Rückblick
Informationsveranstaltung BHP Schleswig-Holstein
9.5. 2007 in der Elly-Heuss-Knapp-Schule Neumünster
Am 9.5.2007 trafen sich ca. 50 Kolleginnen und Kollegen aus Praxis und Ausbildung zu einem Informationstreffen an der Fachschule für Heilpädagogik in Neumünster, dass von Andrea Richter-Kowalewski, Heilpädagogin in Kiel und Dr. Martin Stahlmann, Leiter der FS Heilpädagogik/NMS initiiert wurde.
Themen waren zum einen die aktuellen Veränderungen im Tarifrecht, zum anderen der Übergang Kindertagesstätte – Schule.
Zum ersten Thema konnte Vorstandsmitglied Karl-Josef Mindnich, extra aus dem Süden angereist, über den aktuellen Stand der Verhandlungen berichten. So weit Veränderungen bereits feststehen wurden sie intensiv diskutiert. Auch wurde deutlich, welch komplizierte Materie ein Tarifvertrag ist. Mit Spannung erwarten die Kolleginnen und Kollegen den weiteren Fortgang der Beratungen.
Für den Fachteil stand dankenswerter Weise Schulrätin Angela Ehlers, Kollegin unseres Schwesterverbandes vds, zur Verfügung. Das neue Schulgesetz, das in Schleswig-Holstein im Sommer in Kraft tritt wirft naturgemäß bereits jetzt seine Schatten voraus. Insbesondere der Übergang Kindertagesstätte – Grundschule ist für Heilpädagoginnen und Heilpädagogen von Bedeutung, sofern sie mit Kindern mit (drohenden) Behinderungen im Elementarbereich oder der Frühförderung arbeiten. So ist geplant, dass zukünftig alle Kinder eingeschult werden – Rückstellungen soll es nicht mehr geben. Daraus resultiert eine noch intensivere Zusammenarbeit von Kita, Förderzentren und Schule bzw. Jugendhilfe – Schule. Konsequenzen ergeben sich auch hinsichtlich der Beratung von Eltern und der konkreten Förderung betroffener Kinder. Bereits jetzt gibt es in S.-H. vielfältige Erfahrungen mit präventiven Maßnahmen im Kitabereich (SPRINT: Sprachförderung und Integration von Kindern mit Migrationshintergrund – mittlerweile aber nicht mehr auf diesen Personenkreis konzentriert), die, so die Planung, intensiviert werden sollen. Besonderes Augenmerk verdienen dabei diejenigen Kinder, die einen vermuteten Förderbedarf im Bereich sozial-emotionale Erntwicklung aufweisen, da diese bislang nicht ausreichend versorgt scheinen. Schul-, Sonder- und Heilpädagogik müssen, so meine persönliche Schlussfolgerung, noch näher zusammenrücken, um den Kindern mit Förderbedarf eine optimale Förderung angedeihen zu lassen. Als ein Ergebnis der sehr spannenden Diskussion lässt sich festhalten, dass Heilpädagoginnen und Heilpädagogen bzw. der BHP in diesem Zusammenhang und auch in Kooperation mit dem vds eine wichtige Rolle mitspielen sollten, nicht nur bezogen auf die praktische Arbeit vor Ort.
Fazit: Beide Themen stehen für viele Kolleginnen und Kollegen (nicht nur) in Schleswig-Holstein auf der Agenda und müssen weiterhin kritisch begleitet werden. Der Informationsaustausch hat gerade erst begonnen. Hierfür war die Veranstaltung ein guter Auftakt.
Dr. Martin Stahlmann
Landesfachtagung der Heilpädagogen, Hohes Arsenal, Rendsburg, 16.09.2005
Die Anwesenheit von über 250 Teilnehmern spricht für sich und zeigt, wieviel Engagement und ernsthaftes Interesse in unserer Berufsgruppe vorhanden ist und welche Bedeutung dem Thema beigemessen wurde. Doch schon bei der Grußbotschaft aus dem städtischen Rathaus, durch Herrn Hinz, Ratsherr und Vorsitzender des Sozialausschusses, übermittelt, wurde trotz allem Interesse deutlich, dass die Integration von behinderten und besonderen Menschen an finanzielle Schwierigkeiten gebunden ist. Hierbei handelt es sich aber nun um keine Unbekannte, sondern tägliches Brot, für das sich wohl jeder der Anwesenden schon vorher eine gewisse Lösung erarbeitet hat. Es folgten informative Referate, die selbst im großen Plenum krititsch hinterfragt wurden.
Als eine Enttäuschungen ist die krankheitsbedingte Absage der Referentin Frau Dr. Mauri Fries zu erwähnen. Viele der Besucher hätten gerne ihren Vortrag „Ohne Beziehung läuft gar nichts - Beziehungsaufbau in der Frühförderung“ gehört. Damit entfiel nicht nur ein wichtiges Referat im Plenum, sondern auch der geschlossene Workshop „Behandlungsansätze bei frühen Interaktionsstörungen“.
Die Fachschule für Heilpädagogik des IBAF gGMBH hat als Organisator der Veranstaltung vielfältige Workshops angeboten, die die Praxisnähe gewährleisteten. Bedauerlich ist, dass nur die Teilnahme an einem der zehn sehr interessanten Workshops möglich gewesen ist.
Das Hohe Arsenal mit seinen hellen und großzügigen Räumlichkeiten ist für Veranstaltungen dieser Größe gut geeignet, und das Foyer bot in den Pausen genügend Raum für Fachgespräche und das Wiedersehen mit Bekannten. Das IBAF gGMBH hat für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gesorgt, wobei auch an einigen Punkten Kritik zu äußern ist. Die Wartezeit für die Anmeldung am Morgen ist zu lang gewesen. Der angekündigte Mittagsimbiss, eine warme Mahlzeit, erfüllte nicht alle vegetarischen Bedürfnisse. Die Getränke hätten bei mehr Auswahl etwas preiswerter sein können. Im Nachhinein bleibt jedoch die Erinnerung an eine gelungene und informative Fachtagung, die mit einem Preis von 30,00 € für BHP-Mitglieder als gute und günstige Fortbildungsveranstaltung verbucht werden kann.
