Seit 1993 wird jedes Jahr am 3. Dezember der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung begangen. Er soll das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen stärken. Anlässlich dieses Tages veröffentlicht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) jährlich eine Analyse zur Situation von Personen mit Beeinträchtigungen in Gesellschaft und Arbeitswelt. Auch in diesem Jahr fällt die Analyse ernüchternd aus.

Menschen mit Behinderungen haben weiterhin einen schlechteren Zugang zum Arbeitsmarkt und sind deutlich häufiger von Armut bedroht. So ist die Armutsrisikoquote in dieser Gruppe seit 2005 von 13 auf 19 Prozent gestiegen. Als Gründe für das gestiegene Armutsrisiko nennt der DGB in seiner Analyse die Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse, gesunkene Stundenlöhne, niedrigere Erwerbsminderungsrenten, eine verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit und ein wachsender Anteil von Menschen, die im Falle der Erwerbsminderung Grundsicherungsleistungen beziehen müssen.

Um die Situation zu verbessern, schlägt der DGB arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie beispielsweise die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherte Beschäftigungen, einen Mehrbedarf bei Behinderung im Arbeitslosengeld-II-Bezug und eine bessere Betreuung durch die Jobcenter vor. Außerdem fordert der DGB, dass Menschen mit Behinderungen ein Teilhabegeld zusätzlich zu Lohn- oder Sozialleistungen erhalten, mit dem Nachteile aufgrund der Behinderung ausgeglichen werden können und das als Schutz vor Armut fungieren soll.

Hier können Sie die Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes herunterladen:

DGB Armutsrisiko Behinderung-1 (670.4 KiB, 150 downloads)