Heilpädagogische Diagnostik: Intelligenztests
Intelligenztests zählen zu den klassischen Verfahren im Bereich der Testdiagnostik und wollen die kognitiven Kompetenzen von Menschen einschätzen. Es bedarf einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Intelligenzbegriff und den darin enthaltenen Fähigkeiten sowie einer genauen Kenntnis der Tests, um sie durchführen, auswerten und kritisch beurteilen zu können.
Der Begriff Intelligenz wird unter verschiedenen Perspektiven dargestellt und diskutiert.
Die Integration der Kompetenzen und Erfahrungen der Teilnehmenden in das Seminar sind erwünscht. Die einzelnen Verfahren werden in unterschiedlicher Intensität vorgestellt.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Doktorspiel oder sexueller Übergriff unter Kindern
Wenn Kinder miteinander "Doktor spielen" und sich gegenseitig neugierig mit dem Körper beschäftigen, sind Fachkräfte gefordert, die Situation schnell und sicher einzuschätzen: Handelt es sich um altersgemäße Erkundung oder bereits um grenzverletzendes Verhalten? Und wie reagieren wir professionell, klar und kindgerecht? Kindliche Sexualität ist Teil der ganzheitlichen Entwicklung. Gleichzeitig begegnen vielen Fachkräfte ihr im heilpädagogischen Alltag mit Unsicherheit oder Zurückhaltung. Nicht selten fehlt es an Wissen, Sprache und Handlungssicherheit.
Diese Fortbildung unterstützt Sie dabei, entwicklungsbedingte Ausdrucksformen kindlicher Sexualität besser einzuordnen und bietet Orientierung, um übergriffiges Verhalten sicherer begegnen zu können. Sie reflektieren Ihre Haltung und vertiefen Ihr Wissen im Umgang mit betroffenen und übergriffigen Kindern sowie mit ihren Eltern und dem Team.
In einem geschützten Rahmen haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen zu vertiefen und Ihre Handlungskompetenzen zu erweitern.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Die Teilnahme am Seminar 26 F 9.1 trägt dazu bei, zentrale Grundlagen rund um Sexualität und sexuelle Bildung im Vorfeld zu vertiefen. Eine Teilnahme an 26 F 9.1 ist für dieses Themen-Modul jedoch nicht erforderlich.
Liebe und Partnerschaft professionell begegnen: Fragen und Herausforderungen bei Paarbeziehungen von Menschen mit sog. kognitiven Beeinträchtigungen
Die Themen Liebe und Partnerschaft stellen erwachsene Menschen mit sog. kognitiven Beeinträchtigungen häufig vor große Herausforderungen. Wünsche nach einer Paarbeziehung stehen nicht selten Schwierigkeiten mit der Aufnahme und Pflege einer Paarbeziehung gegenüber: Immer wieder berichten Klient:innen von Problemen, eine:n Partner:in zu finden, von Kommunikationsschwierigkeiten, prompten Beziehungsabbrüchen und von Konflikten im Umgang mit der bzw. dem jeweiligen Partner:in. Aber auch Fachkräfte, die erwachsene Menschen mit sog. kognitiven Beeinträchtigungen bei diesen Themen professionell begleiten (sollen), stehen zumeist vor einem Berg an Fragen und Problemen im Rahmen ihrer Tätigkeit: Immer wieder berichten Fachkräfte von unrealistischen Partnerschaftsvorstellungen seitens der Klient:innen, von eigener Überforderung und mangelnder fachlicher Ausbildung im Blick auf die Themen Liebe und Partnerschaft. Die Thematik fordert also nicht nur Menschen mit sog. kognitiver Beeinträchtigung, sondern auch ihre professionellen Begleiter:innen heraus – was schließlich dazu führt, dass eigentlich niemand so recht weiß, wie den Themen Liebe und Partnerschaft (professionell) begegnet werden kann.
Das Seminar zielt darauf ab, die Teilnehmer:innen für das komplexe Problemfeld Liebe und Partnerschaft im Kontext von sog. kognitiver Beeinträchtigung zu sensibilisieren und gemeinsam Möglichkeiten und Grenzen einer professionellen Begleitung auszuloten. Die Teilnehmer:innen erhalten in dem Seminar:
Haltung und Kultur in Organisationen I: wie geht Personalentwicklung?
Jede Organisation agiert in sich sinnvoll, systemhaft und logisch. Der Aufbau, die Prozesse, das Personal … alles ist so aufeinander abgestimmt, dass ein zentrales Ziel verfolgt wird: sich selbst zu erhalten. Dieses Ziel hinter den fachlichen Zielen (z.B. inklusive Prozesse voranzutreiben, personenzentriert zu handeln, Selbstbestimmung und Selbständigkeit zu ermöglichen) zu kennen, ist besonders für Veränderungsprozesse hilfreich.
Denn: wenn Organisationen sich heute auf die Reise machen und sich, nicht nur ganz der UN-BRK und dem BTHG entsprechend, sondern auch aus fachlichen Gründen immer mehr personenzentriert und sozialraumorientiert ausrichten, geht es im Kern sehr oft um die Frage, wie man bei Mitarbeitenden eine entsprechende Haltung entwickeln und etablieren kann.
Der Vortrag führt in diese Zusammenhänge ein und bietet eine Orientierung für Inhaber:innen von kleinen und mittleren Organisationen sowie Mitarbeitende in Leitungspositionen bzw. mit Gestaltung- und Entwicklungsaufgaben, Organisationslogiken gezielt für Veränderungsprozesse zu nutzen.
SGB IX verstehen - Leistungsüberblick, Vereinbarungen schließen, Entgelte sicher verhande
Das Modul hat zum Ziel, zunächst einen Überblick über die Rahmenbedingungen des SGB IX zu vermitteln und die damit verbundene Sichtweise auf Teilhabe und Eingliederung. Die notwendige Haltungsänderung auf Seiten der Mitarbeitenden der Leistungserbringer wird besprochen, gleichzeitig jedoch auch die Möglichkeiten, die aus diesen neuen Rahmenbedingungen entstehen.
Teil 1 stellt die Basis für das Verständnis der Teile 2 und 3 dar. Im Teil 2 wird konkret auf die Umsetzung der neuen Rahmenbedingungen in den Leistungstatbeständen eingegangen. Die alten und die neuen Leistungstatbestände werden einander gegenübergestellt. Es werden die Leistungen der sozialen Teilhabe, die Leistungen Teilhabe zur Bildung, sowie Leistungen der Teilhabe am Arbeitsleben und der Berufsausbildung angesprochen. Im Teil 3 wird die Umsetzung der Leistungstatbestände Umsetzung in Leistungs- und Vergütungsvereinbarungen besprochen. Hier werden ebenfalls die zwingenden Anforderungen als auch die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten sowie Fallstricke aufgezeigt. Für die Zeit zwischen den Terminen erhalten Sie Aufgaben zur Nachbereitung und Vorbereitung auf den folgenden Termin.
Sie haben somit die Möglichkeit, sich mit Abschluss der drei Termine einen Gesamtüberblick über den Kreislauf des SGB IX von den allgemeinen Rahmenbedingungen bis hin zu deren Abbildung in den Leistungs- und Vergütungsvereinbarungen zu erarbeiten.
Die Teilnehmenden sind aufgefordert, konkrete Beispiele und Fragen ihrer heilpädagogischen Praxis in die Veranstaltung einzubringen.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Leistungen der Eingliederungshilfe für bereits eingeschulte Kinder mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen - Zuständigkeiten, Anspruchsvoraussetzungen und Leistungsumfang
Durch das Online-Seminar werden die Teilnehmenden mit der Zuständigkeit des Trägers der Eingliederungshilfe für bereits eingeschulte Kinder mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen vertraut gemacht. Hierbei werden insbesondere die Zuständigkeitsklärung nach § 14 SGB IX und die sich aus ihr ergebenden Rechtsfolgen vorgestellt und diskutiert. Ferner werden die rechtlichen Voraussetzungen für einen Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe geklärt. Dieser wird von einer ermessensgesteuerten Leistungsgewährung abgegrenzt. Den Teilnehmenden werden die unterschiedlichen Leistungen der Eingliederungshilfe vorgestellt. Hierbei stehen die heilpädagogischen Leistungen und ihre Abgrenzung zu den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation im Fokus. Abschließend erhalten die Teilnehmenden Hinweise zur erfolgreichen Rechtsdurchsetzung.
Einführung in Unterstützte Kommunikation (UK)
Unterstützte Kommunikation (UK) ist insbesondere im Rahmen der Entwicklung der Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen ein Feld heilpädagogischen Handelns. Im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wird Unterstützte Kommunikation als Maßnahme der Teilhabeermöglichung aufgeführt.
In der heilpädagogischen Förderung und Begleitung sind Hauptziele unter anderem Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Selbstbestimmung. Diese Ziele können nur umfassend von jemandem erreicht werden, der selber äußern kann, was seine Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken und Gefühle sind.
Unterstützte Kommunikation bietet dem Umfeld eine Möglichkeit, Kommunikation auf sozial akzeptable Weise allgemeinverständlich anzubahnen bei Menschen, die nicht oder wenig sprechen können. So können sie ihr Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung verwirklichen.
Dieses praxisorientierte Grundlagenseminar bietet einen Überblick über Möglichkeiten und Grenzen Unterstützter Kommunikation. Sie werden hier praktisch in Berührung mit diesem heilpädagogisch-therapeutischen Arbeitsfeld gebracht und erfahren durch eigenes Handeln die Bedeutung von Unterstützter Kommunikation.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
ICF-CY in der heilpädagogischen Arbeit: Anwendung
Mit Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes ergaben sich auch für die heilpädagogischen Leistungen im Bereich der Eingliederungshilfe Änderungen. In vielen Bundesländern änderten sich für den Bereich Früherkennung und Frühförderung die Landesrahmenempfehlungen, wodurch die Hilfebedarfsermittlung auf Grundlage der ICF-CY verbindlich wurde.
Damit rücken Aspekte der Aktivität und Teilhabe der Kinder mehr in den Fokus. Die Merkmale einer drohenden Behinderung, welche vor allem in Interdisziplinären Frühförderstellen und Sozialpädiatrischen Zentren mittels standardisierter Testdiagnostik ermittelt werden, beschreiben eher eine Funktionseinschränkung in verschiedenen Entwicklungsbereichen als eine Teilhabeeinschränkung.
Die Hilfebedarfsermittlung hat sich dahingehend grundlegend geändert, wobei vor allem Heilpädagoginnen und Heilpädagogen wahrscheinlich schon vor Einführung des BTHG unter Beachtung dieser Aspekte arbeiteten.
Die ICF-CY ist ein sehr umfassendes Bedarfsermittlungsinstrument, sie stellt eine gemeinsame Sprache für das interdisziplinäre Team dar und erfasst auf Grundlage eines bio-psycho-sozialen Modells Körperfunktionen und -strukturen sowie in neun Lebensbereichen die Teilhabe der Kinder und Umfeldfaktoren. Auf dieser Grundlage sollen nun also Berichte formuliert und der Antrag auf Eingliederungshilfe gestellt werden.
Dies kann vor allem im Rahmen der Eingangsdiagnostik der Frühförderung eine schwierige Aufgabe darstellen, da diese meist an einen zeitlichen Rahmen gebunden ist und neben Anamnesegespräch und Testdiagnostik bisher häufig wenige Erkenntnisse zur Teilhabe der Kinder erfasste.
Die Weiterbildung geht den Fragen nach, wie es im Rahmen der Eingliederungshilfe möglich ist, Aspekte der Aktivität und Teilhabe der Kinder zu erfassen, ggf. zu bewerten und wie auf Grundlage dieser Erkenntnisse ein Antrag auf Eingliederungshilfe formuliert werden kann.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Vorkenntnisse in der ICF-CY werden vorausgesetzt!
Bitte halten Sie das Buch ICF-CY (hrsgg. von Judith Hollenweger, Olaf Kraus de Camargo) für die Veranstaltung bereit.
Optional können Sie den Förderplan Ihres Bundeslandes vorhalten sowie eigene Fallbeispiele.
Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke (Heinrich Böll). Clownspädagogik für Heilpädagog:innen
Clowns sind schusselig und scheitern auf sympathische Weise an ihrem Ego oder dem Schicksal. Aber wenn man genau hinschaut, dann entdeckt man bei Clowns ganz charakteristische Eigenschaften: Sie sind gutgläubig und naiv. Sie staunen über jede Selbstverständlichkeit. Sie sind unerschütterlich beste Freunde. Und sie sagen zu einer Idee niemals "Nein", sondern immer "Ja!"
Diese Eigenschaften haben einen großen Wert für die heilpädagogische Arbeit: Sie können uns zeigen, wie man den Menschen um uns herum immer wieder offen für Neues begegnen kann. Mit ein bisschen Clown in uns können sich die Menschen um uns zeigen, wie sie sind, egal wie man sie nennt: Denn Clowns müssen nicht in Kategorien wie "Mensch mit Behinderung" oder "Mann" und "Frau" oder "Kind" und "Migrant" denken. Sie kennen gar keine Kategorien, Namen oder Behinderungen. Sie kennen nur die Menschen dahinter!
Im Rahmen der Veranstaltung werden auf der Basis von Spiel- und Kommunikationstheorien verschiedene Verhaltensweisen und Haltungen praktisch ausprobiert, mit denen Sie mit erstaunlicher Offenheit der Welt begegnen können. Die Eigenschaften des Clowns fungieren dabei als Vorbild. Sie werden sie entdecken, einüben und auf Ihre heilpädagogische Arbeit übertragen. Dabei erhalten Sie Einblicke in Theater- und Clownspädagogik, lernen theaterpädagogische Grundlagen und Spiele kennen und können diese in Ihre alltägliche Arbeit einbinden. Sie werden sich nicht schminken, als Clowns verkleiden oder rote Nasen tragen! Die Eigenschaften von Clowns sind in allen Menschen, Sie müssen sie nur freilassen.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf an der Schnittstelle zwischen Eingliederungshilfe und Pflege - Fachliche Standards zur Realisierung des Rechts auf Teilhabe
Nach geltender Rechtslage haben Menschen mit Behinderungen das Recht, Leistungen der Eingliederungshilfe und Leistungen der Pflegeversicherung nebeneinander in Anspruch zu nehmen, unabhängig vom Alter der Person und von der Intensität des Pflegebedarfs. Beide Leistungen verfolgen verschiedene Zwecke, sind also nicht gleichartig.
Dennoch gibt es an der Schnittstelle zwischen den beiden Leistungssystemen Probleme, die in den aktuellen Reformgesetzen nicht geklärt wurden. Im Gegenteil: Die in einzelnen Elementen teilhabeorientierte Ausrichtung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs erschwert die Abgrenzung von Leistungen zur sozialen Teilhabe der Eingliederungshilfe. Insbesondere bei pflegebedürftigen Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und komplexem Unterstützungsbedarf verstärkt sich die schon zuvor beobachtbare Tendenz, Teilhabeleistungen aus fiskalischen Gründen nicht mehr im erforderlichen Umfang zu bewilligen und ins Pflegesystem zu verschieben.
Die Deutsche Heilpädagogische Gesellschaft (DHG) hat fachliche Standards zur Realisierung des unbedingten Rechts auf Teilhabe auch für Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen entwickelt. Sie geben Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe praxisbezogene Argumentationshilfen bei Auseinandersetzungen an der Schnittstelle von Eingliederungshilfe und Pflege. Sie werden in der Veranstaltung vorgestellt und mit Bezug zur Praxis der Teilnehmenden diskutiert.
Sie haben die Möglichkeit, sich folgende Kompetenzen zu erarbeiten:
