Skip to main content
Tag der Heilpädagogik

Interview mit Jürgen Dusel zum Internationalen Tag der Heilpädagogik

Jedes Jahr am 13. April wird der Internationale Tag der Heilpädagogik begangen und bietet Anlass, aktuelle fachliche und gesellschaftspolitische Entwicklungen in den Blick zu nehmen. Der Aktionstag will nicht nur Sichtbarkeit schaffen, sondern auch verdeutlichen, welche Bedeutung heilpädagogische Arbeit für eine inklusive Gesellschaft hat – gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Spannungen.

Vor diesem Hintergrund sprachen wir mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, über den Zusammenhang von Inklusion und Demokratie, aktuelle politische Entwicklungen und die Zukunft inklusiver Strukturen.

Sehr geehrter Herr Dusel, seit 2018 sind Sie Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Ihre Amtszeit steht unter dem Motto „Demokratie braucht Inklusion“. Was verstehen Sie darunter konkret?

Mir ist wichtig, dass man die beiden Begriffe zusammen denkt. Inklusion und Demokratie sind zwei Seiten derselben Medaille. Man könnte auch sagen, dass Inklusion das Betriebssystem einer funktionierenden Demokratie ist. Und ich werbe für mehr Akzeptanz in dem einen wie in dem anderen Bereich. Für Demokratie und Inklusion einzutreten ist zurzeit notwendig. Und wir merken, dass die politischen Kräfte, die ein Problem mit der Demokratie haben, auch meistens ein Problem mit der Inklusion haben. Deswegen ist es für mich weiterhin wichtig zu sagen: Demokratie braucht Inklusion.

Tag der Heilpädagogik: Portrait Jürgen Dusel
Tag der Heilpädagogik: Jürgen Dusel Foto: Behindertenbeauftragter/Anna Spindelndreier

Ihre Aufgabe als Behindertenbeauftragter ist es u.a., politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Veränderungen zu beobachten und die Gesetzgebung aktiv zu begleiten. Wenn Sie auf Ihre bisherige Amtszeit zurückblicken, welche politischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen waren in den vergangenen Jahren bedeutsam für eine gleichwertige Lebensbeteiligung von Menschen mit und ohne Behinderungen?

Ich bin hier als Bundesbehindertenbeauftragter 2018 gestartet und natürlich war zunächst die Coronakrise ganz wesentlich, die kurz darauf auf uns zukam. Wir haben festgestellt, dass da gerade die Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen wirklich massiv unter Druck gerieten. Es ging um Fragen des Impfens, es ging um Fragen des Schützens, es ging um die Frage der Partizipation, und es ging darum, dass Menschen die gleichen Rechte auf Zugang zu Informationen haben. Insbesondere Menschen, die beispielsweise auf Gebärdensprache angewiesen sind, hatten das erst mal nicht.

Jetzt liegt die Coronakrise Gott sei Dank hinter uns. Aber ich merke, dass die Erfahrung der Coronakrise unsere Debatten weiterhin prägt. Für mich persönlich war ganz konkret der Wegfall der Wahlrechtsausschlüsse wichtig, die durchgesetzt wurden. Oder auch die Assistenz im Krankenhaus, die wir mit ins Gesetz reinverhandeln konnten, auch die gesetzliche Regelung zur verbesserten Hilfsmittelversorgung war für mich ein wichtiger Meilenstein. Es ging auch um die Teilhabe am Arbeitsleben, die vierte Stufe der Ausgleichsabgabe ist hierfür das Stichwort. Und für mich besonders wichtig und schön war, dass wir im Dezember 2024 die Teilhabeempfehlungen für eine inklusive Kultur zusammen mit dem Deutschen Kulturrat veröffentlicht haben, mit denen ein besserer Zugang von Menschen mit Behinderungen zum Bereich von Kunst und Kultur erreicht werden soll. Dieses Thema wird uns auch zukünftig weiter begleiten.

Mit dem Amtsantritt von Donald Trump, der sich wiederholt behindertenfeindlich geäußert und Maßnahmen
zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion weitgehend gestoppt hat, sowie dem europaweiten Erstarken rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien zeichnet sich für die Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsbewegung in den USA und Europa ein deutlicher Rückschlag ab. Welche Auswirkungen könnte dieser Trend aus Ihrer Sicht auf die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland haben?

Wir leben in herausfordernden Zeiten, in denen ich befürchte, dass Rückschritte in der Inklusion drohen. Wir erleben zurzeit Debatten über Leistungskürzungen, beispielsweise im Bereich der Eingliederungshilfe. Und wir müssen eine Antwort finden auf diese Herausforderungen.

Diese Antwort muss demokratiegestützt und werteorientiert sein. Wir brauchen mehr Inklusion, mehr Barrierefreiheit und mehr Teilhabe. Hier gilt für uns das Grundgesetz: Jeder hat das Recht auf die Entfaltung seiner Persönlichkeit (Artikel 2), und niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden (Artikel 3). Das sind fundamentale Sätze, aber die müssen auch jetzt in diesen Zeiten gelten.

Durch den Bruch der Bundesregierung im November 2024 wurde die in einem langen Beteiligungsprozess begleitete Umsetzung des Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetzes (IKJHG) ausgebremst. Seitdem warten Verbände, Träger und Selbstvertretungen darauf, wie und wann der Reformprozess in der Kinder- und Jugendhilfe durch die aktuelle Bundesregierung wieder aufgegriffen wird. [Das Interview spiegelt den Wissensstand Anfang März 2026 wider] Was muss aus Ihrer Sicht im IKJHG geregelt werden, damit eine tatsächlich inklusive Kinder- und Jugendhilfe gelingen kann?

Das mag jetzt profan klingen, aber es ist tatsächlich so: Die inklusive Lösung muss inklusiv sein. Das heißt,
die Ideen des SGB IX und SGB VIII müssen zusammen gleichrangig vorhanden sein. Das bedeutet zum Beispiel,
dass personenzentrierte Hilfen aus dem SGB IX sich auch in dem neuen Gesetz wiederfinden müssen und nicht ersetzt werden dürfen durch Hilfen zur Erziehung.

Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Es geht also wirklich darum, dass Kinder mit Behinderungen ihren behinderungsbedingten Mehrbedarf auch weiterhin personenzentriert bekommen. Das ist für mich wichtig. Für mich ist auch wichtig, dass die Einrichtung des Verfahrenslotsen entfristet wird, da ihm aus meiner Sicht eine wichtige Aufgabe zukommt: Bestenfalls ist der Verfahrenslotse, die Verfahrenslotsin wirklich Case-Manager:in. Und zwar nicht nur, was die Information über Hilfen betrifft, sondern notfalls auch das Durchsetzen von Hilfen. Ich meine hier wirklich einen Lotsen oder eine Lotsin, die an Bord geht vor dem Hafen und wirklich dann erst von Bord geht, wenn das Schiff an der Kaimauer angedockt hat. Und nicht zwischendrin. Wir erleben ja ganz oft, dass Familien über ihre Rechte und die Rechte ihrer Kinder gar nicht so viel wissen.
Gerade weil sie auch, wenn sie mit behinderten Kindern leben, ganz andere Dinge zu managen haben, als
sich in diesem Wirrwarr an Zuständigkeiten zurechtzufinden.

Und deswegen ist dieser Verfahrenslotse bzw. diese Verfahrenslotsin für mich so wichtig. Ich
werde mich deshalb auch für die Entfristung einsetzen in dem Gesetzgebungsprozess. Ich erwarte
zum jetzigen Zeitpunkt, dass dieser Prozess auch in Kürze startet.

Am 01.08.2026 tritt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter in Kraft. Im Moment müssen in den Ländern und Kommunen große Anstrengungen darauf verwendet werden, um die entsprechenden
Kapazitäten aufzubauen. Wie kann erreicht und sichergestellt werden, dass auch Kinder und Jugendliche mit
Beeinträchtigungen diesen Rechtsanspruch vollumfänglich nutzen können?

Wir dürfen nicht zulassen, dass der gleiche Fehler, der in Deutschland so oft geschieht, auch dort passiert,
nämlich dass man erst eine Struktur entwickelt und dann hinterher bemerkt, dass diese Struktur für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich ist. Nicht zugänglich, weil sie nicht barrierefrei ist, oder nicht zugänglich, weil das entsprechende Fachpersonal fehlt.

Es geht zunächst darum, dass, wenn Räumlichkeiten geschaffen werden, von Anfang an, dass diese natürlich
barrierefrei sind, und dass Kinder mit Behinderungen Zugang haben. Auch multiprofessionelle Teams müssen
vorhanden sein, also auch Förderpädagog:innen und Heilpädagog:innen. Es braucht Expertise in diesem Bereich. Und diese müssen von den Kommunen vorgehalten werden.

Ich bin aus Erfahrung skeptisch, weil ich oft erlebe, dass erst einmal gestartet wird, ohne die Situation von Erwachsenen und Kindern mit Behinderungen im Blick zu haben. Und das darf eben nicht geschehen. Es geht schließlich nicht um irgendetwas Nettes in dem Zusammenhang, es geht nicht darum, fürsorglich zu sein, sondern es geht um einen Rechtsanspruch.

Und diesen Rechtsanspruch haben eben auch Kinder mit Behinderungen. Und jetzt ist es Aufgabe der Kommune, diesen umzusetzen, denn die vollziehende Gewalt ist an Recht und Gesetz gebunden. So steht es in unserem Grundgesetz, und es ist dafür zu sorgen, dass die Menschen diesen Rechtsanspruch einlösen können.

Anlass dieses Interviews ist der Internationale Tag der Heilpädagogik, der am 13. April dieses Jahres zum fünften Mal begangen wird. Was verbinden Sie persönlich mit dem Beruf des/der Heilpädagog:in?

Ich habe mit den Kolleginnen und Kollegen, die Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, schon sehr lange
zu tun. Mein ganzes Berufsleben ist eigentlich geprägt von dem Thema Teilhabe. Insofern weiß ich natürlich, dass das ein sehr anspruchsvoller Beruf ist. Der Beruf wirkt daran mit, dass Menschen mit Behinderungen empowered werden und es ermöglicht wird, dass sie ihre Rechte tatsächlich auch leben können. Hier sind Heilpädagog:innen ganz wichtige Partner, in ganz unterschiedlichen Settings. Insofern ist es ein sehr wertvoller Beruf und gerade im Zusammenhang mit dem Thema Teilhabe von Menschen mit Behinderungen wirklich unverzichtbar.

Die Heilpädagogik ist überall dort gefragt, wo Menschen jedes Alters aufgrund von sozialem Ausschluss, Beeinträchtigung oder (drohender) Behinderung vor Entwicklungs- und Teilhabebarrieren stehen. Welche Rolle nehmen soziale Berufe wie die Heilpädagogik in Ihrer Wahrnehmung bei dem Abbau gesellschaftlicher Barrieren ein? Was müsste sich aus Ihrer Sicht in den sozialen Berufen gegebenenfalls ändern, um den Abbau von sozialen oder gesellschaftlichen Barrieren zu beschleunigen?

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sind im Grunde Expert:innen, die sehr gut zusammen mit Menschen mit Behinderungen Barrieren identifizieren können. Das gilt sowohl für individuelle Barrieren als auch für gesellschaftliche Barrieren.

Sie können somit auch zur Bewusstseinsbildung beitragen und dann auch konkret zum Abbau von Barrieren. Das ist das eine. Und das Zweite ist, dass Heilpädagog:innen durch Konzepte und individuelle Lösungen Begegnungen schaffen können von Menschen mit und ohne Behinderungen. Das ist wichtig, weil wir nur im Dialog lernen und es dafür entscheidend ist, dass Menschen mit und ohne Behinderungen sich begegnen, austauschen und voneinander lernen können. Auch Vorurteile und Stereotype können in der Begegnung hinterfragt werden. Da spielen Heilpädagog:innen eine wichtige Rolle. Oder im Bereich der Assistenz: welche Assistenz ist notwendig, welche Konzepte gibt es in dem Bereich.

Insofern ist das ein wichtiger Beruf und kann wirklich mit dazu beitragen, dass wir uns weiter zu einer Gesellschaft entwickeln, die möglichst wenig Barrieren beinhaltet. Das ist letztlich auch Demokratiearbeit.

Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


Heilpädagogik-Podcast Care-Arbeit

Neue Folge: Irgendwas mit Menschen - der Heilpädagogik-Podcast

Neue Folge des Heilpädagogik-Podcast erschienen: „Tine Haubner, unsichtbar, unterbezahlt, unverzichtbar – wie können wir Care-Berufe aufwerten?“

Care-Arbeit ist zentral für unsere Gesellschaft – und zugleich strukturell abgewertet. In diesem Podcast sprechen wir mit der Soziologin Prof. Dr. Tine Haubner darüber, warum das so ist und was sich ändern muss. Seit vielen Jahren forscht sie zu Care-Arbeit und der Professionalisierung sozialer Berufe. Gemeinsam mit Philipp und Jennie analysiert sie, wie eng Care-Arbeit mit Geschlechterverhältnissen, gesellschaftlichen Hierarchien und neoliberalen Strukturen verknüpft ist. Dabei wird deutlich, wie tief Geschlechterrollen in sozialen Berufen verankert sind – und welche Rolle feministische Perspektiven für eine gerechtere Organisation von Arbeit spielen könnten.

Es geht außerdem um die konkreten Folgen dieser Strukturen: um ökonomische Abhängigkeiten, soziale Ungleichheit und die Frage, wie Care-Arbeit gesellschaftlich organisiert und finanziert wird. Auch die Bedeutung von Maskulinitäts- und Femininitätsbildern in der Arbeitswelt wird kritisch beleuchtet. Ihr fragt euch, wie eine Professionalisierungs- und Aufwertungsstrategie für soziale Berufe aussehen könnte? Dann hört euch dieses kluge, pointierte Gespräch mit vielen Aha-Momenten und fundierten soziologischen Einordnungen an. Warum Tine Haubner außerdem empfiehlt, den Namen des Heilpädagogik-Podcasts zu überdenken, erfahrt ihr nur, wenn ihr reinhört.

Tine Haubner empfiehlt das Buch: „Mit Männern leben“ von Manon Garcia

Wir freuen uns über eure Fragen und Anregungen an: podcast@bhponline.de

Den Podcast „Irgendwas mit Menschen – der Heilpädagogik-Podcast“ gibt es auf allen gängigen Podcast-Plattformen und auf unserer Webseite: www.bhponline.de/podcast 


Allgemeiner Platzhalter für Nachrichten ohne Bild

Berufspolitisches Forum 2026: Austausch, Perspektiven und aktuelle Herausforderungen

Am 18. April 2026 lädt der BHP zum ersten Berufspolitischen Forum in einem offenen Diskussionsformat ein. Die Veranstaltung findet online via Zoom von 10:00 bis 15:30 Uhr statt und richtet sich an alle Mitglieder. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Offenes Format für mehr Beteiligung

Mit dem neuen Format verfolgt der BHP ein klares Ziel: mehr Austausch, mehr Beteiligung und mehr Mitgestaltung. Erstmals sind alle Mitglieder eingeladen, sich aktiv in Diskussionen einzubringen und Themen für zukünftige Foren mitzuentwickeln.

Das Forum kombiniert:

  • Impulsvorträge aus Wissenschaft und Praxis
  • Einordnungen durch Expert:innen
  • offene Diskussionen mit allen Teilnehmenden
  • Zwei zentrale Themen im Fokus

Im Mittelpunkt des Forums stehen zwei hochaktuelle berufspolitische Themen:

1. Gewalt und Gewaltschutz in der Eingliederungshilfe

Im ersten Panel wird eine Studie zur Gewalt in Einrichtungen der Eingliederungshilfe vorgestellt. Ergänzt wird der Vortrag durch praxisnahe Perspektiven und fachliche Einordnungen. Anschließend ist Raum für Diskussion und Austausch.

2.  Zukunft der Frühförderung

Das zweite Panel widmet sich den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Frühförderung. Vertreter:innen aus Praxis und Verbandsarbeit bringen ihre Expertise ein und eröffnen die Diskussion über notwendige Weiterentwicklungen.

Austausch und Mitgestaltung

Neben den fachlichen Inputs steht insbesondere der gemeinsame Austausch im Vordergrund. In der Abschlussdiskussion werden neue Themen für zukünftige Mitgliederforen gesammelt – ein wichtiger Schritt hin zu einer stärkeren Beteiligung der Mitglieder an berufspolitischen Prozessen.

Das Programm zum Berufspolitischen Forum im Überblick

10:00 – 10:15 Uhr: Begrüßung und Einführung
10:15 – 12:00 Uhr: Panel 1
12:00 – 12:45 Uhr: Mittagspause
12:45 – 14:30 Uhr: Panel 2
14:45 – 15:30 Uhr: Abschlussdiskussion

Die Eckdaten zum Berufspolitischen Forum für BHP-Mitglieder im Überblick: 

📅 Datum: 18. April 2026
⏰ Zeit: 10:00 – 15:30 Uhr
💻 Format: Online (Zoom)
✅ Teilnahme: ohne Anmeldung

Der Zugangslink wird am Vortag an alle Mitglieder versendet.

Die Einladung zum Berufspolitischen Forum können Sie hier herunterladen:


57. Bundesfachtagung BHP

Save the Date: 57. Bundesfachtagung des BHP

Die 57. Bundesfachtagung des BHP findet vom 27. bis 29. November 2026 in Stuttgart statt.

Unter dem Titel „Sehen, Wahrnehmen, Verständigen. Heilpädagogische Diagnostik als Quelle zum Handeln“ widmet sich die Tagung zentralen Fragen heilpädagogischer Diagnostik und ihrer Bedeutung für professionelles Handeln. Im Fokus stehen aktuelle fachliche Diskurse, praxisnahe Perspektiven sowie der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Berufspolitik.

Die Bundesfachtagung bietet damit erneut einen wichtigen Raum für Vernetzung, fachliche Weiterentwicklung und neue Impulse für die heilpädagogische Arbeit.

Das Programm gibt es ab Ende Mai auf unserer Webseite.


TVöD 2026: Entgelterhöhung ab Mai

Zum 1. Mai 2026 steigen die Entgelte im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) erneut. Beschäftigte bei Bund und Kommunen – einschließlich des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) – profitieren von einer tabellenwirksamen Erhöhung um 2,8 Prozent. Die Anpassung ist Teil des Tarifabschlusses aus dem vergangenen Jahr und stellt die zweite Stufe der vereinbarten Entgeltsteigerungen dar.  Zu den Ergebnissen der Tarifrunde 2025 im TVöD informieren wir Sie hier ausführlich: Einigung Tarifverhandlung öffentlicher Dienst

Was ändert sich konkret?

Zum ersten Mai gibt es 2,8 % mehr Gehalt für alle Entgeltgruppen im TVöD. Das gilt für:

  • Bund und Kommunen
  • Sozial- und Erziehungsdienst (SuE)
  • Pflegebereich

Außerdem gibt es eine Erhöhung für Auszubildende, Praktikant:innen und Studierende um 75 Euro monatlich.

Zusätzlich ab 2026 wirksam wird die Erhöhung der Jahressonderzahlung. Sie steigt beim Bund abhängig von der Entgeltgruppe 5 bis 15 Prozentpunkte, bei den Kommunen erfolgt eine Anhebung auf einheitlich 85 %.

Neu ist ab 2026 zudem die Möglichkeit, einen Teil der Jahressonderzahlung in zusätzliche freie Tage umzuwandeln. Der neu eingeführte § 29a TVöD (VKA/Bund) ermöglicht ab 2026 die Umwandlung von Teilen der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage („Tauschtage“). Damit schafft der Tarifvertrag mehr Flexibilität bei der individuellen Gestaltung zwischen Einkommen und Freizeit. Weitere Informationen zur Umwandlung der Jahressonderzahlung in freie Tage finden sich hier: www.rehm-verlag.de/umwandlung-der-jahressonderzahlung-in-tauschtage/

Einordnung für den Sozial- und Erziehungsdienst

Auch Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst profitieren vollständig von der Erhöhung. Damit steigen die Tabellenentgelte beispielsweise für Heilpädagog:innen, Erzieher:innen, Sozialarbeiter:innen und weitere Fachkräfte, die nach diesem Tarifsystem vergütet werden, entsprechend an.

Die neuen Entgelttabellen gelten ab 1. Mai 2026 und sind derzeit bis 31. März 2027 vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie hier: arbeits-und-tarifrechtliche-informationen

Einen Überblick über die ab Mai gültigen Entgelttabellen finden Sie hier: https://oeffentlicher-dienst-news.de/tvoed-2026-gehaltserhoehung-im-oeffentlichen-dienst-bei-bund-und-kommunen/


Allgemeiner Platzhalter für Nachrichten ohne Bild

TV-L 2026: Tarifergebnis für den öffentlichen Dienst der Länder

In der Tarifrunde 2025/2026 für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber am 14. Februar 2026 auf ein Tarifergebnis geeinigt. Rund 2,6 Millionen Beschäftigte profitieren von den vereinbarten Verbesserungen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Entgelterhöhung in drei Stufen:

  • ab 1. April 2026: +2,8 %, mindestens 100 Euro
  • ab 1. März 2027: +2,0 %
  • ab 1. Januar 2028: +1,0 %

Die Laufzeit des Tarifabschlusses beträgt insgesamt 27 Monate. Neben den Entgelterhöhungen umfasst das Ergebnis auch Verbesserungen für Nachwuchskräfte, insbesondere durch schrittweise steigende Ausbildungsvergütungen. Darüber hinaus wurden weitere tarifliche Anpassungen vereinbart, etwa bei Zulagen, beispielsweise für Schichtarbeit.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der GEW.


Allgemeiner Platzhalter für Nachrichten ohne Bild

Aufruf zur Wahl und zur Kandidatur für die Vorstandswahlen des BHP 2026

Einladung zur Vorstandswahl 2026

Liebe Mitglieder des Berufs- und Fachverbands Heilpädagogik (BHP) e. V., am 27. November 2026 finden im Rahmen der Mitgliederversammlung des BHP die Wahlen für den Vorstand des BHP e. V. statt. Insgesamt sechs Personen können in den Vorstand gewählt werden. Der Vorstand des BHP leitet die Geschicke des BHP und ist das zentrale Entscheidungsorgan unseres Verbandes. Die konkreten Aufgaben des Vorstandes werden in § 13 der Satzung des BHP geregelt.

Als Mitglieder des BHP haben Sie bis zum 15. Mai 2026 die Gelegenheit, sich selbst oder andere Mitglieder des BHP für die Wahl in den Vorstand vorzuschlagen. Eine Festlegung auf ein bestimmtes Amt (Vorstandsvorsitz, stellvertretender Vorstandsvorsitz, Finanzvorstand oder erweiterter Vorstand) ist nicht notwendig. Bei Fragen zu den Aufgaben, Terminen oder Verpflichtungen des Vorstandes stehen Ihnen in der Geschäftsstelle der Geschäftsführer Herr Kai-Raphael Timpe und die stellvertretende Geschäftsführerin Frau Dr. Michaela Menth gerne zur Verfügung. Selbstverständlich können sich Interessierte mit Fragen auch an die Mitglieder des amtierenden Vorstandes wenden.
Bitte senden Sie Ihre Vorschläge bis zum 15. Mai 2026 schriftlich an die folgende Adresse oder Kontaktangabe:

Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP) e. V.
Zu Hd. Herrn Kai-Raphael Timpe
Herzbergstraße 82–84 | 10365 Berlin
Kai.timpe@bhponline.de

Neben der Abstimmungsmöglichkeit während der Mitgliederversammlung am 27. November 2026 haben die
Mitglieder des BHP auch die Möglichkeit zur Abstimmung per Briefwahl. Hierzu informiere ich Sie gesondert in der Ausgabe 03/2026 dieser Zeitschrift, in der auch die Kandidat:innen für das Vorstandsamt vorgestellt werden.

Ich freue mich auf Ihre Vorschläge und stehe Ihnen bei Rückfragen gerne zur Verfügung.
Martin Simmich
Wahlvorstand
E-Mail: familie.simmich@t-online.de


Heilpädagogik-Podcast

Neue Episode des Heilpädagogik-Podcast zum Thema Eltern behinderter Kinder

In dieser Episode des Heilpädagogik-Podcasts sprechen Jennie Cremer und Philipp Bryant mit Tabea Hosche über die vielfältigen Herausforderungen, denen Eltern von Kindern mit Behinderung begegnen.

Tabea Hosche ist Fachjournalistin für die Themen Behinderung und Inklusion. Seit vielen Jahren arbeitet sie als freiberufliche Filmemacherin und Auftragsproduzentin für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Im Gespräch teilt sie sowohl ihre fachliche Perspektive als auch ihre persönlichen Erfahrungen als Mutter eines beeinträchtigten Kindes.

Es geht um komplexe bürokratische Anforderungen, die Familien täglich bewältigen müssen, um Auswirkungen auf Partnerschaft und Geschwisterbeziehungen, um strukturelle Hürden im Gesundheitswesen und um die tatsächliche Umsetzung von Inklusion im Alltag.
Ein eindrückliches und persönliches Gespräch über Belastungen, Sichtbarkeit und die dringende Notwendigkeit struktureller Veränderungen – damit Familien mit beeinträchtigten Kindern die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

In dieser Folge könnt ihr außerdem unsere neue Moderatorin Jennie Cremer kennenlernen, die Rihab Chaabane während der Babyzeit vertritt. Weiterhin mit dabei sind Philipp Bryant und Jan Steffens.


Alle Folgen gibt es hier: bhponline.de/bhp-medien/podcast/

Für noch mehr Informationen rund um die Heilpädagogik gibt es unseren Instagram-Kanal: https://www.instagram.com/bhponline.de/


heilpaedagogik.de Probeabo Fachteitschrift

Jetzt Probeabo der Fachzeitschrift heilpaedagogik.de sichern

Entdecken Sie praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Inhalte aus der Heilpädagogik – mit unserem kostenlosen Probeabo der Fachzeitschrift heilpaedagogik.de. Als vierteljährlich erscheinende Publikation bietet die heilpaedagogik.de Fachartikel, Praxisberichte, Literaturempfehlungen und verbandsinterne Informationen für Fachkräfte, Lehrende und Studierende im heilpädagogischen Feld.

Das erwartet Sie im Probeabo der heilpaedagogik.de

Mit dem Probeabo erhalten Sie vier Ausgaben der Fachzeitschrift kostenlos – einschließlich Versand. Es enthält:

  • aktuelle Fachbeiträge zu Theorie und Praxis der Heilpädagogik
  • Berichte aus heilpädagogischer Praxis und Reflexion
  • Literaturempfehlungen und Rezensionen
  • Informationen zu berufspolitischen Themen, Tarif- und Arbeitsrecht
  • Hinweise zu Fort- und Weiterbildungen und Verbandsarbeit des BHP

Die heilpaedagogik.de erscheint vierteljährlich und richtet sich an Heilpädagog:innen, Fachkräfte aus Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe, sowie Lehrende und Studierende in sozialen Berufen.

So funktioniert das Probeabo der Fachzeitschrift heilpaedagogik.de

Schließen Sie bis zum 15.03.2026 Ihr Probeabo ab und Sie erhalten die Ausgaben 3/2025 und 4/2025 sowie die Ausgabe 1/2026 und die im April erscheinende Ausgabe 2/2026 kostenlos nach Hause – inklusive aller Versandkosten.

Dieses Angebot ist ideal, um den inhaltlichen Mehrwert unserer Fachzeitschrift kennenzulernen.

Nach Ablauf des Probezeitraums können Sie das Abo unkompliziert kündigen bis zum 30.04.2026. Andernfalls wird das Probeabo in ein reguläres Jahresabonnement zu 34,95 € (inkl. Versand) überführt.

Warum sollte ich die Fachzeitschrift heilpdaedagogik.de lesen?

Seit über 25 Jahren begleitet heilpaedagogik.de die heilpädagogische Community mit relevanten Fachbeiträgen und praxisorientierten Inhalten. Die Zeitschrift vereint wissenschaftliche Tiefe mit beruflicher Relevanz und bietet wertvolle Impulse für Ihre tägliche Arbeit und fachliche Entwicklung.

👉 Jetzt Probeabo kostenlos abschließen und regelmäßig hochwertige Inhalte aus Forschung, Praxis und Berufspolitik erhalten!

Hier geht es zum kostenlosen Probeabo

Allgemeiner Platzhalter für Nachrichten ohne Bild

European Learning Lab (ELL): Online-Kick-off zur Teilhabe am Arbeitsleben

Mit dem European Learning Lab (ELL) startet ein neues europäisches Austauschformat für Fachkräfte aus der Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Sozialwirtschaft und angrenzenden Disziplinen. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, internationale Perspektiven zusammenzubringen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und voneinander zu lernen – grenzüberschreitend und praxisnah.

Den Auftakt bildet das Online-Kick-off-Event „Participation in Working Life“, das europäische Perspektiven aus Großbrittanien und Österreich zusammenführt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Unterstützungsbedarf nachhaltig gestaltet werden kann.