herausfordernd verhalten, sind ganz verschiedene Kompetenzen gefragt und in akuten Krisensituationen ist schnelles Handeln erforderlich.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Den Low-Arousal-Ansatz in seinen theoretischen Grundlagen beschreiben,
  • verschiedene Erklärungsansätze für herausforderndes Verhalten darlegen,
  • Ursachen, Auslöser und Funktionen herausfordernden Verhaltens identifizieren,
  • einfache und effektive Strategien im Umgang mit herausforderndem Verhalten anwenden,
  • Handlungsstrategien entwickeln, um langfristige Veränderungen des Verhaltens zu erreichen, Krisen zu vermeiden und im Notfall handlungsfähig zu bleiben,
  • handlungsleitende Prinzipien für eine Reflexion der Situation, der eigenen Denkmuster sowie des Gegenübers erörtern,
  • den Low-Arousal-Ansatz in das eigene heilpädagogische Handlungsrepertoire integrieren,
  • geeignete Methoden kennen, um in Fallbesprechungen herausforderndes Verhalten zu analysieren sowie geeignete Lösungsideen zu entwickeln,
  • Stress und Krisen, Eskalationen und Gewalt unaufgeregt begegnen,
  • Kolleg:innen zum Thema herausforderndes Verhalten beraten,
  • die eigene Rolle als Beteiligte des Geschehens reflektieren.

  • Die Weiterbildung ist in drei Blöcke à 8 Stunden aufgeteilt. Das Einbringen eigener Fallbeispiele ist ausdrücklich erwünscht.


    Was Eltern stärkt - Methoden für die ressourcenorientierte Zusammenarbeit

    Eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Eltern bildet das Fundament erfolgreicher ambulanter Erziehungshilfen. Dieses Modul erweitert den fachlichen Horizont und geht der zentralen Frage nach: Wie gelingt eine ressourcenorientierte, empathische Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen auch unter erschwerten Bedingungen?

    Sie lernen bewährte Ansätze und Methoden kennen und erproben diese praktisch – von aktivem Zuhören über dialogische Haltungen bis hin zu Methoden aus der systemischen Familienarbeit. Dabei werden die Inhalte anhand konkreter Fallgeschichten aus der Praxis vermittelt und gemeinsam erarbeitet.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Die zentrale Bedeutung der Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Sorgeberechtigten im Kontext Heilpädagogischer Familienhilfe beschreiben,
  • Methoden der Zusammenarbeit mit Eltern situationsangemessen anwenden,
  • Grenzen der Zusammenarbeit mit Eltern und Sorgeberechtigten identifizieren,
  • Kriterien für eine Evaluation der Zusammenarbeit mit Eltern und Sorgeberechtigten entwickeln,
  • Fragen des Kinderschutzes sensibel und konstruktiv bei Bedarf mit Eltern thematisieren,
  • das eigene Gesprächsverhalten im Kontakt mit Eltern und Sorgeberechtigten reflektieren.


  • Kinder von Eltern mit psychischer Erkrankung in ambulanten Hilfen

    Kinder und Jugendliche stehen mit ihrem Erleben und ihren Bedürfnissen bezüglich der Erkrankung einer engen Bezugsperson im Fokus des Moduls. Wie kann hier heilpädagogische Arbeit gestaltet werden und wie bettet sich diese in den Gesamtkontext Heilpädagogische Familienhilfe ein? Welche Erfahrungen und Erkenntnisse gibt es und welche Ansätze haben sich bewährt? Welche Schutzfaktoren sind notwendig, um ein möglichst unbelastetes Aufwachsen zu ermöglichen? Wie kann eine nachhaltige Unterstützung gestaltet werden? Es werden zudem unterschiedliche Krankheitsbilder der Erwachsenen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Heranwachsenden und für die Familiendynamik beleuchtet.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Herausforderungen und mögliche Barrieren für Kinder und Jugendliche beschreiben, deren Eltern(-teil) eine psychische oder Suchterkrankung haben,
  • Ressourcen und Schutzfaktoren für Kinder systematisch identifizieren und stärken,
  • verschiedene Krankheitsbilder (z. B. Depression, Angststörungen, Bipolare Erkrankungen) in ihren Auswirkungen auf die Familiendynamik darlegen,
  • kindbezogene Handlungskonzepte im Rahmen der Heilpädagogischen Familienhilfe entwickeln,
  • bekannte Handlungskonzepte für individuelle und familiäre Bedarfe anpassen,
  • die eigene Rolle und Position mit Blick auf heilpädagogische Professionalität reflektieren.



  • Heilpädagogische Familienhilfe - Einführung | Pflicht

    Die Heilpädagogische Familienhilfe etabliert sich zunehmend als wichtiger Baustein in der ambulanten Jugendhilfe. Darüber hinaus gewinnt diese Form der Familienbegleitung und -unterstützung auch für Anbieter der Frühförderung an Bedeutung, da sie einen konstruktiven Umgang mit komplexen Familienbedarfen ermöglicht.

    Als vielseitig einsetzbare Hilfeform ist die Heilpädagogische Familienhilfe an verschiedenen Stellen im Sozialsystem denkbar und realisierbar. Eine fundierte Begriffsdiskussion und -klärung bildet daher das Fundament dieser Weiterbildung.

    Ausgehend von gesetzlichen Grundlagen und der Erörterung heilpädagogischer Haltungen sowie institutioneller Voraussetzungen erarbeiten Sie ein umfassendes Verständnis der Heilpädagogischen Familienhilfe. Dieses wird durch die Vorstellung konkreter Konzepte und intensive Fallarbeit vertieft. Leitend ist dabei im Sinne eines inklusiven SGB VIII die bewusste Nicht-Unterscheidung zwischen erzieherischen und behinderungsbedingten Bedarfen in der Leistungserbringung.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Die Heilpädagogische Familienhilfe in ihren Aufgaben und Grenzen gegenüber der Sozialpädagogischen Familienhilfe beschreiben,
  • die Zielgruppe Heilpädagogischer Familienhilfe erläutern,
  • Heilpädagogische Familienhilfe in ihrer Heterogenität verstehen,
  • eine Konzeption Heilpädagogischer Familienhilfe entwickeln,
  • die Leitidee einer Leistungserbringung unabhängig von erzieherischen oder behinderungsbedingten Bedarfen diskutieren,
  • Heilpädagogische Familienhilfe im Kontext eines inklusiven SGB VIII einordnen.

  • Pflichtbestandteil für das Zertifikat "Heilpädagogische Familienhilfe".



    Was Kinder stärkt - Bindung, Beziehung, Begegnung

    Eine der wesentlichen Schutzfaktoren für die kindliche Entwicklung stellt die Eltern-Kind-Beziehung dar. In der Arbeit mit Kindern und Familien, die eine heilpädagogische Entwicklungsbegleitung benötigen, finden sich zahlreiche Risikofaktoren, die es zu verstehen gilt, um Schutzfaktoren ausreichend würdigen zu können. Risikoerhöhende Faktoren, die auch als Vulnerabilität bezeichnet werden, resultieren aus verschiedenen Teilhabeeinschränkungen und Barrieren, die sich beispielsweise aufgrund von genetischen Dispositionen, Behinderungen oder chronischen Erkrankungen innerhalb des Familiensystems ergeben. Weitere, wenig förderliche Einflussfaktoren, aufgrund von Umweltfaktoren, Interaktionen, negatives Pflegeverhalten können außergewöhnliche Belastungsfaktoren in der Familie darstellen. Meist sind diese sogenannten Stressoren in einem Geflecht eines wechselseitigen Bedingungsgefüges eingebunden. Dies führt dazu, dass die Eltern-Kind-Beziehung in eine Schieflage geraten kann, die wenig entwicklungsförderlich ist. Eine sichere Bindung gilt als großer Schutzfaktor und bietet Möglichkeiten für heilpädagogische Interventionen im Rahmen einer heilpädagogischen Familienhilfe.

    Vor diesem Hintergrund gewinnt eine professionelle heilpädagogische Beziehungsgestaltung entlang der Leitideen Wertschätzung und empathischen Verstehen der Person an Bedeutung. Heilpädagogische Interventionen, im Rahmen von bindungsorientierten Grundlagen, sind getragen von einer mentalisierenden Haltung aus der eigenen Authentizität heraus. Das bedeutet eine klare authentische Sprache gegenüber dem Klientel, wie auch Humor, Kreativität, Neugier und Nichtwissen in der Begegnung mit dem Kind. Hier greift das Konzept einer mentalisierungsbasierten (heil-)pädagogischen Intervention. Es eröffnet Möglichkeitsräume im Kontext der Heilpädagogischen Familienhilfe.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:  

  • Die kindliche Entwicklung aus bindungstheoretischer Perspektive beschreiben,
  • Faktoren einer gelingenden Bindungsentwicklung erläutern,
  • heilpädagogische Beziehungsgestaltung mit Blick auf Bindung erörtern,
  • Aspekte der mentalisierungsorientierten Pädagogik kennen,
  • und Verhaltensweisen und maladaptive Strategien in der Eltern-Kind-Dynamiken bindungstheoretisch beleuchten.



  • Was das System und die Einzelnen stärkt - Fallverstehen durch psychoanalytische Pädagogik

    Familiensysteme, die heilpädagogischer Hilfe bedürfen, zeichnen sich häufig durch komplexe Strukturen und verworrene Konfliktlagen aus, z. B. wenn psychische oder Suchterkrankungen vorliegen oder Traumata trangsgenerational weitergegeben wurden/werden. Um konstruktiv tätig werden zu können, bedarf es eines vertieften Verständnisses unbewusst wirksamer Dynamiken wie Übertragung und Gegenübertragung. Ansätze und Erkenntnisse der psychoanalytischen Pädagogik erweisen sich förderlich für die Erarbeitung eines entsprechenden Verständnisses und der Entwicklung konstruktiver Hypothesen. Mit Hilfe praxisorientierter Fallarbeit wird sich einem Verständnis der Dynamiken angenähert und Strategien entwickelt.

    Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:

  • Stärken und Grenzen psychoanalytischen Pädagogik im Kontext Heilpädagogischer Familienhilfe beschreiben,
  • den fachlichen Blick für unbewusst wirksame Dynamiken im Familiengeschehen schärfen,
  • mithilfe von Erkenntnissen psychoanalytischer Pädagogik konstruktive Hypothesen im Kontext Heilpädagogischer Familienhilfe entwickeln,
  • das Hinzuziehen psychoanalytischer Pädagogik für Heilpädagogische Familienhilfe reflektieren.