Am 18. April fand im BHP das erste offene Berufspolitische Forum als Mitgliederdiskussionsformat statt. Dieses Forum wird künftig in regelmäßigen Abständen stattfinden und Themen aufgreifen, die für die Heilpädagogik aktuell von Bedeutung sind. Zugleich nutzt der Vorstand des BHP das Format, um Stimmungen und Meinungen aus der Mitgliedschaft einzuholen und in sein Handeln einfließen zu lassen.
Das erste berufspolitische Forum widmete sich zwei zentralen Themen, die in zwei Panels behandelt wurden. Am Vormittag stand „Gewalt und Gewaltschutz in der Eingliederungshilfe“ im Fokus. Zunächst stellte Prof. Dr. Nikolaus Meyer von der Hochschule Fulda eine aktuelle Studie vor, die die Präsenz von Gewalterfahrungen in verschiedenen Settings der Eingliederungshilfe aufzeigt. Anschließend präsentierte Sascha Omidi aus Berlin ein Verfahren zum Gewaltschutz aus Berlin-Brandenburg. Veronika Stanzl aus dem BHP-Vorstand ordnete die Inhalte der Vorträge ein und ergänzte sie durch eigene Einschätzungen.
Die zahlreichen Fragen und Kommentare machten deutlich, welche hohe Relevanz das Thema für die Heilpädagogik hat. Der BHP wird sich daher künftig verstärkt damit befassen.
Im zweiten Panel ging es um die Zukunft der Frühförderung. Eva Klein, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung (VIFF) und Leiterin einer interdisziplinären Frühförderstelle in Hessen, stellte aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen dar. Dabei ging sie auch auf die unterschiedlichen Gegebenheiten in den Bundesländern ein. Schwerpunkte waren lange Wartezeiten für Diagnostik, die Gestaltung des Übergangs in die Schule sowie eine mögliche Überführung von Frühförderleistungen in die Kinder- und Jugendhilfe.
Im Anschluss referierte Ulrike Seyfang aus der Perspektive der Lebenshilfe Niedersachsen zu strukturellen Fragen, die für die Zukunft der Frühförderung relevant sind.
Sollte es nicht zu einer Überführung von Leistungen der Frühförderung in die Kinder- und Jugendhilfe kommen, wird der BHP die Forderung nach einem Ausbau des Rechtsanspruchs auf Frühförderung bis in das erste Schuljahr hinein deutlich machen. Der BHP setzt sich dafür ein, dass Frühförderung sowohl als Komplexleistung als auch als rein heilpädagogische Leistung in guter Qualität erbracht werden kann.
Im Anschluss an das zweite Panel hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, weitere Themen für zukünftige Online-Diskussionen zu benennen. Der Vorstand des BHP greift diese Anregungen auf, um die nächsten Foren zu planen. Darüber wird in den BHP-Medien informiert.
