Die Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe – Neue Zuständigkeiten, alter Kostendruck. Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Thomas Rauschenbach und Philipp Bryant
Die Kinder- und Jugendhilfe steht wie alle Felder des Sozialen in enger Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Demografische Veränderungen spiegeln sich in der Nachfrage; Diskurse über Werte und Normen beeinflussen Art und Ausstattungen von Leistungen und Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien.
Die Kinder- und Jugendhilfe ist seit Beginn des Jahrtausends in Sachen Fallzahlen und Ausgaben deutlich gewachsen; nun wird mit einer Reform des SGB VIII eine Erweiterung des Kreises der Leistungsberechtigten um Kinder und Jugendliche mit körperlichen und sogenannten geistigen Behinderungen angestrebt.
Gleichzeitig werden öffentliche Rufe nach Einsparungen von Kosten lauter. Ethische Positionen und Haltungen geraten in Widerspruch zu Budgetausgestaltungen und die Beziehungen der Akteur:innen des sozialrechtlichen Dreiecks werden neu betrachtet und möglicherweise adaptiert. Darüber wollen wir ins Gespräch gehen und stellen folgende Fragen ins Zentrum:
- Worauf sind die Kostensteigerungen in der Kinder- und Jugendhilfe (KJH) in den vergangenen 25 Jahren zurückzuführen?
- In welchen Bereichen der KJH gab es die stärksten Anstiege in Sachen Fallzahlen?
- In welchen Bereichen der KJH bräuchte es am dringendsten neue Ansätze, um die Angebote leistungsfähiger oder effektiver zu gestalten?
- Welche Kernherausforderungen bestehen mit Blick auf eine sogenannte inklusive KJH ab 2028?
- Was brauchen die öffentlichen Träger der KJH, damit die Leistungen und Angebote der KJH tatsächlich inklusiv werden?
- Welche Veränderungen in der Anbieterlandschaft sind notwendig, um inklusive Leistungen und Angebote in der KJH umzusetzen?
- Wo könnte und wo sollte die KJH in Deutschland im Jahr 2040 stehen?