Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung haben ein drei- bis viermal höheres Risiko psychisch krank zu werden als der Durschnitt der deutschen Bevölkerung. Dennoch werden Verhaltensauffälligkeiten häufig statt auf eine psychische Erkrankung auf die kognitive Beeinträchtigung zurückgeführt. Dies liegt auch daran, dass es bundesweit nur wenig Therapeutinnen und Therapeuten oder Psychiater/innen mit dem nötigen Wissen und der Erfahrung gibt, um psychische Erkrankungen bei Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung zu diagnostizieren und behandeln zu können.

Vor diesem Hintergrund wurde zum Ende des Jahres 2018 die Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geändert. Für die Behandlung von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung stehen nun zusätzliche Leistungen zur Verfügung. Menschen mit Intelligenzminderungen, die sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden, können zukünftig für die Durchführung einer ambulanten Psychotherapie zusätzliche Zeiteinheiten zulasten der Krankenkassen erhalten. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten, Bezugspersonen in die ambulante Psychotherapie einzubeziehen, erweitert worden.

Der Beschluss definiert als Patientengruppe, für die die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten gelten sollen, Menschen mit einer Diagnose entsprechend des Abschnitts „Intelligenzstörung“ (F70-F79) nach dem ICD-10.

Zur Pressemitteilung des G-BA: „Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit einer geistigen Behinderung

Die Website der Lebenshilfe bietet einen Überblick zum Thema geistige Behinderung und Psychotherapie