K DenkRaum: Heilpädagogisches Diagnostizieren als Schlüsselkompetenz institutioneller Veränderung?
Heilpädagogische Diagnostik umfasst mehr als die Beschreibung individueller Entwicklungsverläufe. Indem sie das subjektive Erleben eines Menschen innerhalb seiner Lebensverhältnisse rekonstruiert, geraten zugleich jene Bedingungen in den Blick, die Entwicklung ermöglichen oder behindern. Die Analyse des Individuums ist damit untrennbar mit der Analyse seiner Lebensverhältnisse verknüpft und kann zum Ausgangspunkt ihrer Veränderung werden. Ein diagnostischer Ansatz, der dies zu leisten vermag, ist die rehistorisierende Diagnostik.
Der DenkRaum führt anhand eines Praxisbeispiels in zentrale Leitlinien dieses diagnostischen Konzepts ein. Anschließend sollen gemeinsam Bedingungen der Umsetzung, Grenzen und Entwicklungsperspektiven dieses Ansatzes für heilpädagogisches Denken und Handeln diskutiert werden. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern rehistorisierendes Diagnostizieren als professionsspezifische Schlüsselkompetenz zu begreifen ist – insbesondere dann, wenn die Analyse und Überwindung behindernder (Entwicklungs-)Bedingungen als zentrale Aufgabe von Heilpädagog:innen verstanden wird.
Referenten: Dr. Bastian Fischer | Prof. Dr. Ingolf Prosetzky