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#ZuversichtAlsHaltung – Mund-Nasen-Schutz in der Arbeit mit Kindern

Zuversicht als Haltung: Sabine Haberkorn über den Mund-Nasen-Schutz

In diesem Video zu #ZuversichtAlsHaltung spricht Sabine Haberkorn, Landesfachgruppensprecherin der Selbstständigen für Schleswig-Holstein im BHP und Inhaberin einer Interdisziplinären Frühförderstelle (IFF), über die Herausforderung, die das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Arbeit mit Kindern in einer IFF birgt.

Die besonderen Herausforderungen, mit denen HeilpädagogInnen in Zeiten der Corona-Pandemie konfrontiert sind, erfordern besondere Ideen und Flexibilität. Der Berufs- und Fachverband für Heilpädagogik stellt über seine Webseite regelmäßig verschiedene Ansätze und Impulse vor: Wie bleibe ich mit meinen KlientInnen in Kontakt? Welche Möglichkeiten der Kommunikation gibt es und wie können wir uns im Team gegenseitig unterstützen? Sie möchten sich an #ZuversichtAlsHaltung beteiligen und aus Ihrem neuen Arbeitsallltag berichten? Melden Sie sich gerne bei uns unter presse@bhponline.de.

Weitere Beiträge zur Aktion finden Sie im YouTube-Kanal des BHP.

Grußwort der Vorsitzenden zur BHP Online Bildungsreise

Liebe BHP-Mitglieder, sehr geehrte heilpädagogisch Interessierte und Gäste!

ich lade Sie herzlich zur ersten Online-Bildungsreise in der Geschichte des BHP e.V. im November 2020 ein. Dieses Format hat der BHP-Vorstand, gemeinsam mit den verantwortlichen MitarbeiterInnen der BHP-Geschäftsstelle, als Alternativangebot zur Bundesfachtagung entwickelt.

Wir alle haben in diesem Jahr, bedingt durch die weltweite Corona-Pandemie, gravierende Änderungen und Einschnitte im persönlichen und beruflichen Umfeld erfahren müssen. Für den Berufs- und Fachverband Heilpädagogik e.V. war neben den plötzlich wegfallenden persönlichen Kontakten und Treffen mit BHP-Mitgliedern und Partnern sowie der Absage von Veranstaltungen des BHP und der EAH die schwierigste Herausforderung, zeitnah eine Entscheidung zur geplanten Bundesfachtagung im November 2020 in Berlin zu treffen. Diese Tagung ist von Beginn der Arbeit des Berufsverbandes an die wichtigste Veranstaltung in jedem Jahr. Im Rahmen der Tagung gab es für die Teilnehmenden die Möglichkeit zur fachlichen Qualifikation, zum kollegialen Austausch, zur Information über aktuelle berufsverbandliche Themen für HeilpädagogInnen, zu kulturellen und künstlerischen Anregungen und nicht zuletzt für persönliche Begegnungen. Die jährliche Mitgliederversammlung des BHP e.V. wurde ebenfalls im Rahmen der Bundesfachtagung durchgeführt. Dazu kommt, dass in den letzten Jahren im Rahmen der Bundesfachtagung bis zu 50 neue BHP-Mitglieder geworben werden konnten.

Der BHP-Vorstand hat im April 2020 schweren Herzens den Beschluss gefasst, die geplante Bundesfachtagung im November 2020 in der Urania- Berlin abzusagen, weil die Bedingungen unter den strengen Sicherheits- und Hygienebestimmungen durch die Corona-Pandemie eine Tagung, wie wir sie kennen, nicht zulassen.

Parallel dazu wurde aber bereits über ein Alternativangebot nachgedacht, Was war uns dabei wichtig? Der fachlich-inhaltliche Anspruch sollte ebenso gewahrt bleiben wie bekannte Formate, z.B. Vorträge, DenkRäume und Diskussionsrunden. Den inhaltlichen Rahmen bildet das Thema der BHP Online-Bildungsreise: „Heilpädagogisch wirken in unsicheren Zeiten“. Dieser aktuelle Bezug im Zusammenhang mit heilpädagogischen Herausforderungen bietet aus unserer Sicht viel Gelegenheit zur Reflexion und Analyse zu Fragen wie z.B.: Was macht Heilpädagogik aus? Wo liegen die Potenziale der Heilpädagogik im Umgang mit derartigen Krisen?

Die Angebote der BHP Bildungsreise werden durchgängig in digitaler Form realisiert. Die meisten von Ihnen sind mittlerweile wahrscheinlich mit vielfachen Erfahrungen im beruflichen Feld, in der Ausbildung und vielleicht auch in der privaten Kontaktpflege ausgestattet, sowohl mit positiven als auch mit den nicht gleich gelungenen.

Wir hoffen sehr, mit unseren Angeboten der BHP Online Bildungsreise Ihr Interesse zu wecken und Sie zu motivieren, sich für einzelne Veranstaltungen oder gern auch für das gesamte Programm anzumelden. Ich freue mich schon heute auf dieses Wiedersehen!

Herzliche Grüße und bleiben Sie bitte gesund!

Dagmar Gumbert
BHP Vorsitzende

Grußwort von Anja Karliczek zur BHP Online-Bildungsreise

Portrait: Bundesregierung / Laurence Chaperon

„Heilpädagogisch wirken in unsicheren Zeiten“ – das Thema Ihrer 1. Online-Bildungsreise könnte treffender nicht sein.
Während der Pandemie erfuhren Menschen erstmals weltweit ganz persönlich, was es bedeutet, in ihrer Mobilität eingeschränkt zu sein, sich nur digital oder aus der Ferne begegnen, Freude, Trauer und Glück nur sehr eingeschränkt teilen zu können und nicht zu wissen, wann sie sich wieder in den Arm nehmen können. Das macht uns bewusst, was für ein hohes Gut es ist, miteinander am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Als Heilpädagoginnen und Heilpädagogen stehen Sie dabei vor besonderen Herausforderungen. Kern Ihres Berufes ist die Nähe, die Beziehung zu den Menschen und der persönliche Dialog. Wie geht man damit um, wenn diese Nähe nicht oder nur eingeschränkt möglich ist? Wie können Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen trotz Kontaktbeschränkungen weiterhin darin unterstützt werden, ein selbstbestimmtes Leben als Teil der Gesellschaft zu führen? Sicher keine einfachen Fragen.

Um Antworten zu finden, sind Sie in den Dialog getreten. Unter dem Hashtag „Zuversicht als Haltung“ haben Sie als Berufs- und Fachverband Heilpädagogik e.V. eine Plattform eröffnet, die einen Austausch zu Impulsen, innovativen Ideen und Lösungsansätzen ermöglicht. Wer Zuversicht hat, blickt nach vorn, sieht Chancen, wird kreativ und entwickelt Lösungsansätze. Dafür und für Ihr fortwährendes Engagement möchte ich Ihnen von ganzen Herzen danken!

Mit Ihrer Arbeit und Ihrem persönlichen Engagement machen Sie Inklusion für Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen über alle Bildungsetappen hinweg möglich und wirklich. Sie begleiten Kinder und ihre Eltern, Jugendliche wie Erwachsene, bilden, beraten, begleiten und fördern sie auf Ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Die rechtliche Gleichstellung und das Recht auf Bildung aller Menschen sind somit nicht nur formales Recht – sie werden erst durch Ihre Arbeit verwirklicht. Heute, elf Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention, ist die Umsetzung von Inklusion im Bildungsbereich nach wie vor eine Herausforderung. Wir wissen immer noch zu wenig zum Beispiel über die Wirkung unterschiedlicher Konzepte und Methoden inklusiver Bildungssettings und deren zielführende Weiterentwicklung. Dies wurde in diesem Jahr besonders deutlich.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert daher schon seit mehreren Jahren in der Bildungsforschung den Schwerpunkt „Inklusion im Bildungssystem“. Die von uns unterstützten Projekte betrachten die inklusive Bildung entlang des gesamten Lebensweges. Methoden und Praxis in den Bildungseinrichtungen werden wissenschaftlich analysiert und ausgewertet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden so aufbereitet, dass sie in der Breite nutzbar sind. Das kommt zunächst einmal den Einrichtungen selbst zugute. Gleichzeitig ermöglichen wir es den Verantwortlichen in Bildungspolitik, -verwaltung und -praxis, fundierte Entscheidungen für eine erfolgreiche Realisierung und Gestaltung inklusiver Bildung treffen zu können.

Die aktuellen und künftigen Bildungssettings haben und werden sich aufgrund der COVID-19-Pandemie über alle Bildungsetappen hinweg ändern. Ich denke hier insbesondere an die Möglichkeiten der Digitalisierung, an standortunabhängige virtuelle Lernräume und die sich dadurch verändernde Form der Zusammenarbeit auch für multidisziplinäre Teams. Die Ausrichtung Ihrer diesjährigen Berufs- und Fachtagung als Online-Bildungsreise verdeutlicht das. COVID-19 stellt uns alle vor die Frage, wie wir unsere Bildungslandschaft künftig gestalten werden, damit alle Menschen uneingeschränkt ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können – und zwar jederzeit. Auch in Ausnahmesituationen. Lassen Sie uns hierzu im Dialog bleiben – und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Ich wünsche Ihnen eine produktive Online-Bildungsreise, gutes Gelingen und weiterhin viel Freude für Ihre wichtige Arbeit.

Anja Karliczek
Mitglied des Deutschen Bundestages
Bundesministerin für Bildung und Forschung

Einladung zur BHP Online Bildungsreise: Heilpädagogisch wirken in unsicheren Zeiten

Im Frühsommer jedes Jahres informieren wir Sie regelmäßig über das Programnm der BHP Bundesfachtagung. Angesichts der Unsicherheiten in der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und in Verantwortung für die Gesundheit der TeilnehmerInnen hat der Vorstand des BHP entschieden, in diesem Jahr keine Präsenztagung durchzuführen. Diese Entscheidung ist nicht leicht gefallen, ist es doch das erste Mal nach 53 Jahren, dass die Bundesfachtagung ein Jahr pausieren muss.

Alternativangebot zur Bundesfachtagung die BHP Online Bildungsreise

Damit die Zeit bis zur Bundesfachtagung im kommenden Jahr nicht zu lang wird, haben wir ein Alternativprogramm für Sie entwickelt: Die BHP Online Bildungsreise vom 02. -27. November 2020.

Im gesamten Monat November bieten wir Ihnen wöchentlich je drei bis fünf Online-Seminare an, die unter einen Oberbegriff gefasst werden.

Zumutungen | Rechtliche Entwicklungen | Fachliche Diskurse | Ausblicke

Zumutungen: Hier werden Themen verhandelt, Fragen diskutiert und erörtert, die der Heilpädagogik als Profession und Disziplin sowie den HeilpädagogInnen etwas zu-muten. Dieses Zu-muten kann ganz positiv besetzt sein, im Sinne von Zu-trauen, es kann gleichwohl die An- und Herausforderung einer Zumutung enthalten sein. In den Beiträgen werden Aspekte der Arbeit als HeilpädagogIn aufgegriffen, die im Verlauf der Corona-Pandemie entstanden sind, sowie Diskussionen, die die Heilpädagogik schon länger begleiten.

Rechtliche Entwicklungen: Sozialrechtliche Gegebenheiten und Entwicklungen stellen eine Rahmung heilpädagogischen Handelns dar. Es werden neue Vorhaben aufgegriffen sowie bestehende Diskurse für die Heilpädagogik besprochen und diskutiert.

Fachliche Diskurse: Der generalistische Zugang der Heilpädagogik zeigt sich auch in einer Vielzahl fachlicher Diskurse, die in die Heilpädagogik hinein und aus dieser hinaus getragen werden. Handlungsfeldübergreifende Themen wie Vulnerabilität und Vertrauen finden hier ebenso ihren Platz wie die Diskussion des aktuellen Berufsbildes.

Ausblicke: Bildungsreisen dienen dem Innehalten, der Vergegenwärtigung des Gewesenen und Seienden, um Ausblicke zu entwickeln und die Wege zu deren Verwirklichung zu entwerfen und zu gestalten.

Aktuelle Hinweise und das Programm zu den Online-Seminaren erhalten Sie ab 15.08. auf der Webseite heilpädagogikwirkt.de.

Machen Sie mit und melden sich an zur BHP Online Bildungsreise!
Wir freuen uns auf Sie.

Zum Tod von Helmut Heiserer (1942–2020)

Am Donnerstag, den 25. Juni 2020, starb Helmut Heiser im Alter von 77 Jahren in Regensburg. Mit Helmut Heiserer haben wir einen Kollegen verloren, dem die Belange von Menschen, insbesondere der Kinder und Jugendlichen, besonders am Herzen lagen, der sich streitbar dafür einsetzte und dem heilpädagogisches Handeln eine selbstverständliche Grundhaltung war – weit über sein eigentliches Wirkungsfeld als Leiter des Kinderzentrums St. Vincent in Regensburg hinaus.

Ohne Helmut Heiserer wäre der Berufs- und Fachverband Heilpädagogik nicht der, der er heute ist!
Er trug bereits in den Vorläuferverbänden des BHP e.V. Verantwortung als Vorstandsmitglied und unterstützte maßgeblich die Gründung unseres Verbandes im Jahr 1985, in dem er in diesem ganz jungen Verband zunächst den Vorsitz führte und ab 1986 bis zu seinem Rückzug aus der aktiven Verbandsarbeit 1998 ununterbrochen im Vorstand tätig war.
Sehr klug und verbandrechtlich versiert führte er den Verband durch die Entwicklungsjahre und blieb dem Verband verbunden, auch als er sich aus der aktiven Arbeit zurückzog und die weiteren verbandlichen Geschehnisse als Mitglied mitverfolgte und begleitete – bis hin zur Gründung des Internationalen Archives für Heilpädagogik.

Mit großer Dankbarkeit und Wertschätzung denken wir an die ganz besonderen Leistungen von Helmut Heiserer.

Unsere Gedanken und guten Wünsche sind bei den Angehörigen.

BHP Vorstand und Geschäftsführung

Arbeit des BHP Vorstandes in Zeiten der Corona-Pandemie

Liebe Mitglieder des Berufs- und Fachverbandes Heilpädagogik e.V.!

Was macht eigentlich der Vorstand des BHP in Zeiten von Corona?
Mit welchen Themen beschäftigen wir uns?

In den folgenden Ausführungen möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in unsere derzeitige Arbeit geben.

Wie Sie in den aktuellen Informationen des BHP haben lesen können, traf sich der Vorstand zu seinen letzten Präsenzveranstaltungen im Januar in Würzburg und im März in Ludwigsburg. Die Tagung trug bereits die ersten Zeichen des Coronavirus, und wir waren alle froh, als wir zwei Wochen später feststellten, dass sich keine und keiner angesteckt hatte.

Schnell war uns allen klar, dass wir die digitalen Möglichkeiten nutzen wollten, um mit der Geschäftsstelle und untereinander im Gespräch und arbeitsfähig zu bleiben. Am 20.04.2020 fand daher unsere erste Online-Konferenz statt. Am 25.05.2020 trafen wir uns bereits zur zweiten Online-Konferenz im digitalen Raum und auch unsere Vorstandssitzung im Juni (05./06.06.2020) fand online statt.

Ich persönlich gehöre zu der Personengruppe, die sich langsam in diese digitale Welt einfindet, sich an diese Form der Kommunikation gewöhnen muss, aber mehr und mehr schätzen lernt, dass es diese Alternative gibt. Wie gut, dass wir diese Möglichkeiten haben, sie nutzen können und dadurch die jeweils anstehenden Themen gemeinsam bearbeiten können.
Wie gut, dass wir, die VertreterInnen der Geschäftsstelle und der Vorstand, auf diesem Wege in einem offenen und vertrauensvollen Gespräch bleiben können.

So wurden und werden wir als Vorstand immer aktuell von der Geschäftsführung des BHP informiert und entscheiden dann gemeinsam über anstehende Themen, wie zum Beispiel über die Arbeit in der Geschäftsstelle, Telefonzeiten für die Mitglieder und vieles mehr.

Intensiv haben wir uns bei unseren Online-Konferenzen aber auch mit folgenden Themen auseinandergesetzt:

  • aktuelle Informationen aus den Bundesländern bezogen auf die einzelnen Handlungsfelder
  • Berufsbild
  • Positionspapier Alternde Menschen
  • Fachgruppenarbeit/Berufspolitisches Forum 2020
  • EAH (mögliche Regelungen zum Umgang mit Kontaktbeschränkungen)
  • BHP Bundesfachtagung 2020
  • Finanzen

Auch Beschlüsse mussten gefasst werden.
So haben wir lange darüber nachgedacht, ob das Berufspolitische Forum (BPF) in diesem Jahr stattfinden kann oder nicht. Da es im BPF besonders um den fachlichen Austausch und Begegnung geht, und möglichst viele FunktionsträgerInnen teilnehmen können sollen, haben wir uns dazu entschieden, erst im Jahr 2021 in Stein (bei Nürnberg) das nächste Forum anzubieten.

Ich möchte diese Zeilen nicht schließen, bevor ich nicht im Namen des Vorstandes allen Mitarbeitenden der Geschäftsstelle sehr herzlich DANKE sage für den engagierten Einsatz in den letzten Wochen, trotz aller Unsicherheiten und Herausforderungen, die diese Zeit mit sich brachte und ja auch noch mit sich bringt.

Auch Ihnen, liebe Mitglieder des Berufs- und Fachverbandes des BHP, möchten wir als Vorstand herzlich danken, dass Sie uns treu geblieben sind, und wir wünschen uns sehr, dass Sie uns auch weiterhin treu bleiben, damit wir als Berufs- und Fachverband gemeinsam die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen in unserer Gesellschaft bewältigen können.

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“
(chinesisches Sprichwort)

Voller Zuversicht lassen Sie uns gemeinsam Windmühlen bauen.

Ihre

Vera Knüppel, stv. Vorsitzende des BHP

Sozialschutzpaket II zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie

Mitte Mai (14.05.) beschloss der Bundestag den Entwurf eines Gesetzes zur weiteren Abfederung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie (Sozialschutzpaket II). Das Sozialschutzpaket II sieht unter anderem eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes nach längerer Bezugsdauer vor. Außerdem gewährleisten nach Artikel 6 des zweiten Sozialschutzpaketes nun auch Leistungsträger nach dem SGB V den Bestand sozialer Dienstleister, soweit diese Leistungen der interdisziplinären Früherkennung und Frühförderung nach § 42 Absatz 2 Nummer 2 und § 46 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch in Verbindung mit der Frühförderungsverordnung erbringen. Damit fallen auch die medizinisch-therapeutischen Leistungen der Komplexleistung Frühförderung unter das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz.

Weitere Maßnahmen des Sozialschutzpaket 2 im Überblick:

Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Wer derzeit in Kurzarbeit ist, muss auf bis zu 40 Prozent seines Nettoeinkommens verzichten. Befristet bis zum 31. Dezember 2020 wird das Kurzarbeitergeld erhöht, wenn ArbeitnehmerInnen aufgrund der aktuellen Situation weniger als 50 Prozent arbeiten. Ab dem 4. Bezugsmonat wird das Kurzarbeitergeld auf 70 Prozent (bzw. 77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem 7. Monat auf 80 Prozent (bzw. 87 Prozent) erhöht. Bis zur Höhe des ursprünglichen Einkommens kann künftig in allen Berufen hinzuverdient werden.

Ausführliche Informationen zum erleichterten Kurzarbeitergeld.

Verlängerung der Anspruchsdauer beim Arbeitslosengeld

Das Arbeitslosengeld wird für diejenigen einmalig um drei Monate verlängert, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 enden würde.

Arbeitsgerichte und Sozialgerichte und arbeitsrechtliche Gremien: physische Anwesenheiten

Die Arbeitsgerichte und die Sozialgerichte müssen auch während der Corona-Krise effektiv arbeiten können: Deshalb wird die Möglichkeit, mündliche Verhandlungen auch per Video-Telefonie zu führen, ausgebaut und befristete Anpassungen im Arbeitsgerichtsgesetz und im Sozialgerichtsgesetz geschaffen. Auch für Sitzungen der Mindestlohnkommission, der Tarifausschüsse sowie der Heimarbeitsausschüsse wird in begründeten Fällen eine Teilnahme durch Video- bzw. Telefonkonferenzen ermöglicht.

Warmes Mittagessen trotz pandemiebedingter Schließungen

Damit Kinder in der aktuellen Situation mit Schließungen oder nur eingeschränktem Betrieb von Schule und Kindertagesstätten nicht auf das warme Mittagessen verzichten müssen, können die Kommunen das Mittagessen den Kindern flexibel auf anderen Wegen bereitstellen, wie z. B. durch Lieferung nach Hause oder zur Abholung.

Weiterzahlung von Waisenrente sicherstellen

Auch die Regelungen zur Waisenrente in der gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung sowie der Alterssicherung der Landwirte sind insofern angepasst worden, dass Verspätungen beim Beginn von Ausbildungen oder Freiwilligendiensten durch die Corona-Krise nicht zu weiteren Nachteilen für die Betroffenen führen.

Das Gesetz zu sozialen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie „Sozialschutz-Paket II“ vom 20. Mai 2020 können Sie hier einsehen.

Eine Übersicht über alle sozialen Leistungen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, finden Sie hier.

Finanzielle Hilfen für Familien in der Corona-Krise

Der Bundestag hat am 7. Mai 2020 einen Gesetzesentwurf für Anpassungen beim Elterngeld beraten und verabschiedet; vom Bundesrat wurde das Gesetz am 15. Mai 2020 beschlossen. Durch die Gesetzesänderung bekommen Eltern in systemrelevanten Berufen die Möglichkeit, die Elterngeldmonate auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Die Neuregelung verhindert, dass Eltern aufgrund der Ausnahmesituation weniger Elterngeld erhalten oder einen Teil der Leistung zurückzahlen müssen, wenn sie krisenbedingt mehr oder weniger arbeiten müssen als vorgesehen war.

Die Neuregelungen zum Elterngeld im Einzelnen:

  • Eltern, die in systemrelevanten Branchen und Berufen arbeiten, können ihre Elterngeldmonate aufschieben. Sie können diese auch nach dem 14. Lebensmonat ihres Kindes nehmen, wenn die Situation gemeistert ist, spätestens zum Juni 2021. Die später genommenen Monate verringern bei einem weiteren Kind nicht die Höhe des Elterngeldes.
  • Der Partnerschaftsbonus, den Mütter und Väter zusätzlich erhalten, wenn beide in Teilzeit arbeiten, um sich die Kindererziehung teilen zu können, entfällt nicht oder muss nicht zurückgezahlt werden, wenn Eltern aufgrund der Covid-19-Pandemie mehr oder weniger arbeiten als geplant.
  • Während des Bezugs von Elterngeld reduzieren Einkommensersatzleistungen, die Eltern aufgrund der Covid-19-Pandemie erhalten, die Höhe des Elterngelds nicht. Dazu zählt zum Beispiel das Kurzarbeitergeld. Um Nachteile bei der späteren Elterngeldberechnung auszugleichen, können werdende Eltern diese Monate auch von der Elterngeldberechnung ausnehmen.

Das Elterngeld wird in voller Höhe maximal 14 Monate lang ausgezahlt, wenn sich beide Eltern an der Betreuung beteiligen. Das Elterngeld errechnet sich aus dem Durchschnitt des Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes und ersetzt das bisherige Nettoeinkommen des Betreuenden zu mindestens 65 Prozent.
Das Bundeselterngeld und -elternzeitgesetz (BEEG) ist seit seiner Einführung 2007 mehrfach weiterentwickelt worden.
Die Reformen werden nach Verkündung im Bundesgesetzblatt rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Hilfe für erwerbstätige Sorgeberechtige, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können

Das Bundeskabinett hat am 20. Mai 2020 eine Verlängerung der Lohnfortzahlung für erwerbstätige Sorgeberechtigte beschlossen: Eltern sollen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 20 Wochen Lohnersatz erhalten können, wenn sie ihre Kinder wegen des eingeschränkten Schul- und Kitabetriebes zuhause betreuen müssen. Auf der Basis des § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetzes werden berufstätigen Sorgeberechtigten, die bei behördlicher Schließung von Kita oder Schule durch die Betreuung ihrer Kinder einen Verdienstausfall erleiden, Entschädigungen gewährt, die auf eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zurückgeht.

Wann habe ich einen Anspruch auf Entschädigung nach der dieser Regelung?
Sorgeberechtigte haben diesen Anspruch, wenn sie ihre betreuungsbedürftigen Kinder, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wegen der Schließung von Kita oder Schule selbst betreuen und deswegen ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen können. Keine Altersgrenze gilt bei Kindern mit Behinderungen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Haben Pflegeeltern Anspruch auf Entschädigung?
Ja, den Pflegeeltern steht dieser Anspruch zu, wenn ein Kind in Vollzeitpflege nach § 33 des Achten Sozialgesetzbuches im Haushalt aufgenommen ist.

Können geringfügig Beschäftigte eine Entschädigung erhalten?
Ja, es gelten die gleichen Voraussetzungen wie für alle anderen Arbeitnehmer.

Habe ich einen Anspruch auf Verdienstausfall während der Schulferien?
Fällt die Schließung der Kita oder der Schule in die landesrechtlich festgelegten Schulferien, so besteht kein Anspruch auf Entschädigung

Wie hoch ist die Entschädigung?
Die Entschädigung beträgt 67 Prozent des entstandenen Verdienstausfalls des betroffenen Sorgeberechtigten, höchstens 2.016 Euro monatlich für einen vollen Monat.

Wie lange wird die Entschädigung gewährt?
Die Entschädigung wird für den Zeitraum des Verdienstausfalls, längstens für 10 Wochen je Sorgeberechtigten gewährt, für alleinerziehende Sorgeberechtigte zwanzig Wochen. Bis zum Jahresende 2020 ist diese Gesetzesregelung gültig.

Bin ich während der Zeit, in der ich eine Entschädigung beziehe, in der Sozialversicherung versichert? Wer zahlt die Versicherungsbeiträge?
Renten-, Kranken- und soziale Pflegeversicherung sowie nach dem Recht der Arbeitsförderung werden fortgeführt. Zunächst entrichtet grundsätzlich der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge auf einer Bemessungsgrundlage von 80 Prozent des Arbeitsentgelts. Der Arbeitgeber kann sich diese Beiträge jedoch erstatten lassen. Personen, die vor Bezug der Entschädigung nicht pflichtversichert waren, können sich ihre Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenen Umfang durch die zuständige Behörde erstatten lassen.

Wer zahlt die Entschädigung?
Der Arbeitgeber übernimmt die Auszahlung der Entschädigung bei Arbeitnehmern. Bei der vom Land bestimmten Behörde kann der Arbeitgeber einen Erstattungsantrag stellen. Es ist für den Arbeitgeber auch möglich, einen Vorschuss bei der Behörde zu beantragen.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Gibt es weitere Hilfen für Eltern?

Das Bundesfamilienministerium hat einen „Notfall-Kinderzuschlag“ gestartet – er soll den Zugang zum Kinderzuschlag erleichtern. Mit dem Notfall-Kinderzuschlag regelt das Bundesfamilienministerium von April bis September den Zugang zum Kinderzuschlag neu. Die Regelungen sind Teil des Sozialschutzpaketes der Bundesregierung.
Er soll zügig helfen, wenn Familien jetzt Einkommenseinbrüche erleiden und plötzlich nur noch ein kleines Einkommen erzielen. Dafür werden folgende Regelungen getroffen:

  • Bei Anträgen auf Kinderzuschlag, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. September 2020 gestellt werden, wird das Einkommen der Eltern nicht anhand der letzten sechs Monate, sondern nur anhand des letzten Monats vor Antragstellung geprüft. Für Anträge im April ist also das Einkommen aus März relevant, für Anträge im Mai das von April. So kann besser auf kurzfristige Einkommenseinbußen reagiert werden.
  • Außerdem müssen Eltern keine Angaben mehr zum Vermögen machen, wenn sie kein erhebliches Vermögen haben. Die Regelung erleichtert die Beantragung. Der Kinderzuschlag kann dadurch höher ausfallen. An den Einkommensbereichen ändert sich jedoch nichts.

Wenn der Antrag gestellt wird, müssen weiterhin Angaben zum Einkommen der Kinder und zu den Wohnkosten der Familie gemacht werden. Bei der Prüfung des Anspruches und der Berechnung des Zuschlages werden sie berücksichtigt.

Alle Regelungen zum Notfall-Kinderzuschlag sind für den Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020 vorgesehen. Sie sind ein Bestandteil des Sozialschutzpaketes der Bundesregierung.

Quelle: Bundesfamilienministerium

BHP Vorstand tagt in Ludwigsburg

Die zweite Sitzung des BHP Vorstandes im laufenden Jahr fand vom 13. bis 14. März 2020 in der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg statt. Die Hochschule, an der Vorstandsmitglied Simone Danz eine Professur für Inklusive Pädagogik und Heilpädagogik hat, stellte dem BHP die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung. Hierfür unseren herzlichen Dank!

Im Mittelpunkt dieser Sitzung standen unter anderem die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Tarifverhandlungen im TVÖD Sozial- und Erziehungsdienst. Der BHP fordert von den Tarifparteien eine Aufwertung der Entgeltgruppe S 9 in der Form, als das eine spürbare Unterscheidung zur Entgeltgruppe S 8b erfolgen muss, um den Hinzugewinn an Kompetenzen durch eine Weiterbildung zur HeilpädagogIn auch finanziell abzubilden. Die Tarifverhandlungen finden im ungekündigten Zustand statt. Durch die aktuellen Entwicklungen um die Verbreitung des Corona Virus wurden die Verhandlungen bis auf weiteres eingestellt.

Zudem beschäftigte sich der Vorstand des BHP intensiv mit der Überarbeitung des BHP Berufsbildes. Ein erster Arbeitsentwurf wurde ausführlich besprochen und gemeinsam überarbeitet. Geplant ist, diesen Entwurf in den kommenden Wochen an die BHP LandesfachgruppensprecherInnen weiterzugeben, um möglichst viele Mitglieder des BHP in den Prozess einzubinden. Auch enge KooperationspartnerInnen des BHP wie die Verbände der Ausbildungsstätten und Hochschulen werden in den Prozess eingebunden.

Das neue und umfassend überarbeitete Positionspapier „Heilpädagoginnen und Heilpädagogen in der Arbeit mit alternden Menschen“ wurde im Laufe der Vorstandssitzung endabgestimmt und befindet sich nun im redaktionellen Lektorat. Der Vorstand dankt der Ad hoc Arbeitsgruppe unter der Koordination von Vorstandsmitglied Sandra Kapinsky und der stellvertretenden Geschäftsführerin des BHP, Doris Albert, sehr herzlich für den intensiven Arbeitsprozess.

Das Projekt zur Entwicklung eines fachschuloffenen berufsbegleitenden Masterstudienganges Heilpädagogik wurde im Rahmen der Sitzung vertieft. Im Vorfeld der Sitzung fand ein Treffen mit Frau Prof. Dr. Claudia Spindler von der Hochschule Nordhausen statt. Geplant ist, eine Projektphase in der 2. Jahreshälfte 2020 zu beginnen.

Die nächste Sitzung des BHP Vorstandes soll vom 05. bis zum 07. Juni 2020 in Berlin stattfinden.

Kurzarbeitergeld für Arbeitgeber mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten – erleichterte Voraussetzungen bis Dezember 2020

Mit Kurzarbeit können Betriebe und Arbeitgeber Krisenzeiten wirtschaftlich überbrücken. Die Bundesregierung hat in Anbetracht der aktuellen Corona-Krise die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld erleichtert.

Alle UnternehmerInnen, die sozialversicherungspflichtiges Personal beschäftigen, können prüfen, ob das Kurzarbeitergeld (KUG) der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden kann. Die Agentur für Arbeit zahlt das Kurzarbeitergeld als teilweisen Ersatz für den durch einen vorübergehenden Arbeitsausfall entfallenen Lohn. Der Arbeitgeber wird so bei den Kosten der Beschäftigung der Mitarbeitenden entlastet, womit Kündigungen vermieden werden sollen.

Die Bundesregierung hat zum 16.März die die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld erleichtert:

  • Es ist ausreichend, wenn 10 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen kann.
  • Sozialversicherungsbeiträge werden bei Kurzarbeit von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet.
  • Kurzarbeitergeld ist auch für Beschäftigte in Zeitarbeit möglich. In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

Diese Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. März in Kraft treten und auch rückwirkend ausgezahlt. Ansprechpartnerin ist die Agentur für Arbeit vor Ort.

In diesem Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie alle wichtigen Informationen zum Kurzarbeitergeld (aktualisiert 16. März) zusammengefasst:

Kug-faq-kurzarbeit-und-qualifizierung (150.3 KiB, 121 downloads)

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erläutert alles Wesentliche auf seiner Webseite zum erleichterten Kurzarbeitergeld.

Das Kurzarbeitergeld können Sie über den E-Service der Bundesagentur für Arbeit beantragen: www.arbeitsagentur.de/eservices-unternehmen