Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat am 17. Mai 2017 die „Förderrichtlinie zur Durchführung der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderungen“ veröffentlicht. Auf der Grundlage dieser Förderrichtlinie können fortan Anträge auf Förderung zum Aufbau entsprechender Beratungsangebote gestellt werden. Das Angebot der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung geht auf § 32 BTHG zurück.

Die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung löst die durch das SGB IX eingeführten gemeinsamen Servicestellen ab. Die Beratungsangebote der öffentlichen Leistungs- und Rehabilitationsträger sowie der Leistungserbringer bleiben dagegen davon unberührt bestehen. Die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung stellt daher die dritte zentrale Beratungssäule für Menschen mit Behinderungen dar. Leistungserbringer können ebenfalls ein Angebot zur ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung einrichten, wenn dieses notwendig ist, um in der jeweiligen Region eine ausreichende Abdeckung zu erreichen. In einem solchen Fall muss das Angebot der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung organisatorisch, finanziell und wirtschaftlich unabhängig von den Bereichen der Leistungserbringung des Anbieters sein. Darüber hinaus sind alle juristischen Personen des öffentlichen und privaten Rechts (mit Ausnahme der öffentlichen Leistungs- bzw. Rehabilitationsträger) mit Sitz in Deutschland antragsberechtigt.

Die Anträge sind zu stellen über die folgende Kontaktadresse:

Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (gsub) mbH
Kronenstraße 6, 10117 Berlin
www.gsub.de
Beratungshotline: 030 284 09 – 300
E-Mail: EUTB@gsub.de

Ziel dieses neuen Beratungsangebotes ist laut BMAS „die Position von Menschen mit (drohenden) Behinderungen gegenüber den Leistungsträgern und Leistungserbringern im sozialrechtlichen Dreieck durch ein ergänzendes, allein dem Ratsuchenden gegenüber verpflichtetes Beratungsangebot zu stärken und insbesondere im Vorfeld der Beantragung konkreter Leistungen die notwendige Orientierungs-, Planungs-und Entscheidungshilfe zu geben. Das Angebot soll ganzheitlich die individuelle Persönlichkeit und Situation der Ratsuchenden aufgreifen und deren gesamtes soziales Umfeld mit dem Ziel einbeziehen, die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Ratsuchenden soll dafür ein unabhängiges, d. h. insbesondere von ökonomischen Interessen und der Kostenverantwortung der Leistungsträger und Leistungserbringer weitgehend freies Beratungsangebot zur Verfügung stehen“.

Im Konzept zur Teilhabeberatung soll der Aspekt des „Peer-Counseling“ besonders berücksichtigt werden. Durch die Förderung sollen u.a. Personalkosten, Verwaltungsausgaben sowie Raum- bzw. Mietkosten für die Anbieter der Teilhabeberatung abgegolten werden.

Weitere Informationen sowie die komplette Förderrichtlinie erhalten Sie über den folgenden Link:

http://www.gemeinsam-einfach-machen.de/GEM/DE/AS/Gesetzesvorhaben/BTHG/EUTB/EUTB_node.html

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an die BHP Bundesgeschäftsstelle.

Tel.: 030–40 60 50 60
E-Mail: info@bhponline.de